ASP bewegt sich Richtung Odenwald - Elektrozäune in Fürth und Rimbach aufgestellt
Afrikanische Schweinepest: Landratsamt berichtet von ersten infizierten Kadavern in Kirschhausen und Mittershausen. Wie sich das Weschnitztal darauf vorbereitet.
Region. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt immer näher an den Odenwald heran. Auch hier wurden inzwischen Maßnahmen getroffen, um die Ausbreitung der Tierseuche eindämmen zu können. So wurden beispielsweise an der Bundesstraße 38 zwischen Rimbach und Fürth Elektrozäune aufgestellt. Zudem ist eine Plakataktion im ganzen Kreis Bergstraße angelaufen, mit der das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat um Verständnis für die Maßnahmen bei der Bevölkerung wirbt und darüber informiert, warum mögliche Einschränkungen notwendig sind und worauf es dabei ankommt.
Kadaver in Fischweiher
„Der Seuchenzug bewegt sich Richtung Odenwald“, erklärt die Pressestelle des Landratsamts auf Anfrage unserer Zeitung hinsichtlich des aktuellen Sachstands bei der Ausbreitung der Tierseuche. Demnach breitet sich das ASP-Geschehen seit dem 15. Januar östlich der B3 bislang zwischen der B47 und der B460 entlang der Bergstraße aus. In den vergangenen sieben Tagen gab es nach Angaben der Pressestelle Funde im Heppenheimer Bereich Fischweiher. Gerade erst am Donnerstag seien vom Landesbetrieb Hessisches Landeslabor zwei positive Verdachtsmeldungen von weiter östlich gekommen. Ein Kadaver habe ganz in der Nähe von Mittershausen gelegen.
Drei positive Funde habe es zuletzt auch in Kirschhausen gegeben, wie auch der Rhein-Neckar-Kreis in einer Pressemitteilung berichtete. „Die bei Heppenheim verlaufende B460 stellt mit dem dort verlaufenden Zaun quasi die letzte Bastion vor der Länder- und Kreisgrenze dar“, hieß es darin.
Ende der vergangenen Woche wurden als Reaktion auf die aktuelle Entwicklung auch im Odenwald Schutzzäune errichtet. Während sich der zuständige Bergsträßer Dezernent Matthias Schimpf bei der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen sehr skeptisch hinsichtlich der Wirkung dieser Zäune gezeigt hat und der Kreis Bergstraße deshalb auf die Bejagung der Wildschweine setzt – pro erlegtes Tier wurden vom Landratsamt 100 Euro als Prämie ausgelobt –, unterstreicht das Ministerium deren Bedeutung.
„Die Errichtung der Schutzzäune ist eine äußerst wichtige Maßnahme, um die Ausbreitung zu verhindern. Sie schränken den Bewegungsspielraum infizierter Wildschweine wirkungsvoll ein“, erklärt die Pressestelle des Ministeriums auf Anfrage unserer Redaktion. Zunächst seien in Südhessen mehrere Hundert Kilometer Elektrozäune errichtet worden, da diese kurzfristig und schnell eingesetzt werden konnten. Der Bau von Festzäunen sei auf lange Sicht vorgesehen und werde derzeit intensiv weiter vorangetrieben. „Damit wird das Seuchengeschehen bekämpft und durch den bereits bestehenden Festzaun (Fernriegel) eine Ausbreitung der ASP nach Bayern und Baden-Württemberg verhindert.“
Bürger müssen mithelfen
Gleichwohl bestehe eine Einschränkung, da Vandalismus und andere Beschädigungen sowie nicht geschlossene Gatter oder Tore dazu führten, dass diese Schutzmaßnahme nicht zu 100 Prozent greifen könne und Wildschweine an diesen Stellen nicht aufgehalten würden. „Daher sind wir auf die Mithilfe der Bürger angewiesen, Tore stets geschlossen zu halten und entdeckte Schäden zu melden, um das Risiko hier so minimal wie möglich zu halten“, heißt es aus Wiesbaden.
Diesem Zweck dient auch die Öffentlichkeitskampagne zur ASP, die das Ministerium schon im vergangenen November gestartet hat. Hier wurden zunächst Großflächenplakate in den betroffenen Gebieten in Südhessen aufgestellt, die auch Durchreisende über die Tierseuche aufklären sollten. Zudem wurden über 5000 Plakate gedruckt, die über die Landratsämter und in Kooperation mit dem Hessischen Bauernverband und dem Landesjagdverband in den südhessischen Landkreisen verteilt werden sollten. Die Leinenpflicht, das Wegegebot im Wald sowie das Schließen von Toren an ASP-Schutzzäunen sind die Themen, die die Kampagne in den Fokus rückt. Diese wurden jetzt in den vergangenen Tagen ausgeliefert, wie die Pressestelle des Landratsamts berichtet. „Hier hat der Landkreis den Ordnungsämtern der Kommunen entsprechende Exemplare zur Verfügung gestellt. Weiterhin wurden Plakate auch den Ortslandwirten und Jägern zur Verfügung gestellt, sofern diese dies wünschten“, heißt es aus Heppenheim. Kosten sind dem Kreis durch die Plakataktion demnach nicht entstanden.
Hintergrundinformationen zu der Aktion sind auf der Homepage des Ministeriums zu finden.