Bikersaison

In Südhessen geht die Zahl der Motorradunfälle zurück

Das Polizeipräsidium Südhessen zieht Bilanz der Motorradsaison 2023.

Im Odenwald gibt es einige beliebte Bikerrouten. Foto: Lando Hass/dpa
Im Odenwald gibt es einige beliebte Bikerrouten.

88 Menschen sind in dieser Motorradsaison in Südhessen bei Unfällen mit Maschinen über 125 Kubikzentimeter (ccm) Hubraum schwer und 183 leicht verletzt worden. Fünf Motorradfahrer verloren ihr Leben. Das ist die Bilanz des Polizeipräsidiums Südhessen (PPSH). 2022 gab es demnach 85 schwer verletzte, 177 leicht verletzte sowie acht getötete Motorradfahrer.

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Laut PPSH ereigneten sich 2022 insgesamt 392 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrern schwerer Maschinen (über 125 ccm) in Südhessen. 2023 seien es nach bislang 341. Polizeipräsident Björn Gutzeit: „Auch wenn erfreulicherweise die Anzahl tödlicher Motorradunfälle gesunken ist, jeder schwere Unfall ist einer zuviel. Ich appelliere an die Eigenverantwortung der Motorradfahrer und die Rücksichtnahme der Autofahrer, um das Verletzungsrisiko zu minimieren aber auch die Belange der Bevölkerung im Hinblick auf vermeidbaren Lärm zu berücksichtigen.“

Insgesamt kontrollierten die Ordnungshüter laut der Pressemitteilung im Bereich des Polizeipräsidiums Südhessen rund 1800 Motorräder. 24 Fahrern drohen wegen erheblicher Geschwindigkeitsüberschreitungen Fahrverbote. 26 Motorräder stellte die Polizei bei den Kontrollen sicher, hauptsächlich, weil Manipulationen an den Auspuffanlagen bemerkt worden seien. „Bei insgesamt 49 Maschinen war aufgrund unzulässiger Veränderungen die Betriebserlaubnis erloschen“, heißt es weiter. Drei kontrollierte Fahrer schwerer Motorräder hätten unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gestanden. Die Beamten legten ein spezielles Augenmerk auf vermeidbaren Lärm. „Laute Maschinen mit ausgebauten DB-Killern wurden von der Polizei konsequent aus dem Verkehr gezogen“, heißt es dazu. Mit dem Slogan „Auf der Straße gibt es nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren“, unterstützte Motorradrennfahrer Marcel Schrötter die Präventionskampagne der Hessischen Polizei „Du hast es in der Hand – Überlasse beim Biken nichts dem Unfall“. Weiterhin wurden Plakataktionen durchgeführt und hessenweite Radiospots geschaltet. „Alles mit dem Ziel, alle Verkehrsteilnehmer bezüglich der Gefahren und der gegenseitigen Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu sensibilisieren“, so das PPSH.

Zudem wurden weitere Lärmdisplays installiert, die ähnlich der Geschwindigkeitsdisplays, anzeigen, ob ein Motorrad zu laut ist. Erneut fanden in Südhessen drei Biker-Safety-Touren statt. Im Rahmen dieser circa anderthalbstündigen Touren, die erfahrene polizeiliche Motorradfahrer begleiteten, wurden Gefahrenpunkte abgefahren und Gefahrensituationen sowie das Thema Lärm und in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz auch die Thematik „Erste Hilfe am Unfallort“ besprochen.