Auf närrischer Zeitreise in der Löhrbacher SKG-Halle
Freunde des Karnevals Löhrbach nehmen das Publikum bei zwei Prunksitzungen in der SKG-Halle mit auf eine „Reise durch die Zeit“ und haben die Zuschauer ab der ersten Minute fest im Griff.
Mit einer närrischen Zeitreise feierten die Freunde des Karnevals Löhrbach (FKL) die heiße Phase der Fastnachtssaison und boten in der gut besuchten SKG-Halle in Löhrbach dem Publikum ein humoristisches Programm rund um Bütt und Tanz. Zunächst war aber erst einmal Stirnrunzeln angesagt, schließlich startete die Prunksitzung so, wie sie traditionell eigentlich immer endet: Volker Becker sang das Schlusslied, gefolgt vom Auszug der Narren aus der Halle. Glücklicherweise hatte sich aber einer der FKL-Aktiven unter das Publikum gemischt, inspizierte die Bühne und programmierte in die dort stehende Zeitmaschine das korrekte Datum und die Uhrzeit ein.
Die Sitzung unter dem Motto „Reise durch die Zeit“ konnte so nur einen Augenblick später starten. Sitzungspräsident Felix Bauer hieß die Narren willkommen zur Prunksitzung der FKL im 50. Vereinsjahr und begrüßte besonders die Prinzessin der Birkenauer Kooperationen, Jessica II. vom Gutzelstand im Disneyland, die Mitglieder der gemeindlichen Gremien und Löhrbachs Ortsvorsteher Stefan Roewer.
Die Mitwirkenden:
Tanzgruppe „Made to move“: Samira Altmann Ferreira, Annika Bäuerle, Milana Dziube, Ida Hummel, Siana Kirilova, Amira Kirilova, Hanna Knoll, Marina Lorenci, Elena Lulking, Vivien Lulking, Emma Maier, Melina Ripper, Dima Saaed, Marie Schlüfer, Adel Alieva Sevainova, Maleen Stäckler, Havin Suluyaylak, Mathilda von Ramin, Valentina Verzino.
Büttenrede: Saskia Thielen.
Tanzgruppe „Rebels“: Mariana Bareiß, Carla Dietrich, Emilia Gärtner, Sophie Gärtner, Merle Heinrich, Josephine Klos, Magdalena Klos, Mia Krieger, Lotta Kroupal, Clara Luhn, Paula Luhn, Lea Marullo, Ella Parg, Sarha Rautenberg, Amy Schlemmer, Marie Schmidt, Leni Schmitt, Zazou Schmitt, Hanna Schmitt, Lina Schmittinger, Lena Schroth, Hannah Wagner, Mare Wunderlich, Amelie Zeeb, Helena Zeeb.
Tanzgruppe „Dance Devils“: Miriam Dörr, Felizitas Gaide, Franziska Keil, Louisa Klein, Amelie Kopp, Lara Lehnert, Jana Maier, Emily Nguyen, Luisa Maier.
Apollonia-Bütt: Tanja Kunkel.
Tanzgruppe „The Royals“: Lia Bersier, Lia Bersier, Clara Guschelbauer, Nikole Kareva, Anastasia Kareva, Katharina Langer, Vanessa Mayer, Anni Mühlenbusch, Vivian Staier, Lotta Warmuth.
„Jingle Bell Rock“: Anna Helfmann, Nicole Hofmann, Sarah Rüger, Annalena Schütz, Johanna Schütz, Saskia Thielen, Nathalie Thielen.
„The Comebacks“: Volker Becker, Andrea Ester, Norman Ester, Cletia Da Silva Arnold, Tanja Kunkel, Jana Mitsch, Hans-Peter Stephan.
Akrobatik: Leonie Kühn, Adriana Petroll.
Tanzgruppe „Revival Sisters“: Renate Dörsam, Yvonne Dörsam, Marion Prager, Ruth Reinhard, Susanne Rönz, Manuela Schmitt, Carola Thielen.
Tanzgruppe „Last Minute“: Isabella Da Silva Arnold, Anna Helfmann, Nicola Hofmann, Sarah Rüger, Annalena Schütz, Johanna Schütz, Saskia Thielen, Nathalie Thielen.
Sketch Blätter: Johanna Schütz, Saskia Thielen.
Tanzgruppe „Dance Fusion“: Celine Amend, Johanna Emig, Lisa Fierek, Laura Guschelbauer, Lisa Herdt, Laura Hertinger, Luisa Jäger, Marlene Kiesling, Samira Koch, Sarah Kohl, Leonie Kühn, Noella Molitor, Denise Staier.
Männerballett: Felix Bauer, Simon Dörsam, Steffen Dörsam, Robin Guilon, Leon Reinhard, Lukas Reinhard, Jörgen Reinhard, Daniel Rönz, Antonio Sattler. Finale: Volker Becker.
Die Tanzgruppe „Made to move“ sorgte mit ihrem Auftritt in schwarz-weißen Outfits dafür, dass die Stimmung schnell auf Betriebstemperatur kam. Die Bütt eröffnete Saskia Thielen. Sie berichtete, wie sie von ihrem Kindheitstraum Abschied nehmen musste, nämlich einen Freund zu haben, der Mitglied in einer Boyband ist. Ihre Alternative kam aus Buchklingen und sei eigentlich nur für den Kinobesuch geeignet gewesen: „Da musste man sein Gesicht nicht sehen.“ Als sie dann aber auch noch den Kinoeintritt aus eigener Tasche bezahlen musste, sei ihr dann klar geworden, dass Spielen mit den Barbiepuppen eigentlich doch gar nicht so schlecht war.
