Gorxheimertal

17-jährige Cosima gewinnt Jugendkunstpreis Baden-Württemberg 

Nachwuchskünstlerin Cosima Hilkert aus Gorxheimertal wird zum zweiten Mal mit dem Jugendkunstpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Zu Besuch im Atelier der jungen Künstlerin. Foto: Fritz Kopetzky
Zu Besuch im Atelier der jungen Künstlerin.

Wenn man sie nicht in einem der Klassenzimmer des Weinheimer Werner-Heisenberg-Gymnasiums oder bei Chorproben der Landesjugendkantorei Baden findet, dann ganz sicher hier: zwischen Pinseln und Stiften, zwischen Farben und noch bunteren Ideen im heimischen Atelier in Gorxheimertal. Die 17-jährige Cosima Hilkert gehört zu den 40 Nachwuchskünstlern, die nach der Auswahl einer Fachjury in Ludwigsburg ihre Werke ausstellen dürfen, und zu den 16 jungen Erwachsenen, die sogar mit dem Jugendkunstpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet wurden – und das bereits zum zweiten Mal in Folge. Aber nicht nur das: Auch beim Europäischen Wettbewerb für das Schuljahr 2023/24 überzeugte die Gorxheimertalerin auf Landesebene. Es ist also höchste Zeit, um über ihre Kunst zu sprechen.

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„Tarnung“ war das Thema des Jugendkunstpreises

„Tarnung“ lautete das Thema des diesjährigen Jugendkunstpreises für Baden-Württemberg, zu dem es 312 Einsendungen gegeben hatte. Nachdem sie im vergangenen Jahr bereits zum Thema „Neu gedacht“ erfolgreich war, zögerte sie auch dieses Mal nicht lange mit ihrer Bewerbung, denn: „Mir hat das Thema sehr gefallen“, erklärt sie. Dass sie schließlich erneut zu den Preisträgern gehörte, war eine Überraschung für Cosima, die eigentlich nicht damit gerechnet hatte.

Die Kunst als Spiegel der Seele

Was bedeutet eigentlich konkret tarnen? Und wo tritt Tarnung überall auf?, fragte sich Cosima, bevor sie an der Staffelei loslegte. Schnell fand sie Antworten, denn Tarnung spiele nicht nur bei einem Objekt, das durch seinen angepassten Hintergrund getarnt und verborgen ist, eine Rolle, sondern auch, wenn es um Gefühle geht. „Die Kunst gibt dem Künstler die Möglichkeit, sich mit der eigenen Kunst zu tarnen und ermöglicht ihm somit auch viele Freiheiten, unterschiedlich aufzutreten und zu wirken –und eben vielleicht ganz anders wahrgenommen zu werden als das, was man eigentlich fühlt“, erklärt Cosima. Die Kunst sei ein Spiegel der Seele, und in Bildern zeige sich, wer wir eigentlich sind. Mithilfe von Kunst könne man kreativ seine Gefühle und somit auch sich selbst darstellen und gleichzeitig tarnen. Gedacht, getan. Denn diesen Gedanken brachte die Gorxheimertalerin schließlich in etlichen Arbeitsstunden und durch eine Mischtechnik aus Acryl, Aquarell und Buntstift auf ein 70x100 Zentimeter großes Papier. Gemalt wurde im heimischen Atelier ihrer Mutter Nicole Hilkert, die selbst als Grafikerin und Künstlerin arbeitet. So wurde Cosima die Begeisterung für Kunst und Kreativität quasi in die Wiege gelegt.

