Fastnacht (mit Bilderstrecke)

Karnevalclub verzaubert bei Eröffnung der OKACLU-Prunksitzungen in Abtsteinach

Fastnacht: Sieben Mal verzaubern die Aktiven des OKACLU ihr Publikum bei den Prunksitzungen im Jugendheim. Vier Stunden Programm voller Magie und Liebe zum Detail.

Hexen, Feen und Zauberer – das Motto „Der OKACLU im mystischen Reich der Magie“ hatten sich die Narren schon bei der Eröffnung zu Herzen genommen. Auch wenn die OKACLU-Butler als Kobolde den Goldtopf gegen die Sonnenbrille tauschten. Foto: Fritz Kopetzky
Hexen, Feen und Zauberer – das Motto „Der OKACLU im mystischen Reich der Magie“ hatten sich die Narren schon bei der Eröffnung zu Herzen genommen. Auch wenn die OKACLU-Butler als Kobolde den Goldtopf gegen die Sonnenbrille tauschten.

Ober-Abtsteinach. Illusionisten im Frack, die ihre reizende Assistentin in einen Schrank stecken und mit ihren Spazierstöcken löchern, nur um dann auf den letzten Metern ihren eigenen Zaubertrick platzen zu lassen. Irische Kobolde, die den Goldtopf abstellen und die Hüllen fallen lassen. Hexen, Feen und eine Schar tanzender Gandalfs – direkt zur Eröffnung der OKACLU-Prunksitzungen gaben sich magisches Volk verschiedenster Art auf der Bühne im Jugendheim ein Stelldichein. Schließlich lautet das Motto der laufenden Kampagne: „Der OKACLU im mystischen Reich der Magie“. Was folgte, war eine knapp vierstündige Show, bei der die Aktiven an sieben ausverkauften Abenden und vor über 600 Zuschauern im Livestream ein Fastnachtsprogramm vom Feinsten boten.

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Foto: Fritz Kopetzky
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Einen einzelnen Höhepunkt zu bestimmen, scheint bei herrlich bissigen Bütten mit cleverem Wortwitz, spektakulären Showtänzen und so viel Liebe zum Detail schier unmöglich. Den ersten Applaus des Abends ernteten die Aktiven bereits, ohne dass jemand auf der Bühne stand. Denn beim Bühnenbild hatte sich das Kulissenteam in typischer OKACLU-Manier richtig ins Zeug gelegt und das närrische Treiben just in ein magisches Studierzimmer verlegt. In den Regalen stapelten sich Bücher, alchemistische Apparate und Spinnweben, umrahmt von alten Bildern. Und über allem thronte mit ernstem Blick das amtierende Prinzenpaar „Prinz Dominik I. vom Schützenhof zur Hardbergquelle“ und seine Lieblichkeit Prinzessin Lea I.

Viele Tricks im Ärmel

Präsident Dr. Claudius Disam führte die Gäste im prachtvollen goldenen Anzug gekonnt und charmant durch die Narretei – natürlich nicht, ohne selbst den einen oder anderen Zaubertrick einzustreuen. Auch Julius und Maximilian Hintenlang wollten ihr magisches Geschick unter Beweis stellen. Assistent Julius hatte nämlich in Eigenregie einige Kunststücke vorbereitet, die er allerdings in komödiantischer Manier mehr schlecht als recht vorführte. So enthüllte er durch eine ungeschickte Bewegung den vermeintlichen Schwebezauber. Auch die Rache an dem vor Überlegenheitsgefühl strotzenden Bruder wollte nicht ganz gelingen: Denn dieser ließ kurzerhand das Wasser, das er in einem Streich über dem Kopf auskippen sollte, einfach selbst verschwinden.

Als Siegfried und Joy verschnitt: Max Hintenlang und Julius Hintenlang. Foto: Fritz Kopetzky
Als Siegfried und Joy verschnitt: Max Hintenlang und Julius Hintenlang.

Ebenso verzauberten die Tanzgruppen des OKACLU das Publikum: Die „Dreamgirls“ verwandelten sich in träumerisch-ätherische Feen mit farbig-leuchtenden Schleierflügeln. „No Limit“ brachte vom Roman „Krabat“ inspirierte, kunstvolle Rabenkostüme und einen Hauch schwarzer Magie ins Jugendheim. Zu einem choreografischen Schneesturm rund um die Eiskönigin wurde die OKACLU-Garde, und das Showballett fasste die gesamte Geschichte der „Harry Potter“-Reihe in einem fulminanten Showtanz zusammen.

