Gemeindevertretung

Abtsteinach: Knapper Überschuss durch Grundsteuer

Alois Berbner bringt den Haushalt für das laufende Jahr ein. Etat „lässt keine großen Spielräume zu“.

„Vertretungsbürgermeister“ Alois Berbner brachte den Haushalt für 2025 ein (Symbolbild). Foto: Fritz Kopetzky
„Vertretungsbürgermeister“ Alois Berbner brachte den Haushalt für 2025 ein (Symbolbild).

Abtsteinach. Den Haushalt für das Jahr 2025 einzubringen, war die letzte Aufgabe, die dem Ersten Beigeordneten Alois Berbner in seiner Rolle als Abtsteinacher „Vertretungsbürgermeister“ zufiel. Bei der vergangenen Sitzung der Gemeindevertretung legte er einen ausgeglichenen Etat vor. Der Gesamtergebnishaushalt schließt mit einem kleinen Plus von 24.850 Euro ab. Dieser Etat „lässt keine großen Spielräume zu“, sagte Berbner. Ziel war es, die „Balance zwischen notwendigen Ausgaben und einer soliden Finanzplanung“ zu wahren.

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Der Großteil der erwirtschafteten Erträge in Höhe von knapp 7,36 Millionen Euro stammt aus Steuern und anderen Erträgen (4,2 Millionen Euro). Der Überschuss sei auch nur dadurch möglich gewesen, dass die Grundsteuer B auf 500 Prozentpunkte festgesetzt wurde, betonte Berbner. Die ordentlichen Tilgungen können aus dem Überschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit erwirtschaftet werden. Der Jahresabschluss 2023 wurde geprüft und der Gemeindevorstand durch die Gemeindevertretung entlastet.

Personalkosten gestiegen

„Bedauerlich ist, dass unsere finanzielle Lage und der gemeindliche Haushalt immer wieder durch Dritte beeinflusst werden“, sagte Berbner. So sei beispielsweise die Kreisumlage um rund 1,5 Prozentpunkte und die Schulumlage um einen Prozentpunkt erhöht worden. Das seien im Vergleich zum Vorjahr 150.000 Euro Mehraufwand und es stelle „einen erheblichen Teil unseres Haushalts dar und erschwert es uns, in anderer Weise finanziell zu agieren“. Dem gegenüber stehen Aufwendungen von rund 7,3 Millionen Euro. Der größte Posten sind dabei Personalkosten in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro sowie Steueraufwendungen, zu denen auch die Umlagen zählen, in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro. Allein für das Personal sind rund 479.000 Euro mehr eingeplant als im Vorjahr. Das liege aber vor allem daran, dass die Mitarbeiterzahl mit der Übernahme des ehemaligen katholischen Kindergartens stark gewachsen sei, erklärte er.

In Pflichtaufgaben investieren

Rund 4,1 Millionen Euro plant die Gemeinde Abtsteinach im Jahr 2025 in Projekte zu investieren. Knapp über eine Million Euro entfällt dabei auf den Bereich „Brandschutz und Sicherheit“, in dem auch das neue Feuerwehrhaus eingerechnet ist. Danach folgen die Abwasserbeseitigung inklusive Anschluss an den Abwasserzweckverband Steinachtal (rund 700.000 Euro) sowie 575.000 Euro für die Gemeindestraßen.

Weitere Investitionen in Höhe von rund 8,8 Millionen Euro sind für die Jahre 2026 bis 2028 veranschlagt. Dem gegenüber stehen Einzahlungen in Höhe von 1,7 Millionen Euro. „Zum Großteil stehen diese Mittel für die bekannten Großprojekte zur Verfügung“, sagte Berbner. Hierbei handle es sich um Pflichtaufgaben, die aber erhebliche finanzielle Mittel erfordern. „Die hohen Investitionen führen ebenso zum Anstieg der Schulden der Gemeinde Abtsteinach, was langfristig eine Herausforderung darstellt.“ Die Nettoneuverschuldung beträgt rund 1,2 Millionen Euro.

Gleichgewicht wahren

Transparenz über die Notwendigkeit der Maßnahmen sei genauso wichtig, wie mögliche Entlastungen für die Bürger zu prüfen. „Die Gemeinde wird weiterhin bestrebt sein, ein Gleichgewicht zwischen notwendigen Investitionen und der finanziellen Belastung der Bürger zu finden, um die Lebensqualität in Abtsteinach langfristig zu sichern“, versprach Berbner. Denn: „Der Haushalt ist nicht nur ein Zahlenwerk, sondern ein Plan für die Zukunft unserer Gemeinde.“ Man dürfe die Entwicklung Abtsteinachs nicht aus den Augen verlieren, ohne dabei die Handlungsfähigkeit aufs Spiel zu setzen.

Dankende Abschlussworte

Berbner nutzt die Gelegenheit auch, um einige Dankesworte zu sprechen. Der berufliche Wechsel Angelika Beckenbachs, die im September das Amt der Ersten Kreisbeigeordneten angetreten hatte, sei ein einschneidendes Ereignis gewesen. Sein besonderer Dank gelte deshalb der Verwaltung und den gemeindlichen Gremien, die in dieser Zeit „mit großem Engagement und Verantwortungsbewusstsein zum Wohl der Gemeinde“ gehandelt hätten. „Wir haben gezeigt, dass wir als Gemeinschaft auch in herausfordernden Zeiten zusammenstehen und handlungsfähig bleiben.“