Karnevalclub verzaubert bei Eröffnung der OKACLU-Prunksitzungen in Abtsteinach
Fastnacht: Sieben Mal verzaubern die Aktiven des OKACLU ihr Publikum bei den Prunksitzungen im Jugendheim. Vier Stunden Programm voller Magie und Liebe zum Detail.
Ober-Abtsteinach. Illusionisten im Frack, die ihre reizende Assistentin in einen Schrank stecken und mit ihren Spazierstöcken löchern, nur um dann auf den letzten Metern ihren eigenen Zaubertrick platzen zu lassen. Irische Kobolde, die den Goldtopf abstellen und die Hüllen fallen lassen. Hexen, Feen und eine Schar tanzender Gandalfs – direkt zur Eröffnung der OKACLU-Prunksitzungen gaben sich magisches Volk verschiedenster Art auf der Bühne im Jugendheim ein Stelldichein. Schließlich lautet das Motto der laufenden Kampagne: „Der OKACLU im mystischen Reich der Magie“. Was folgte, war eine knapp vierstündige Show, bei der die Aktiven an sieben ausverkauften Abenden und vor über 600 Zuschauern im Livestream ein Fastnachtsprogramm vom Feinsten boten.
Einen einzelnen Höhepunkt zu bestimmen, scheint bei herrlich bissigen Bütten mit cleverem Wortwitz, spektakulären Showtänzen und so viel Liebe zum Detail schier unmöglich. Den ersten Applaus des Abends ernteten die Aktiven bereits, ohne dass jemand auf der Bühne stand. Denn beim Bühnenbild hatte sich das Kulissenteam in typischer OKACLU-Manier richtig ins Zeug gelegt und das närrische Treiben just in ein magisches Studierzimmer verlegt. In den Regalen stapelten sich Bücher, alchemistische Apparate und Spinnweben, umrahmt von alten Bildern. Und über allem thronte mit ernstem Blick das amtierende Prinzenpaar „Prinz Dominik I. vom Schützenhof zur Hardbergquelle“ und seine Lieblichkeit Prinzessin Lea I.
Viele Tricks im Ärmel
Präsident Dr. Claudius Disam führte die Gäste im prachtvollen goldenen Anzug gekonnt und charmant durch die Narretei – natürlich nicht, ohne selbst den einen oder anderen Zaubertrick einzustreuen. Auch Julius und Maximilian Hintenlang wollten ihr magisches Geschick unter Beweis stellen. Assistent Julius hatte nämlich in Eigenregie einige Kunststücke vorbereitet, die er allerdings in komödiantischer Manier mehr schlecht als recht vorführte. So enthüllte er durch eine ungeschickte Bewegung den vermeintlichen Schwebezauber. Auch die Rache an dem vor Überlegenheitsgefühl strotzenden Bruder wollte nicht ganz gelingen: Denn dieser ließ kurzerhand das Wasser, das er in einem Streich über dem Kopf auskippen sollte, einfach selbst verschwinden.
Mitwirkende
Eröffnung Hexen: Melanie Dietz, Grit Dorweiß, Cathrin Dylla, Jolanta Groß, Brigitte Hintenlang, Sylvia Horwath, Anett Oberle, Daniela Trenkwald.
Eröffnung Komitee: Pablo Giullen Malagon, Axel Conrad, Dr. Bernd Disam, Alexander Gärtner, Bernd Oberle, Stefan Arnold, Otto Rettig, Chiara Rothmüller.
Eröffnung Butler: Robin Beckenbach, Linus Maier, David Gölz, Felix Pfeiffer, Tom Beckenbach, Felix Trenkwald, Christoph Sperker.
Eröffnung Tinkerbell: Lea Arnold, Sophie Arnold, Linda Arnold, Marie Arnold, Luisa Knapp, Vanessa Oberle, Julia Oberle, Carolin Oehlschläger, Justine Hintenlang, Alicia Getto.
Dream Girls: Britta Wetzel, Meike Brabez, Jennifer Rubio- Sanchez, Nicole Hintenlang, Theresa Disam.
No Limit: Marielena Funke, Nicola Hammerstein, Luisa Knapp, Carolin Oehlschläger.
Prinzengarde: Hanna Fastner, Anna Köhl, Amy Ziener, Julina Kohl, Aylia Sahin, Sina Pfeiffer, Marie Oberle, Stella Hintenlang, Linn Rohr, Lena Marsch, Laura Marsch, Lilly Marsch, Bella Schork, Mia Mykitiuk, Leni Weber; Choreographie: Sabrina Stein.