„OKACLU-Lehrer“ Sascha Bassauer zog das Philosophieren rund um das Thema Glück dem Zaubern vor. Aber hätte der Schüler seinen Energydrink gegen den Glückszaubertrank aus den „Harry Potter“-Büchern getauscht, wäre das Getränke-Malheur, dem der Laptop des Lehrers zum Opfer gefallen ist, auch nicht passiert. Weitere Anekdoten über die Rauch- beziehungsweise Dampfgewohnheiten der Schüler, neue Tattoo-Vorlieben und den Traum vom Stewardessen-Dasein sorgten für weiteres herzliches Lachen aus dem Publikum.

Tücken der Ehe

Sein Büttdebüt feierte der Hausmeister Tobias Kohl, der sich mit dem Präsidenten einen bissigen Schlagabtausch lieferte. Neben einigen Seitenhieben auf die Ehe beschäftigte ihn vor allem eins: das Handwerk. Das sei unterschätzt: Heutzutage mache jeder Abitur, und in ein paar Jahren müssten die Akademiker dann sechs Monate auf ihren 70-jährigen Handwerker warten. Erotikfilmchen würden da ein ganz falsches Bild von der Verfügbarkeit von Handwerkern vermitteln.

Ihren Ehekrieg auf die Bühne brachten Theresa Disam und Otto Rettig als Schlagerstars Cindy und Roman – etablierte Musiker, die schon reichlich Erfahrung bei Firmenjubiläen und Baumarkteröffnungen sammeln konnten. Ihrer Frustration machten die Schlagerstars mit der branchentypischen Föhnfrisur lautstark Luft. Nach einigem Hin und Her taten die beiden dann das, wofür sie engagiert wurden: Singen, und zwar ihren Hit „Hätt’ ich doch ‚Nein‘ gesagt“.

Aber auch in Freundesgruppen ist es manchmal nicht ganz klar, ob sie sich lieben oder doch hassen. Zu beobachten war dieses Phänomen bei den „Stoanischer Dorftratschen“. Denn in diesem Jahr besuchten sie eine Lesung und verteilten dabei gegenseitig reichlich Seitenhiebe: Während die eine eher an ihrem „Vanille Vodka Valium Latte“ interessiert war, war die andere auf Männersuche – was ab einem gewissen Alter gar nicht so einfach sei, wenn die Knutschflecke vom Langzeit-EKG kämen und Datingportale eher ans Schrottwichteln erinnerten. Immerhin: Der griechische Autor, der Auszüge aus seinen neuesten Werken zum Besten geben wollte, schien Interesse zu haben.

Liebe schlägt den Teufel

Für den Sketch nach der Pause tauschte Blaublüter Dominik just die Krone gegen eine Kochmütze und schlüpfte in die Rolle des königlichen Kochs. Mit verschiedenen Songschnipseln erzählte das Ensemble die Geschichte des Magierkönigs, der seine Tochter nicht wie versprochen dem Teufel ausliefern will.. Die letzte Chance: ein „Stärker als der Teufel“-Trank.

Der Teufel will, was man ihm versprach: die Tochter des Magierkönigs. Foto: Fritz Kopetzky
Der Teufel will, was man ihm versprach: die Tochter des Magierkönigs.

Die Zutaten zusammenzutragen, stellte sich aber als gar nicht so einfach heraus. Wo sollen denn so seltene Zutaten wie Beamtenschweiß nur herkommen? Eine illustre Runde versammelt sich daraufhin: Ein Siegfried-und-Roy-Verschnitt stiftet die Schnurrhaare eines weißen Tigers, die Aerobic-Hexen geben in ihrem Sportfieber glatt den Lebkuchen ab, und Monsterjäger Van Helsing in beeindruckend detaillierter Kluft hatte frisch gefangene Zutaten – inklusive derer von der Quelle – im Gepäck. Am Ende war es allerdings die Liebe des Kochs, die Prinzessin vor einem Dasein in der Hölle rettete.

Ein letztes Mal Philipp und Sepp

Ein letztes Mal gaben sich die Stoanischer Originale „de Philipp und de Sepp“ die Ehre auf der OKACLU-Bühne, bevor sie in den wohlverdienten Fastnachts-Ruhestand gehen würden. Und das natürlich nicht ohne Zugabe. Im Koffer hatten sie die besten Hits aus ihrer jahrzehntelangen Bühnenkarriere, die stets von der entsprechenden Kopfbedeckung begleitet wurden. Spätestens als sie die Hymne „No, mer gehn net hoam“ zum Finale anstimmten, schmetterte auch das Publikum aus vollem Hals mit.

Das Duo Philipp und Sepp gab sich in diesem Jahr das letzte Mal vor dem Fasnachtsruhestand die Ehre. Foto: Fritz Kopetzky
Das Duo Philipp und Sepp gab sich in diesem Jahr das letzte Mal vor dem Fasnachtsruhestand die Ehre.