„Fairteiler“ in Fürth und Rimbach - Lebensmittelretter ziehen positive Zwischenbilanz
Im Gespräch mit der WNOZ ziehen die Lebensmittelretter eine positive Zwischenbilanz über die Nutzung der Schränke in Fürth und Rimbach.
Fürth/Rimbach. Bei der Eröffnung im vergangenen Oktober nannte Bürgermeister Holger Schmitt den neu gebauten „Fairteiler“-Schrank in Rimbach „ein gesellschaftliches Experiment“; der Rathauschef machte sich damals trotz seiner Freude über die Einweihung Sorgen wegen Vandalismus oder Diebstählen, waren doch erst kurz zuvor Plastikkisten aus dem Fürther Lebensmittelschrank mitgenommen worden – unerlaubt.
Jetzt, ein knappes halbes Jahr später, fragt die WNOZ nach bei Gabriele Kuch; die „foodsaver“-Botschafterin ist zusammen mit Nicole Müller verantwortlich für das Lebensmittelrettungs-Projekt und schaut sowohl in Rimbach als auch in Fürth regelmäßig nach dem Rechten.
Sie ist mehr als zufrieden und erklärt: „Der Fairteiler in Rimbach wird sehr gut angenommen, und von Vandalismus gibt es keine Spur. Wir freuen uns, dass es so gut ankommt. So macht Foodsharing doch richtig Freude.“
Jeder darf kommen
Der Rimbacher „Fairteiler“ steht an der Alten Schule in der Kirchgasse 5. Der Fürther Schrank wurde im Frühjahr 2023 eingeweiht und befindet sich am Rondell bei der Bahnunterführung in der Fahrenbacher Straße 12 A.
Die Foodsharing-Gruppe kümmert sich um die Abholung gespendeter Lebensmittel, um das Füllen beziehungsweise Leeren der Schränke und ihre regelmäßige Reinigung.
Jeder darf sich daraus etwas nehmen, jeder darf auch etwas hineinstellen.
In den Schränken findet man Brot, Brötchen, Obst und Gemüse, Konserven und Trockenwaren wie Reis, Nudeln, Backmischungen oder Gewürze.
Fisch, Fleisch, Kühlware und zubereitete Speisen wie Pizza oder Torten sind mangels Kühlung dagegen nicht erlaubt, ebenso wie verdorbene Lebensmittel, Alkohol oder Sachen, bei denen das „Zu-verbrauchen“-Datum abgelaufen ist.
Unproblematisch sind intakte Waren mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum. Wer Obst und Gemüse verschenken will, wird gebeten, es vor dem Einlagern im Schrank auszupacken; gerade Salat und Brokkoli sind sonst schnell verdorben.
97 Abholer
Hintergrund der „Fairteiler“ ist, dass noch immer viele Lebensmittel, die an sich noch verwendbar wären, in der Biotonne landen. Doch hat man einen der Holzschränke in der Nähe, kann man nicht Gebrauchtes dorthin bringen, wo es von anderen noch genutzt werden kann. Und davon wird in den beiden Weschnitztalgemeinden rege Gebrauch gemacht.
Kuch bemerkt, dass sie in ihrer Gruppe beim Anbieter WhatsApp aktuell 97 „Abholer“ hat. Doch muss man nicht unbedingt zu einer solchen Gruppe gehören; es gibt auch zahlreiche Menschen, die einfach vorbeifahren oder -gehen, einen Blick in den Schrank werfen und dann entscheiden, ob sie etwas von den dort angebotenen Lebensmitteln mitnehmen möchten; die Schränke sind wetterfest und stabil, und so macht ihnen auch die ungemütliche Witterung im Winter nicht viel aus, zumal sie einigermaßen geschützt stehen. Entworfen und gebaut wurden sie von der Weinheimer Lern-Praxiswerkstatt von Job Central, die die Modelle stets weiterentwickelt.
Angesichts der großen Zahl „fester“ Interessenten ist Initiatorin Kuch begeistert: „Das nenne ich mal eine tolle Resonanz auf dieses tolle Projekt.“
Und auch in anderer Hinsicht läuft alles denkbar gut: Sowohl in Fürth als auch in Rimbach werde alles stets ordentlich hinterlassen, teilt Kuch mit und ist erleichtert. „Auch grüne Kisten wurden zur Zeit keine mehr entwendet.“
Weitere Informationen über die Lebensmittelretter findet man online auf www.foodsharing.de; hier kann man sich im WhatsApp-„Fairteiler“ anmelden und nimmt dann an einer Gruppe teil, die für Fürth und Rimbach gleichermaßen zuständig ist. Hier gibt es ebenfalls Informationen.