Die Künstlerin vor ihrem ausgezeichneten Werk: Cosima Hilkert wurde für ihr Bild zum Thema „Tarnung“ mit dem Jugendkunstpreis 2024 des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Foto: Daniela Wolf
Die Künstlerin vor ihrem ausgezeichneten Werk: Cosima Hilkert wurde für ihr Bild zum Thema „Tarnung“ mit dem Jugendkunstpreis 2024 des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Doch wie wurde aus einer Idee schließlich ein Kunstwerk? Cosimas Bild zeigt ein Mädchen – „es ist kein Selbstporträt“, wie sie betont –, das sich selbst, anhand von durchdrungenen Gesichtern dargestellt, malt. Die Bedeutung dahinter: „Wir blicken uns also selbst an, wenn wir malen, aber gleichzeitig wird auch auf uns und unsere Kunst geschaut. Die Gesichter sollen eben genau das Gefühl der Selbsterkenntnis, aber auch des angeschaut werdens, vermitteln.“ Darum schauen sie in unterschiedliche Richtungen. Als Vorlage und Orientierung erstellte sie Fotografien von ihren Spiegelbild aus unterschiedlichen Blickwinkeln, um die in sich verwobenen Blicke technisch gut zeichnen zu können.

Cosima gehörte zu den Preisträgern, die einen Workshoptag zum Thema „Inszenierte Fotografie“ mit Künstler Viktor Erhardt gewannen. Dabei lernte sie viel über das Zusammenspiel zwischen demjenigen vor und demjenigen hinter der Kamera und was eine gute Inszenierung ausmacht – eine gute Übung also für nächste Bewerbungen um den Jugendkunstpreis 2025 und den Europäischen Wettbewerb. Bei letzterem, bei dem sich im vergangenen Jahr 60 000 Schüler beteiligten, überzeugte sie schließlich auf Landesebene.

Gedanken zu „grenzenlos“

Bei dem Thema „Europa (un)limited“ drehte sich in ihrer Klassenstufe alles um das Thema Grenzen(losigkeit) im Universum. „Völlig losgelöst“ könnte man denken, wenn man Cosimas Bild zu diesem Thema betrachtet. Denn sie brachte Kinderschuhe mit Sohlen aus europäischen Flaggen, die im All umherfliegen, und einer Rakete folgen auf das Papier – ganz nach dem Motto „Die europäische Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen“, ein galaktisch-guter Einfall.

Die europäische Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen: Mit diesem Bild wurde Cosima Hilkert Siegerin auf Landesebene im 71. Europäischen Wettbewerb zum Thema „Europa (un)limited“. Foto: privat
Die europäische Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen: Mit diesem Bild wurde Cosima Hilkert Siegerin auf Landesebene im 71. Europäischen Wettbewerb zum Thema „Europa (un)limited“.

Erste eigene Ausstellung

Cosimas mit dem Jugendkunstpreis prämiertes Bild ist eine der 40 ausgewählten Arbeiten zum Thema „Tarnung“, die noch bis 17. November im Kunstzentrum Karlskaserne Ludwigsburg zu sehen sind (freitags 18 bis 20 Uhr, samstags 16 bis 20 Uhr; sonntags 14 bis 18 Uhr und bei allen Veranstaltungen). Apropos: Ihre erste eigene kleine Ausstellung soll tatsächlich noch in diesem Jahr stattfinden. Gemeinsam mit ihrer Mutter Nicole wird sie ab Anfang Dezember Bilder im Besprechungszimmer von Landrat Christian Engelhardt zeigen dürfen. Passend zu diesem Raum wählt das Künstlerduo auch sein Motto, nämlich Kommunikation.

Bis dahin ist aber noch viel zu tun und Cosima arbeitet weiter an ihrer Kunst zwischen Singstunden und Schulaufgaben. Denn: „Ich möchte weiter zeichnen“, sagt die 17-Jährige die neben den Fächern Deutsch und Latein natürlich auch Kunst als Leistungskurs wählte. So hat sie sich fest vorgenommen, sich im kommenden Jahr wieder für die Nachwuchspreise zu bewerben – „weil es mir großen Spaß macht“. Und nach der Schule? „Auf jeden Fall etwas Kreatives“, ist sie fest entschlossen.