Brand in Fürth: Knapp an einer Katastrophe vorbei
Ein Feuer bricht in einer Fürther Inobhutnahmestelle für Kinder und Jugendliche aus. Alle 15 Bewohner schaffen es rechtzeitig aus dem Haus.
Nur um Haaresbreite ist Erlenbach am Montag an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Bei einem Brand in einer sozialen Einrichtung für Kinder und Jugendliche im Fürther Ortsteil wurde am späten Montagnachmittag ein Großeinsatz der Feuerwehr und des Rettungsdienstes ausgelöst (Wir haben darüber berichtet). Bei der sozialen Einrichtung handelt es sich um die „Horizont Kinder-, Jugend- und Familienhilfe GmbH“, eine Inobhutnahmestelle im Odenwald, in der Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 17 Jahren, die nicht in ihren Herkunftsfamilien verbleiben können, betreut werden.
Feuer im Erdgeschoss
Nach Informationen des stellvertretenden Gemeindebrandinspektors Markus Meißner war gegen 16.15 Uhr dort ein Brand in einem Zimmer ausgebrochen. Eine Couch hatte im Erdgeschoss Feuer gefangen. Die Ursache dafür ist bis jetzt noch nicht ermittelt. Die Experten des Polizeipräsidiums Südhessen mit Sitz in Darmstadt waren auch gestern noch auf Spurensuche, wie ein Sprecher gegenüber der Redaktion bestätigte. Zum Zeitpunkt des Eintreffens der Feuerwehr hätten alle anwesenden 15 Bewohner das Haus bereits eigenständig verlassen und wurden notärztlich wegen des Verdachtes auf Rauchgasvergiftungen untersucht. Verletzt wurde zum Glück niemand, wie sich später herausstellte.
Ein Lob richtete Meißner an die Betreuer der Einrichtung, „die dafür gesorgt hatten, dass alle Bewohner das Haus zügig verlassen konnten.“ Auch die Übergabe an die Wehr sei vorbildlich gewesen. So war schnell klar, dass sich keine weiteren Personen in dem Gebäude aufhielten. Somit waren die Einsatzkräfte voll auf das Löschen des Brandes fokussiert.
„Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindert und der Brand schnell unter Kontrolle gebracht werden“, heißt es in der Meldung der Polizei. Insgesamt war die Feuerwehr mit 50 Einsatzkräften ausgerückt, zehn Kräfte des Rettungsdienstes waren ebenfalls vor Ort. Mit den freiwilligen Wehren der Ortsteile Erlenbach, Linnenbach, Seidenbach, Krumbach, Steinbach und Fürth-Mitte wurde ein Großteil der Abteilungen der Feuerwehr der Gemeinde Fürth alarmiert. „Das sei bei dieser Lage immer so“, sagte Meißner. Sogar die Drehleiter der Feuerwehr Lindenfels wurde angefordert und war zügig vor Ort.
Nachlöscharbeiten in Fürth dauern länger
Wie ein Polizeisprecher gestern bestätigte, zogen sich die Nachlöscharbeiten ungewöhnlich lange hin. Bis in die Abendstunden waren die Kräfte im Einsatz. Verbindliche Aussagen zur Schadenshöhe konnten auch gestern noch nicht getroffen werden. Während des Einsatzes wurde der Bereich für den Durchgangsverkehr gesperrt. Kaum auszudenken, wenn das Feuer um sich gegriffen hätte und die Wehren nicht so schnell da gewesen wären.
Ob das Erdgeschoss noch bewohnbar ist, oder ob die dort lebenden Kinder, Jugendlichen und Betreuer nun vorübergehend ausquartiert werden müssen, dazu gab es von „Horizont“ auch auf mehrfache Nachfrage unserer Zeitung kein Statement.