Drei Bands packen für den Unverpackt-Laden ihre Instrumente aus
In Rimbach kommen die Generationen zusammen – auf und vor der Bühne. Nächste Aktion der „Retterbande“ am Samstag. Das ist der Hintergrund.
Am frühen Freitagabend füllte sich die Gaststätte „Krumm Stubb“ mit Menschen aller Generationen, um dem Benefizkonzert für den Rimbacher Unverpacktladen beizuwohnen. Ganz junge Musiker spielten dabei zusammen mit etablierten Szenegrößen ein fulminantes Konzert.
Da zwei Gesellschafterinnen aus privaten Gründen aus der GbR des Unverpacktladens ausgestiegen waren, war der Existenzgründungskredit gekündigt worden. Daraufhin gründeten innerhalb weniger Tage Stammkunden, Freunde und Familienmitglieder die „Retterbande“, welche Ladeninhaberin Susanne Scheller beim Erhalt des Geschäfts unterstützt. „Schließlich ist der Unverpacktladen für viele nicht nur ein Ort für bewussteren und nachhaltigeren Konsum, sondern auch ein zukunftsweisendes Herzensprojekt“, wie die Retterbande schreibt.
Am Freitagabend fand nun als eine der ersten größeren Aktionen das Benefizkonzert statt, welches der Rimbacher Musiker Thorsten Diehm organisierte. Mitglieder der Retterbande dekorierten den Raum und boten selbst gemachte Weihnachtsleckereien an. Als besonders gelungen empfanden alle Beteiligten das Zusammenkommen von Menschen aller Generationen – auf und vor der Bühne.
So hatte Diehm zwei Newcomerbands engagiert, die aber bereits selbstsicher wie „alte Hasen“ agierten und das Publikum begeisterten. Maybe Tuesday von der Jugendmusikschule Rimbach fungierte als Opener. Bemerkenswert ist das ausgefeilte und eingängige eigene Songmaterial, welches zumeist von Sängerin Carlotta Fraas komponiert wird. Fraas gefühlvolle Stimme und ihr Ukulelespiel prägen den Sound des Quartetts, welches durch die Brüder Oscar (Keyboards) und Hugo Prettin (Gitarre, Gesang) sowie den neuen Schlagzeuger Linus Böhnel komplementiert wird.
Sonderapplaus gab es für die mehrstimmigen Gesangseinlagen von Carlotta Fraas und Oscar Prettin und das Publikum entließ die junge Band (Durchschnittsalter 16 Jahre) erst nach lautstarken Zugabe-Rufen.
Die zweite Band des Abends war von Altersschnitt zwar noch etwas jünger, mit über zehn Konzerten allein in diesem Schuljahr ist die „School of Rock“ von der Eugen-Bachmann-Schule (EBS) Wald-Michelbach allerdings bereits ein Dauerbrenner auf den Bühnen der Region. Für einen kurzen Moment stand der Auftritt der EBS-Schulband auf der Kippe, da mehrere Bandmitglieder erkrankt waren. Aber nach einem kurzen Telefonat fand sich mit Benjamin Arnold der frühere Bassist spontan als Aushilfe ein und die verbliebenen Musiker stellten die Arrangements so um, das man spielbereit war.
Es sollte sich lohnen: Bereits ab dem ersten Lied hatten die verbliebenen Sängerinnen Lucy Rohr und Alena Bodach das Publikum mit ihrer Performance fest im Griff. Die etwas dezimierte Rhythmusgruppe mit Drummer Tom Kudlatscheck, Benjamin Arnold (Bass) und Musiklehrer Thorsten Diehm an der E-Gitarre rockten dahinter was das Zeug hielt und schon nach wenigen Takten tanzten die Menschen vor der Bühne.
Ein Überraschungsgast
Die jungen Wilden machten ihrem Bandnamen alle Ehre und zelebrierten über eine Stunde lang Songs von AC/DC über die Beatles bis hin zu den Sportfreunden Stiller. Mit der Zugabe „We Will Rock You“ von Queen verabschiedeten sich die Jugendlichen vom begeisterten Rimbacher Publikum.
Mittlerweile hatte sich die Rimbacher Sängerin Mariama Jobe, bekannt durch ihre Filmrolle bei den „Drei Ausrufezeichen“, eingefunden und man beschloss, spontan noch einige weitere Zugaben mit Musikern aller Bands zusammen zu geben. Kudlatscheck und Diehm von School of Rock sowie Bassist Philipp Zeiß von „Neil & The Slowpokes“ begleiteten Jobe bei einer spontanen Session als „Die Unverpackt-Band“ bei drei weiteren Liedern, bei denen Jobe das Publikum mit ihrer Stimme und Ausstrahlung in ihren Bann zog.
Den würdigen Schlusspunkt des Abends setzte das Lindenfelser Duo „Neil & The Slowpokes“ mit der Musik des großen kanadischen Songwriters Neil Young. Torsten Gehrisch, der „Neil“ der Band, spielt seit den 90er-Jahren die Musik des Kanadiers und legt dabei eine enorm hohe Authentizität in seiner Interpretation von Neils Youngs Gesang, Gitarren- und Mundharmonikaspiel an den Tag. Als sein kongenialer Partner fungiert der Lindenfelser Multiinstrumentalist Philipp Zeiß an Lap Steel Guitar, Bass und Gitarre.
Zeiß verfeinert den Klang der auf seinem Schoß liegenden Lap Steel durch den stilvollen Einsatz von Effekten, womit er Klangbilder erzeugt, die nach den endlosen Highways des amerikanischen Westens klingen. So war es nicht weiter verwunderlich, dass die Lindenfelser erst nach mehreren Zugaben weit nach Mitternacht von der Bühne entlassen wurden.
„Für Veranstalter, Publikum und Musiker war der Abend ein voller Erfolg“, resümiert die Retterbande.
Als nächste Aktion steht der Weihnachtsmarkt im Hof des Unverpacktladens in der Rimbacher Gymnasiumstraße am Samstag, 16. Dezember, ab 12 Uhr mit Glühwein, Eintopf und Musik an.
Die „School of Rock“ setzt ihr Tournee mit Auftritten beim EBS-Musical am 14. und 15. Dezember sowie beim Tag der offenen Tür der EBS am 27. Januar in Wald-Michelbach fort. Als weitere gemeinsame Konzerte mit Maybe Tuesday sind bereits der 1. März beim Schulbandfestival des BGZ Wald-Michelbach sowie der 30. April bei der „Callas“-Familienfeier in den Mai auf der Mörlenbacher Grillhütte terminiert.