Närrische Zeit

Völlig losgelöst: So bunt feiert Löhrbach Karneval 

Bei den Freunden des Karnevals in Birkenau-Löhrbach herrscht fantastische Stimmung. Von Primaballerino bis Space-Taxi - das wurde unter dem Motto „(T)Raumschiff“ dieses Jahr in der SKG-Halle alles geboten.

Auf eine besondere Reise auf dem „(T)Raumschiff“ luden die Freunde des Karnevals Löhrbach (FKL) an zwei Wochenenden ein. Mit galaktisch-guten Tanzdarbietungen und ko(s)misch-heiteren Blüten war die Stimmung in der SKG-Halle schnell am Abheben. Foto: Fritz Kopetzky
Auf eine besondere Reise auf dem „(T)Raumschiff“ luden die Freunde des Karnevals Löhrbach (FKL) an zwei Wochenenden ein. Mit galaktisch-guten Tanzdarbietungen und ko(s)misch-heiteren Blüten war die Stimmung in der SKG-Halle schnell am Abheben.

Birkenau. Die Freunde des Karnevals Löhrbach (FKL) stellten bei ihren Prunksitzungen in der SKG-Halle unter Beweis, dass es nicht mehr als ein Buchstabe ist, der das Raumschiff vom Traumschiff trennt. Zu der sehr gut besuchten ersten Sitzung im Birkenauer Ortsteil begrüßte FKL-Sitzungspräsident Felix Bauer in Kapitänsuniform das närrische Publikum, unter ihnen die Fastnachtsprinzessin der Großgemeinde Anna I., Bürgermeister Milan Mapplassary und Delegationen der Birkenauer Fastnachtsvereine. Die erste Rakete des Abends startete und landete die Tanzgruppe Made to move: Die Tänzerinnen sorgten als Aliens mit Antennen und silbernen Haaren völlig losgelöst von der Erde mit einem klasse Tanz für viel Stimmung.

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Einen im wahrsten Sinne des Wortes richtig „dicken Erfolg“ feierten Johanna Schütz, Saskia Thielen und Simon Dörsam mit ihrem „Ballett gegen Fett“. In aufblasbaren Ballerina-Kostümen mit XXL-Körperumfang gaben sie klassischen Klängen aufs Köstlichste Gestalt. Die beiden Kugel-Ballerinas reichten sich tänzerisch die Hand mit dem ebenfalls in Trägerhemdchen und Tutu gekleideten „Primaballerino“ Dörsam. Ein Auftritt, dem eine ganz besondere Ästhetik innewohnte.

Schwungvolle Weltraumreise

Techno- und Hip-Hop-Beats brachte die Tanzgruppe Dance Devils in pinken und schwarzen Tanzkostümen auf die Bühne. Die jungen Tänzerinnen hatten eine dynamische Choreographie mitgebracht, bei denen sie ein populäres Jugendmagazin wirkungsvoll zum Tanzutensil werden ließen. Die Tanzgruppe „The Royals“ machte ihrem Namen Ehre – auch dank toller Kostüme aus schwarzem Tüll und eleganten silbernen Oberteilen. Mit flotten Pop-Beats feierten sie gemeinsam mit dem Publikum eine schwungvolle Weltraumreise, und schon bei der artistischen Abschlussfigur der Tanzgruppe war klar: Ohne Zugabe dürfen die nicht von der Bühne.

Die Berufsorientierung stand im Mittelpunkt in Saskia Thielens Büttenrede. Eins sei klar, Blitzerversteckerin wolle sie nicht werden. Schließlich gebe es doch bestimmt Spezialisten für das Tarnen der Geschwindigkeitsmesser. Wenn man aber zu gut in diesem Job sei, laufe man Gefahr, den Blitzer so gut zu verstecken, dass er sich allenfalls nur durch zu schnelles Fahren wieder finden lasse. Neben dem Job machte Thielen aber auch die Männersuche zum Thema. Diese gestalte sich schwer, da jeder Kandidat entweder doof oder vergeben sei. Ihr Leben sei daher wie ein Kreisverkehr: „Viel Kreis, wenig Verkehr.“

Tanzspaß XXL: Simon Dörsam, Johanna Schütz, Saskia Thielen. Foto: Fritz Kopetzky
Tanzspaß XXL: Simon Dörsam, Johanna Schütz, Saskia Thielen.