Grand Dame: Apollonia
Die Tanzgruppe „Rebels“ entführte das Publikum in eine Highschool in den USA. Zu flotten Beats gaben sich die 13 jungen Frauen als Cheerleader mit Pompons ein tänzerisches Stelldichein mit Basketballspielerinnen. Klar, dass auch bei der Jubiläumssitzung die Grand Dame der Löhrbacher Fastnacht nicht fehlen durfte. Einmal mehr als Apollonia plauderte Tanja Kunkel Klartext über ihren jüngsten Rehaaufenthalt. Das angenehme Kribbeln bei der Elektrotherapie war dem schrulligen Schlumperl aus dem Odenwald allerdings nicht intensiv genug. Also hat sie mal richtig am Einstellungsrad des Geräts gedreht. „Als ich dann zu mir gekommen bin, war in der Klinik Stromausfall.“ Beim anschließenden Shopping in der Stadt musste sie feststellen, dass statt der Preise auf den Etiketten in diesem Modeladen nur die Markennamen angegeben waren. Auf die Frage der Verkäuferin, ob sie das Kleid von Coco Chanel haben wolle, sagte sie: „Klar, wenn die es nicht mehr braucht.“
Als Piratinnen begab sich die Tanzgruppe „Royals“ auf Kaperfahrt und machte mit ihrer Tanzaufführung fette Beute, was die Herzen des Publikums angeht. Die neun Damen in schwarz-weißen Piratenoutfits und rotem Kopftuch präsentieren zu flotten Hip-Hop-Beats eine starke Choreographie, bei der sich tolle Gruppentanzelemente mit akrobatischen Einlagen die Hand gaben.
Zurück in die 50er-Jahre
Zurück in die 50er-Jahre begleiteten weitere Tänzerinnen das Publikum mit ihrer Choreographie zu dem amerikanischen Weihnachtshit „Jingle Bell Rock“ und trieben in Tutus das Stimmungsbarometer weiter in die Höhe. Eine Steilvorlage, die die Playbackformation „The Comebacks“ aufnahm. Diese brachte Andrea Bergs „Du hast mich tausendmal belogen“ auf die Bühne und sorgte mit dem DJ-Ötzi-Hit „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ für Partylaune.
Spektakuläre Athletik, die sich mit tänzerischer Ästhetik die Hand reichte, präsentierten die beiden Sportakrobatinnen Leonie Kühn und Adriana Petroll. Die beiden Sportlerinnen stellten ihre Kraft, Körperkoordination und Beweglichkeit mit ihrer Choreographie unter Beweis – vor allem ihre Aufführung am Sportakrobatikpodest wurde zu einem besonders spektakulären Schlaglicht.
Wiedersehen auf der Bühne
Die FKL-Organisatoren hatten aber auch viele der Urgesteine der Löhrbacher Fastnacht der vergangenen Jahre für einen Auftritt bei der Jubiläumssitzung reaktivieren können. Mit einer Playbackshow reisten die „Revival Sisters“ zurück auf dem Zeitpfeil, um dem goldenen Zeitalter des Discopop eine Neuauflage zu gewähren. Mit Songs wie „Rivers of Babylon“ und „Ma Baker“ verhalfen sie der Band „Boney M.“ zu einem Comeback, ließen „Der Kommissar“ von Falco ein weiteres Mal umgehen, und zwar genregerecht mit schwarzer Sonnenbrille, Mantel und Hut.
Textlich konsequent gewährte die Formation im Anschluss dem „Jailhouse Rock“ von Elvis eine Neuauflage und setzte schließlich mit dem Udo-Jürgens-Hit „Aber bitte mit Sahne“ ihrem Auftritt das Häubchen auf. Hits aus den Kinderzimmern der Vergangenheit, die hatte die Tanzformation „Last Minute“ zu einer Tanzshow zusammengestellt. Die Kombination der Ohrwürmer der Sendungen „Biene Maja“, „Sandmännchen“ und „Pippi Langstrumpf“ und die prima Choreographie der Tänzer wurde vom Publikum rhythmisch klatschend begleitet.
Eine Bütt ohne Worte
Johanna Schütz und Saskia Thielen schafften dann das Kunststück, eine Büttenrede zu halten, ohne auch nur einen Ton zu sagen. Die beiden Frauen hatten ihren Dialog rund um das Erraten von Männergedanken, Zwistigkeiten untereinander und wilde Buchstabenverdreher auf große weiße Papierblätter geschrieben, die sie dem Publikum eines nach dem anderen wortlos zum Mitlesen kredenzten. Ein pfiffiger Einfall, für den sie viel Applaus einheimsten.
Die Formation „Dance Fusion“ präsentierte mit ihrem Tanz ein echtes Schlaglicht des Abends. Die elf Frauen in Latzhose und Schirmmütze zeigten, ausgerüstet mit Taschenlampen, zu dem Song „America“ aus dem Musical „West Side Story“, dass ein gelungener Tanzauftritt auch ohne externe Lichtshow auskommt, um zu flotten Elektrobeats tänzerisch eine Schippe draufzulegen. Schließlich waren die Damen auch gut für eine tolle perkussive A-cappella-Einlage, die durch synchrones rhythmisches Fußstapfen und Klatschen vertont wurde.
Zum zweiten Mal ein Finale
Das Männerballett ließ es zum Abschluss der Sitzung noch einmal richtig krachen mit zünftigen Ballermann-Hits. Zu Stimmungskrachern wie „Reiß die Hütte ab“ und „Schluckspecht“ feierten die neun Männer gemeinsam mit dem Publikum – Hebeelemente durften bei diesem Auftritt selbstverständlich nicht fehlen. Dann stand zum zweiten Mal an diesem Abend das Finale der Sitzung an, die traditionell Volker Becker mit seinem Fastnachtslied einleitete und mit dem sich die Aktiven vom Publikum verabschiedeten.