Grasellenbach

300 Teilnehmer kommen zur Schwarzpulverrallye nach Grasellenbach

Vom Motorradsattel an den Schießstand - das gibt es nur bei der Schwarzpulverrallye. Die Traditionsveranstaltung ist auch in der 56. Auflage immer noch ein Magnet für Motorsportfreunde aus der ganzen Republik.

Diese Prüfung gibt der Schwarzpulver-Rallye ihren Namen: das Schießen mit den historischen Vorderladergewehren. Foto: Fritz Kopetzky
Diese Prüfung gibt der Schwarzpulver-Rallye ihren Namen: das Schießen mit den historischen Vorderladergewehren.

Am vergangenen Wochenende verwandelte sich das Gelände rund um den Sportplatz in Grasellenbach im Ortsteil Hammelbach zum winterlichen Zeltlager. Denn die 56. Schwarzpulver-Rallye lockte rund 300 Motorradfahrer, die aus der ganzen Republik, aber auch aus Frankreich und Belgien zum Zelten mit ihren Bikes nach Hammelbach gefahren waren, zum Abenteuerkurzurlaub in den Odenwald. Die Schwarzpulverrallye erfreute sich auch bei ihrer 56. Auflage eines großen Zuspruchs und belohnte so die Zusammenarbeit der Hammelbacher Vereine und die große Unterstützung seitens der ehrenamtlichen Helfer.

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Ein besonderer Höhepunkt der von der Motorsportvereinigung Hammelbach (MSGV) mit Unterstützung durch den Sportschützenverein Hammelbach seit 1968 ausgetragenen Rallye: Das Schwarzpulverschießen, dass der Sportschützenverein Hammelbach am Schießplatz beim Schützenverein als Teil der Rallye-Wertung anbot. Dort wurden die Läufe der historischen Vorderladergewehre von den Vereinshelfern befüllt, gestopft und mit einer Bleikugel versehen. Die Teilnehmer hatten dann Gelegenheit, drei Schuss auf die 25 Meter entfernte Zielscheibe abzufeuern, um möglichst drei mal zehn Punkte zu ihrer Gesamtwertung hinzuzufügen.

Losungswort zusammen sammeln

Den größten Teil der motorsportlichen Herausforderungen lag zu diesem Zeitpunkt bereits hinter den Kraftradfahrern. Diese hatten nämlich bereits bei Ankunft ein zuvor postalisch zugesandtes Losungswort zusammen gepuzzelt. Auf dem Anreiseweg machten sie Abstecher in die Kreisstädte, deren Anfangsbuchstabe des dortigen KfZ-Kennzeichens einem Buchstaben aus dem Losungswort entsprach.

Rund 300 Teilnehmer waren mit ihrem Motorrad in den Odenwald gekommen. Foto: Fritz Kopetzky
Rund 300 Teilnehmer waren mit ihrem Motorrad in den Odenwald gekommen.

In diesem Jahr musste auf diese Weise das Wertungswort „Kreuzspeiche“ zusammen gesammelt werden. Je nach Kubikzahl des Motors des K-Rades mussten fünf bis acht Buchstaben durch Stempel von den Behörden der Stadt oder durch gestempelte Tankstellenbelege nachgewiesen werden. Bei der dritten Prüfung, die vor dem Sportgelände in Hammelbach abgenommen wurde, galt es, Fahrgefühl und -geschick unter Beweis zu stellen: Die Fahrer musste einen an einem Seil hinter dem Motorrad herangezogenen Reifen möglichst genau in eine Zielzone transportieren.

Rocknacht und Benzingespräche

Der eigentliche Mittelpunkt war aber auch diesmal nicht der Wettbewerb, sondern das kameradschaftliche Miteinander und die Benzingespräche untereinander. Winterliche Abenteuerromantik bot das Übernachten im Zeltlager, wo kleine Lagerfeuer für Wärme sorgten. Wem das zu kalt war, der hielt sich in der Halle des Sportgeländes auf, wo insgesamt rund 30 Helfer ein umfangreiches Angebot an heißen wie kalten Speisen und Getränken im Angebot hatten. Geselliger Höhepunkt war dann die Rocknacht am Samstag, die sich der Siegerehrung anschloss.

Hoch im Kurs stand wieder die Ausgabe der Teilnehmerplaketten, die dann mit denen der Vorjahre zu einer Kette verbunden werden konnten. Ein halbes Jahrhundert Schwarzpulverrallye bedeutet ausreichend Plaketten, um Ketten imposanter Länge zu schaffen. Das zeigten einige der stolz von den Fahrern getragenen Exemplare.

Am Sonntag packten die Teilnehmer dann wieder ihre sieben Sachen zusammen. Foto: Fritz Kopetzky
Am Sonntag packten die Teilnehmer dann wieder ihre sieben Sachen zusammen.

Darüber hinaus bekam jeder Teilnehmer eine Keramikkachel als Andenken mit auf dem Weg, auf der die Veranstaltung und ihr Datum vermerkt sind – „Eine Kachel, die in dem ein oder anderen Party-Keller der Republik und des benachbarten Auslandes zu finden sein dürfte“, sagte der wie MSGV-Vorsitzender Frank Fischer. Er bedankte sich bei dem Sportschützenverein für die große Unterstützung bei der Organisation, wie auch beim Sportverein Hammelbach, dessen Gelände genutzt wurde.

Die Schwarzpulverrallye-Gäste genossen einmal mehr den winterlichen Freiluft-Kurzurlaub mit ihrem Motorrad im Odenwald bei knisterndem Lagerfeuer, Schwarzpulverdampf und vielen geselligen Benzingesprächen mit Gleichgesinnten, bevor sie sich wieder auf den Heimweg machten.