Die Gesundheitsversorgung vor Ort stärken
Bei der „Lokalen Gesundheitskonferenz“ des Kreises Bergstraße wird das Projekt „Hessen I Land I Medizin“ vorgestellt.
Bei der „Lokalen Gesundheitskonferenz“ unter Federführung der Ersten Kreisbeigeordneten und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz treffen sich regelmäßig verschiedene Vertreter des Gesundheitswesens aus dem Kreis Bergstraße mit Vertretern der Kreisverwaltung zum Austausch. Der Einladung der Ersten Kreisbeigeordneten zur 18. „Lokalen Gesundheitskonferenz“, die digital stattfand, sind erneut zahlreiche Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitssektors gefolgt – darunter Vertreter der Krankenkassen, Krankenhäuser, Ärztenetze, Hebammen oder auch der Kassenärztlichen Vereinigung Hessens, wie es in der Mitteilung aus dem Landratsamt heißt.
Ein Kooperationsprojekt
Nach der Begrüßung durch die Erste Kreisbeigeordnete informierten Dr. Linda Seeger und Anne Reitz über das Kooperationsprojekt der medizinführenden Universitäten in Hessen (Frankfurt, Marburg und Gießen) „Hessen | Land | Medizin“ (HeLaMed) – inklusive der Umsetzung der Landarztquote und der Quote für den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) in Hessen – welches vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration sowie dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert wird.
Das Projekt sieht vor, über eine spezielle Doppelvorabquote geeigneten Bewerbern einen Studienplatz der Humanmedizin, unabhängig von der Abiturnote, zu verschaffen. Eine Voraussetzung bildet die vertragliche Verpflichtung, sich nach erfolgreich absolviertem Studium für zehn Jahre in einem Gebiet mit besonderem öffentlichen Bedarf in den Fachrichtungen Kinder- und Jugendmedizin, Allgemeinmedizin oder dem öffentlichen Gesundheitswesen niederzulassen beziehungsweise ein Angestelltenverhältnis einzugehen. Im Kreis Bergstraße soll nächstes Jahr in den Kommunen des Netzwerks Ortsnahe Versorgung Ried (NORIE) hier eine Kooperation ermöglicht werden.
Versorgung in ländlichen Regionen
„Als Kreis tun wir, zum Beispiel über das NORIE- und auch das NOVO-Netzwerk, vieles, um die Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen vor Ort zu stärken. Medizinstudenten gezielt für eine Tätigkeit auf dem Land anzusprechen, stellt einen wichtigen Baustein dafür dar“, wird die Gesundheitsdezernentin in der Mitteilung aus dem Landratsamt zitiert.
Im Anschluss informierte Daniel Maas, Sachgebietsleiter des Teams „Flüchtlinge und Aussiedler“ des Kreises Bergstraße aus dem Zuständigkeitsbereich des Kreisbeigeordneten Matthias Schimpf, über die aktuelle Flüchtlingssituation im Kreis. Der Umgang mit Flüchtlingen sei dabei als Querschnittsthema zu betrachten, seien doch zahlreiche Bereiche wie etwa der Gesundheits- oder Bildungssektor betroffen. Nicht zu vernachlässigen sei daneben auch der Bedarf an Wohnraum für diese Personengruppen.
Prognostisch werden sich die Zahlen der dem Landkreis zugewiesenen Flüchtlingen weiter erhöhen. Im Anschluss an die beiden Redebeiträge stellten die Teilnehmer der Konferenz Fragen und berichteten von ihren Erfahrungen in der täglichen Arbeit. Auch deshalb sei die Konferenz ihrem Anspruch, die Teilnehmer zu vernetzen und zu informieren, gerecht geworden, heißt es abschließend in der Mitteilung. Im Frühjahr des kommenden Jahres soll die nächste „Lokale Gesundheitskonferenz“ des Kreises Bergstraße stattfinden.