Heiligkreuzsteinach: Mann im Schlaf wegen vergiftetem Hund getötet? – Prozess ab Februar
Eine Frau soll im Sommer 2024 einen Mann im Schlaf brutal getötet haben. Das Motiv: Rache. Nun müssen sich zwei weitere Frauen vor Gericht verantworten.
Heiligkreuzsteinach. Eine zwischenzeitlich verstorbene 48 Jahre alte Frau soll aus Rache an der vermeintlichen Vergiftung ihres Schäferhundes den Ehemann einer weiteren Frau in Heiligkreuzsteinach getötet haben. Im Februar beginnt der Prozess gegen die Mutter der Verstorbenen und die Frau des getöteten Mannes am Landgericht Heidelberg.
Die 48-Jährige soll sich nach Angaben des Landgerichts entschlossen haben, den 42-Jährigen Mann ihrer Bekannten im Schlaf zu überraschen und zu erstechen. Hierbei soll sie ihre nun angeklagte 72-jährige Mutter sowie ihre 39-jährige Bekannte und Ehefrau des Verstorbenen eingeweiht haben. Durch die Bereitschaft ihrer Bekannten, an der Tat mitzuwirken, soll sich die 48-Jährige in ihrem Vorhaben bestärkt gesehen haben.
Nach Nachricht der Ehefrau Mann im Schlaf ermordet
In der Nacht auf den 8. Juli 2024 soll die Ehefrau des Verstorbenen der mutmaßlichen Täterin eine Textnachricht geschickt haben, mit dem Inhalt, dass sie sich gegen 23 Uhr zum Schlafen lege. Die 48-Jährige soll in der Nähe gelebt und sich dann in das Schlafzimmer der Eheleute begeben haben. Dort soll sie mehrfach mit einem Messer auf den Mann eingestochen haben. Die Ehefrau des Mannes hielt nach Angaben des Gerichts die Frau nicht von dem Angriff ab und ergriff auch keine weitere Hilfeleistung. Die Mutter der 48-Jährigen soll vor dem Anwesen Schmiere gestanden haben.
Der Mann erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen an Kopf und Oberkörper. Seine Ehefrau soll in Absprache mit der 48-Jährigen noch einige Zeit gewartet haben, bis sie die Polizei wegen eines vermeintlichen Einbruchs informierte. Dadurch soll sie die Flucht der 48-Jährigen ermöglicht haben.
Selbstmord bei SEK-Einsatz
Bei einem Polizei- und SEK-Einsatz Mitte August in Heiligkreuzsteinach erschoss sich die 48-Jährige, nachdem sie eine Polizistin mit einem Schuss leicht verletzt hatte. Sie soll gemeinsam mit ihrer Mutter in dem Haus gewohnt haben. Beamte fanden beim Einsatz die Frau tot im Haus auf.
Die Ehefrau des verstorbenen Mannes und die Mutter der verstorbenen Frau müssen sich nun ab 10. Februar (9 Uhr) am Landgericht Heidelberg unter anderem wegen Beihilfe zum Mord verantworten. Zunächst waren acht Verhandlungstage angesetzt. (dls)