Stuttgart/Mannheim: Mehr als 7.000 Streikende im Öffentlichen Dienst
Mehr als 7.000 Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst haben am Donnerstag die Arbeit niedergelegt. Bei Kundgebungen vor Ort werde auf den möglichen Anschlag mit Verletzten ver.di-Demonstranten reagiert.
Stuttgart/Mannheim. Mehr als 7.000 Beschäftigte in Baden-Württemberg haben am Donnerstag die Arbeit niedergelegt. Wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte, hatten Kundgebung bereits begonnen, als sich der mögliche Anschlag in München ereignete. Gemeinsam mit der Polizei werde vor Ort darauf reagiert, hieß es in einer Mitteilung. Nach ersten Erkenntnissen fuhr ein Auto in eine Menschenmenge in München und etwa 20 Personen wurden verletzt. Offenbar gehörten sie zu einer Gruppe von Verdi-Demonstranten.
In Baden-Württemberg wurde in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes gestreikt: In Kitas und Stadtverwaltungen, Stadtwerken, Kliniken, bei der Müllabfuhr, in Jobcentern, Agenturen für Arbeit oder Landratsämtern. Größere Kundgebungen fanden am Donnerstag in Freiburg, Stuttgart und Mannheim statt. Die Streikwoche soll am Freitag in Pforzheim und Mosbach beendet werden.
In Mannheim blieben am Donnerstag alle städtischen Kitas und Ganztagseinrichtungen aufgrund des Warnstreiks geschlossen. Hanna Binder, stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin, sagte auf der Kundgebung: „Die hohe Streikbereitschaft in den Kitas zeigt: Der Frust über die chronische Unterbesetzung ist enorm." Dazu komme die politisch gewollte Absenkung der Standards in den Einrichtungen. Diese führe dazu, dass Personal täglich zerrieben werde - zwischen den berechtigten Erwartungen der Eltern an die frühkindliche Bildung ihrer Kinder, der Personalnot, sowie ihren eigenen Ansprüchen an ihre Arbeit. (dls)