Als Schifffahrtskapitän und als Pirat gingen Felix Bauer und Philipp Gund in die Bütt. Nach einigen humoristischen Tücken, die das Bedienen des mitgebrachten Keyboards begleiteten, sorgten sie mit Stimmungshits für beste Laune. In die Pause führte die Playback-Formation „The Comebacks“ das närrische Volk. Vom 90er-Pop-Duo „Modern Talking“ brachten sie mit Vokuhila und Goldkettchen die Hits „Cheri, Cheri Lady“ und „Brother Louie“ unter die Jecken, aber auch das Disco-Singer-Duo „The Weather Girls“ kam zum Zuge mit dem Superhit „It’s Raining Men“.

Eine Fahrt im „Space-Taxi“

Nach der Pause hieß die Formation das Publikum mit Italohits aus den 80er-Jahren erneut willkommen. Sie mimten das Gesangsduo „Ricchi e Poveri“ und setzten deren Hits „Mamma Maria“ und „Oh, Cherie, Cherie“ in Szene. Mit Hits von „The Les Humphries Singers“ verabschiedeten sie sich vom Publikum.

Nathalie Thielen und Saskia Thielen luden die Narren zu der Fahrt im „Space-Taxi“ ein und untermalten den gleichnamigen Hit von Stefan Raab unter Schwarzlicht mit neonfarbenen Tanzutensilien.

Das Jugendmagazin „Bravo“ als Tanzutensil? Kein Problem bei den Prunksitzungen der FKL. Foto: Fritz Kopetzky
Das Jugendmagazin „Bravo“ als Tanzutensil? Kein Problem bei den Prunksitzungen der FKL.

Die „Revival Sisters“ enterten als Matrosen zur Musik des Films „Das Boot“ die Bühne und bauten in ihre Choreographie den Einsatz von Signalflaggen ein. Keine Löhrbacher Fastnacht ohne das schrullige Schlumperl Apollonia, in deren kunterbuntes Kostüm Tanja Kunkel geschlüpft war. In ihrer Bütt berichtete sie von ihren Kreuzfahrterlebnissen, die sie und ihre Reisebegleiterin Margot gesammelt hatten. Zu diesen gehörte die Verwirrung über die Aufgaben, die ein „Deckoffizier“ auf dem Schiff hat, die Verwechslung des Bullauges in der Kabine mit der Waschmaschine. Zu diesen gehörten aber auch Zusammenstöße am Mittagsbüfett, verursacht durch mangelnde Sicht aufgrund des willenlosen Hochstapelns von mit Essen bedeckten Tellern. Mit dem Song „Tupperdos“, den Apollonia zur Melodie des „ABBA“-Hits „Super Trouper“ intonierte und natürlich ihrem Klassiker „Fastnacht, die Pann’ kracht“ feierte sie gemeinsam mit dem Publikum. Einen tänzerischen wie optischen Höhepunkt brachte die Meister-Tanzformation „Dance Fusion“ der SVG Nieder-Liebersbach auf die Bühne. Die Tanzformation hatte sich für Choreographie und Kostümierung vom Blockbusterfilm „Die Tribute von Panem“ inspirieren lassen. Die fast 20-köpfige Gruppe begeisterte mit einfallsreichen Tanzfiguren, die sie mit großer sportlicher Dynamik und höchster Präzision vortrug.

Karsten Schütz verdeutlichte in seinem Vortrag, dass Playback auch mit einer einzigen vorgehaltenen Textkarte funktioniert und dass das 20 cm große weiße Pferd (Schimmel) in seiner erzählten Geschichte durch den Einfluss einer schwerhörigen Wunschfee erklärt werden könne. Auf eine tänzerische Kreuzfahrt rund um die Welt wurde das närrische Publikum durch die Tanzgruppe „Last Minute“ mitgenommen. Bei dieser durfte eine Stippvisite auf der mysteriösen Area 51 natürlich nicht fehlen.

Männerballett zum Schluss

Den Abschluss der Sitzung und den Weg in die Bar versüßte das Männerballett, das es in weißen Astronauten-Outfits als „Saufonauten“ krachen ließ, bevor es beim „Space Jam“ mit orangenen Plastikbällen zum Hit „Major Tom“ sein Können unter Beweis stellte sowie den Fakt, dass Schwerelosigkeit im All auch oberkörperfrei genossen werden kann. Zum Finale kamen die Aktiven auf der Bühne zusammen und beendeten gemeinsam mit dem Schlussgesang den offiziellen Teil der Prunksitzung.