Mörlenbach

Genießen im Zeichen der Freundschaft in Mörlenbach

Unterschiedliche Akteure transportieren bei der Fête de la musique auf dem Mörlenbacher Rathausplatz französisches Lebensgefühl – Nur die Franzosen fehlen.

Musik, Wein und jede Menge gute Gespräche: Mörlenbach stand einen Nachmittag und Abend lang ganz im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft. Zum zweiten Mal feierte man in der Weschnitztalgemeinde die „Fête de la musique“ und holte damit das französische Lebensgefühl auf den Rathausplatz.

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Mit Wein, Käse und Baguette hatten die Aktiven des Partnerschaftsvereins Mörlenbach (PaMö) für den entsprechenden Gaumenschmaus gesorgt, mit einem Verkauf französischer Bücher wollten die Ehrenamtlichen den Austausch über das Nachbarland ankurbeln. „Toll, wie viel heute los ist und dass unser Fest in seiner zweiten Auflage so gut ankommt“, zeigte sich Ellen Förster überwältigt. Die Zweite Vorsitzende des PaMö wusste von mittlerweile 50 Mitgliedern zu berichten, unzählige Helfer hatten zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Über den Tag verteilt schlenderten so mehrere Hundert Menschen aus Mörlenbach und der näheren Umgebung durch die Gemeinde. Nur aus Frankreich fehlte der Besuch. Der Austausch mit der Partnergemeinde Gondreville, er gestalte sich momentan schleppend. Doch daran wolle man arbeiten. „Das Problem ist, dass die Partnerschaft in Frankreich von der Verwaltung organisiert wird“, erklärte Förster. Sei man in Mörlenbach vom Rathaus unabhängig, würde sich also auch bei Bürgermeisterwechseln nichts an den Strukturen ändern, müsse man mit den französischen Freunden bei einem Amtswechsel immer wieder von vorne beginnen.

Vielleicht eine Briefmarke

Aber im Weschnitztal ist man geduldig, möchte demnächst wieder einen Anlauf wagen. Die „Fête de la musique“ soll dabei als „Türöffner“ dienen. „Die Veranstaltung ist nun etabliert. Wir haben vor, sie jedes Jahr zu veranstalten, und können die französischen Freunde also schon fürs kommende Jahr einladen“, so Förster weiter, die mit dem Verein noch viele Aktionen zur Pflege der Freundschaft plant. Denn das sei auch heute noch enorm wichtig.

Deutschland und Frankreich verbindet schließlich eine wechselvolle gemeinsame Geschichte. Als Partner sehen sie sich in besonderer Verantwortung für die Zukunft Europas. 1963 mit dem Élysée-Vertrag besiegelt, ist es an den Menschen, diese besondere Beziehung am Leben zu halten. Im MalOrt hatte man daher beschlossen, die Ideologie auf die Leinwand zu bringen. Ein Gemeinschaftsbild entstand dort während des Festes auf dem Rathausplatz. „Über 30 Menschen haben sich beteiligt, die einen Meter hohe und 1,40 Meter breite Leinwand soll noch gerahmt werden und von dem Verein der Partnerschaftspflege den Vertretern aus Gondreville überreicht werden“, erklärte Organisatorin Mandy Berns-Baltz. Neben bunten Pinseln gab es bei ihr Kaffee und Kuchen, und Eis. „Besonders der Eiskaffee kommt bei den Temperaturen gut an“, so die Künstlerin. Wenn alles klappt, dann wird das Motiv sogar auf Briefmarken gedruckt. Hier sei man gerade in der Absprache und Organisation.

Doch natürlich sollte die Musik beim Fest nicht zu kurz kommen. Berns-Baltz hatte Freunde der Familie aus Heidelberg zu Besuch, die den Nachmittag musikalisch versüßten. Auch sonst war auf dem Platz einiges geboten, fünf Stunden lang gaben sich mehrere Gruppierungen, Musiker und Bands die Ehre. „Wir freuen uns wirklich sehr, dass das alles so gut angenommen wurde“, zieht Ellen Förster ihr Fazit.

Dass die Menschen den Nachmittag in lockerem Rahmen genossen, sich einfach treiben ließen, das sei etwas ganz Besonderes. Und das wolle man sich in Mörlenbach definitiv konservieren. „Definitiv eine Atmosphäre, die sich unsere Freunde aus Lothringen nicht entgehen lassen sollten“, so Förster.