Fürth

Gut unterwegs für den Körper, die Umwelt und das Klima

Die Gemeinde Fürth zieht Bilanz der dreiwöchigen Aktion Stadtradeln und ehrt drei Teilnehmer. Bürgermeister Oehlenschläger erklärt, warum Fürth auch 2024 wieder dabeisein wird.

Mit dem Fahrrad zur Ehrung: (von links) Hans-Dieter Trillig, Levi Lahann, Bürgermeister Volker Oehlenschläger und Oliver Horneff. Foto: Katrin Oeldorf
Mit dem Fahrrad zur Ehrung: (von links) Hans-Dieter Trillig, Levi Lahann, Bürgermeister Volker Oehlenschläger und Oliver Horneff.

132 Teilnehmer in 14 Teams sind 28 080 Kilometer gefahren. Das ist die Bilanz der Gemeinde Fürth nach der dreiwöchigen Aktion Stadtradeln. Damit haben die Fürther – rein theoretisch – rund fünf Tonnen Kohlendioxid weniger in die Atmosphäre geblasen, als wenn sie die analoge Strecke mit dem Auto zurückgelegt hätten. Das ist allerdings die abstrakte Seite dieser Aktion des Netzwerks Klima-Bündnis, die seit 2008 jährlich stattfindet. Denn diese CO2-Einsparung wäre natürlich nur real, wenn tatsächlich alle registrierten Kilometer mit dem Fahrrad eine Fahrt mit einem Verbrenner ersetzt hätten.

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Aber Stadtradeln hat noch eine andere Seite: Es soll die Bedeutung des Fahrrades als Verkehrsmittel ins Bewusstsein rufen. „Die Aktion inspiriert dazu, das Auto auch einmal stehen zu lassen“, sagt Fürths Bürgermeister Volker Oehlenschläger. Er selbst ist ein Beispiel dafür: Bis zum Beginn der drei Stadtradeln-Wochen sei er in diesem Jahr eher selten mit dem Rad zur Arbeit gefahren, seitdem aber regelmäßig. Sogar zu einem beruflichen Termin in Mörlenbach ist Oehlenschläger mit dem „Drahtesel“ gefahren.

Einer fährt 1600 Kilometer

Ein gutes Beispiel für den Sinn dieser Aktion. Aber tatsächlich gehen natürlich ebenso Kilometer in die Wertung ein, die in der Freizeit zurückgelegt werden. Das konterkariert den Grundgedanken von Stadtradeln allerdings nicht, denn schließlich soll auch die Freude am Radfahren vermittelt und dazu animiert werden, diese gesundheitsfördernde und umweltschonende Art der Fortbewegung öfter zu wählen. Aus dieser Sicht haben die drei Wochen in Fürth ihren Sinn erfüllt, ist sich der Bürgermeister sicher. Deshalb, kündigt er an, wird die Gemeinde auch 2024 wieder teilnehmen – dann zum sechsten Mal.

Jetzt galt es aber erst einmal, die Aktion 2023 abzuschließen und drei Teilnehmer zu ehren: Oliver Horneff, Hans-Dieter Trillig und Levi Lahann. Horneff ist der Teilnehmer mit den meisten gefahrenen Kilometern: Stolze 1600 hat er in den drei Aktionswochen gesammelt. Der Name des Teams, für das er angemeldet war, ist dabei Programm: Viele Grüne Kilometer. Hans-Dieter Trillig war der älteste Teilnehmer. Mit seinen 82 Jahren hat er immerhin 467 Kilometer für das Team SV/DJK Fürth gesammelt. Gerade einmal vier Jahre alt ist Levi Lahann – und damit der jüngste Teilnehmer. Einen Titel, den er bereits 2022 innehatte. 30 Kilometer fuhr er dieses Jahr für die Ellenbiker.

Urkunden und Fürther Taler gab es für das Trio, das passenderweise jeweils mit dem Fahrrad zur Ehrung ans Rathaus gekommen war. Da wollte auch Oehlenschläger nicht passen und holte auch sein Fahrrad aus dem Unterstand am Rathaus. Denn auch an diesem Tag war er damit zur Arbeit gekommen.

Radwegenetz schließen

Nicht nur den Gemeindemitarbeitern soll es in Fürth auf unterschiedliche Weise erleichtert werden, mit dem Rad ans Rathaus zu kommen. Auch darüber hinaus ist es laut Oehlenschläger ein Anliegen, diese Art der Fortbewegung zu unterstützen. So hat die Gemeinde beispielsweise am Bahnhof fünf Fahrradboxen installiert, die angemietet werden können. Darin ist das Bike geschützt, während sein Besitzer mit dem Zug pendelt.

Ein Thema in diesem Zusammenhang sind naturgemäß auch die Fahrradwege. Oliver Horneff kann da aus Erfahrung sprechen: „Deren Pflege lässt bei uns sehr zu wünschen übrig“, sagt er und meint damit die gesamte nähere Region. Der Mann mit den meisten gefahrenen Kilometern beim Fürther Stadtradeln berichtet von Scherben und anderen Hindernissen, die das Fahr(rad)vergnügen beeinträchtigen.

An einigen Stellen ist das Wegenetz löchrig. Das weiß auch Oehlenschläger, der in diesem Kontext vier „Baustellen“ im Umfeld der Gemeinde aufzählt – mit unterschiedlichem Stand. Ein Fahrradweg zum Gumpener Kreuz befindet sich in der konkreten Planungsphase. Damit wäre eine Lücke in den Odenwald hinein geschlossen. Eine solche gibt es auch in Richtung Wegscheide. Hier allerdings, konkret zwischen Brombach und Weschnitz, stagnieren die Planungen, für die Hessen Mobil zuständig ist, wie Oehlenschläger berichtet.

Grundstücksverhandlungen

Für die Radverbindung zwischen Ellenbach und Eulsbach laufen auf Lindenfelser Seite noch Grundstücksverhandlungen, informiert der Fürther Bürgermeister. Ebenfalls in der Verhandlungsphase mit Grundbesitzern steckt das Vorhaben, einen Radweg zur Guldenklingerhöhe zu bauen, der das obere Weschnitztal mit Heppenheim verbinden würde.

Bilanz Stadtradeln 2023 in Fürth

Teilnehmer: 132 (2022: 142)

Teams: 14 (16)

Kilometer: 28 080 (28 293)

Kilometer pro Kopf: 212,73

Meiste Kilometer: Oliver Horneff (1600)

Ältester Teilnehmer: Hans-Dieter Trillig (Jahrgang 1941)

Jüngster Teilnehmer: Levi Lahann (Jahrgang 2018)

Beste Gruppe: Ellenbiker, 3798 Kilometer

Bester Verein: SV/DJK Fürth, 3564 Kilometer

Beste Partei/politische Gruppierung: Freie Wähler Fürth, 2928 Kilometer

Bestes Unternehmen: Kita Schwalbennest, 3545 Kilometer

Beste Familie: Bembl Flitzer, 1769 Kilometer