Partnerschaftsvereine

Birkenau: Partnerschaft mit Burkina Faso - Wo Brunnen ein besseres Leben bringen

Partnerschaftsvereine: Bouma Bazi berichtet an der Langenbergschule vom Alltag der Menschen in Burkina Faso.

Um Burkina Faso ging es in einer speziellen Unterrichtseinheit an der Birkenauer Langenbergschule. Foto: Udo Laßlop
Um Burkina Faso ging es in einer speziellen Unterrichtseinheit an der Birkenauer Langenbergschule.

Birkenau. Die beiden Partnerschaftsvereine Focus der Stadt Viernheim und Imasgo aus Birkenau haben bei der Jahrgangsstufe 9 der Langenbergschule Birkenau zum wiederholten Male eine Informationsveranstaltung zum Thema Burkina Faso durchgeführt. Beide Vereine haben sich der Pflege der Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Viernheim und der Landgemeinde Silly, sowie die der Gemeinde Birkenau und dem Ort Imasgo in dem westafrikanischen Land verschrieben und informierten in einer dreistündigen Unterrichtseinheit über Projekte aus den Bereichen Schul- und Ausbildung, Wasser- und Gesundheitsversorgung, Klima und Begegnung.

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Diese Bildungsveranstaltungen für Schulen, Vereine und andere Institutionen werden seit über 25 Jahren durchgeführt. Einer der Referenten, Bouma Bazie, ist Lehrer für technische Fächer und Deutsch in der Stadt Koudougou in Burkina Faso. In den 90er-Jahren absolvierte er eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Höchst AG in Frankfurt, weshalb er neben der Landesprache Französisch und einer Stammessprache auch Deutsch gut beherrscht. Der sympathische Lehrer ist in einer dörflichen Großfamilie mit elf Geschwistern aufgewachsen und kann die Lebenssituation der Menschen in den Dörfern von Burkina Faso aus eigener Anschauung eindrucksvoll erklären. Unterstützt wurde er an diesem Unterrichtsvormittag von Manfred Weidner, dem für Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Mitarbeiter des Vereins Focus. Vom Verein Imasgo aus Birkenau begleitete Martin Hans die Veranstaltung. Unterstützt wurden sie von der Französisch-Lehrerin Anke Arndt und der Lehrerin für Erdkunde und Gemeinschaftslehre, Sarah Beckord, welche die Unterrichtseinheit mit ihren Schülern vorbereitet hatte. Damit entwickelte sich das, was sich die Referenten, Lehrkräfte und Schüler erhofft hatten: eine abwechslungsreiche Schulstunde, untermalt von vielen Bildern, authentischen Erzählungen und immer wieder eingestreuten Fragerunden, welche die Schüler ausgiebig nutzten.

Die großen Unterschiede zwischen dem afrikanischen Binnenstaat im Inneren Westafrikas und einer Industrienation wie Deutschland wurden anschaulich verdeutlicht. Das Land, an der Grenze der Sahara gelegen, ist flächenmäßig fast so groß wie Deutschland, hat dabei aber nur 24 Millionen Einwohner. Ein Großteil davon ernährt sich von Viehzucht und Ackerbau, so dass es zum Überleben reicht. Was es für die meisten Menschen für eine Hilfe bedeutet, durch zum Beispiel den Bau von Brunnen an sauberes Trinkwasser zu gelangen, wurde in anschaulichen Bildern und Erzählungen dargestellt.

Über 30 Brunnen wurde von den beiden Vereinen schon vor Ort realisiert, was für die Dorfgemeinschaften ein riesiger Fortschritt bedeutet. Von dem sauberen Trinkwasser, das dadurch vor Ort gewonnen wird, profitieren vor allem auch die Frauen, die ansonsten täglich mit bis zu 50 Kilogramm schweren Behältern auf dem Kopf Wasser von anderen Brunnen ins Dorf transportieren müssen, manchmal mehrmals am Tag.

Das Interesse der Schüler drückte sich in vielen qualifizierten Fragen aus, auf die allesamt ausführlich eingegangen wurde. Vielleicht trägt eine solche Unterrichtseinheit dazu bei, dass sich Schüler in einem der beiden Vereine engagieren oder in anderer Form in der Entwicklungshilfe tätig werden. Zur Schulung von Demuth, und der Stärkung des Bewusstseins, dass der gelebte Wohlstand nicht selbstverständlich ist, wurde auf jeden Fall anschaulich vermittelt. lu