Showballett: Laura Arnold, Lea Arnold, Linda Arnold, Marie Arnold, Sophie Arnold, Franziska Böddicker, Rebecca Ehrhardt, Marielena Funke, Celine Gräber, Michelle Kahlig, Julia Oberle, Vanessa Oberle, Chiara Rothmüller, Sarah Schuster, Christoph Sperker, Anni Sowa, Felix Trenkwald, Laura Trenkwald, Celina Wetzel; Choreographie: Sabrina Stein.
Bütt Lehrer und Schüler: Sascha Bassauer und Tom Beckenbach.
Stoanischer Dorftratschen: Catherine Becker, Kathrin Lammer, Justine Hintenlang, Theresa Disam.
Philipp und Sepp: Bernd Oberle und Stefan Arnold.
Bütt Hausmeister: Tobias Kohl.
Bütt Cindy und Roman: Theresa Disam und Otto Rettig.
Bütt Ehrlich Brothers: Max Hintenlang und Julius Hintenlang.
Sketch: Marion Guillen, Alexander Gärtner, Dennis Schäfer, Tobias Kohl, Steffen Knapp, Maximilian Disam, Florian Bergfeld, Luisa Knapp, Jenny Rubio Sanchez, Alexander Kohl, Catherine Becker, Brittas Wetzel, Axel Conrad, Dr. Bernd Disam, Meike Brabez, Lea Arnol, Dominik Schütz, Tobias Kohl; Text und Regie: Theresa Disam und Otto Rettig.
Choreographie Tänze: Laura Trenkwald und Jennifer Rubio Sanchez.
Moderation und Regie: Präsident Dr. Claudius Disam.
Kapellmeister: Theo Kohl.
Technik: Dennis Montag, Christian Birn, Christopher Schmitt, David Gölz, David Hintenlang, Gerhard Berbner, Tim Möller.
Ebenso verzauberten die Tanzgruppen des OKACLU das Publikum: Die „Dreamgirls“ verwandelten sich in träumerisch-ätherische Feen mit farbig-leuchtenden Schleierflügeln. „No Limit“ brachte vom Roman „Krabat“ inspirierte, kunstvolle Rabenkostüme und einen Hauch schwarzer Magie ins Jugendheim. Zu einem choreografischen Schneesturm rund um die Eiskönigin wurde die OKACLU-Garde, und das Showballett fasste die gesamte Geschichte der „Harry Potter“-Reihe in einem fulminanten Showtanz zusammen.
„OKACLU-Lehrer“ Sascha Bassauer zog das Philosophieren rund um das Thema Glück dem Zaubern vor. Aber hätte der Schüler seinen Energydrink gegen den Glückszaubertrank aus den „Harry Potter“-Büchern getauscht, wäre das Getränke-Malheur, dem der Laptop des Lehrers zum Opfer gefallen ist, auch nicht passiert. Weitere Anekdoten über die Rauch- beziehungsweise Dampfgewohnheiten der Schüler, neue Tattoo-Vorlieben und den Traum vom Stewardessen-Dasein sorgten für weiteres herzliches Lachen aus dem Publikum.
Tücken der Ehe
Sein Büttdebüt feierte der Hausmeister Tobias Kohl, der sich mit dem Präsidenten einen bissigen Schlagabtausch lieferte. Neben einigen Seitenhieben auf die Ehe beschäftigte ihn vor allem eins: das Handwerk. Das sei unterschätzt: Heutzutage mache jeder Abitur, und in ein paar Jahren müssten die Akademiker dann sechs Monate auf ihren 70-jährigen Handwerker warten. Erotikfilmchen würden da ein ganz falsches Bild von der Verfügbarkeit von Handwerkern vermitteln.
Ihren Ehekrieg auf die Bühne brachten Theresa Disam und Otto Rettig als Schlagerstars Cindy und Roman – etablierte Musiker, die schon reichlich Erfahrung bei Firmenjubiläen und Baumarkteröffnungen sammeln konnten. Ihrer Frustration machten die Schlagerstars mit der branchentypischen Föhnfrisur lautstark Luft. Nach einigem Hin und Her taten die beiden dann das, wofür sie engagiert wurden: Singen, und zwar ihren Hit „Hätt’ ich doch ‚Nein‘ gesagt“.
Aber auch in Freundesgruppen ist es manchmal nicht ganz klar, ob sie sich lieben oder doch hassen. Zu beobachten war dieses Phänomen bei den „Stoanischer Dorftratschen“. Denn in diesem Jahr besuchten sie eine Lesung und verteilten dabei gegenseitig reichlich Seitenhiebe: Während die eine eher an ihrem „Vanille Vodka Valium Latte“ interessiert war, war die andere auf Männersuche – was ab einem gewissen Alter gar nicht so einfach sei, wenn die Knutschflecke vom Langzeit-EKG kämen und Datingportale eher ans Schrottwichteln erinnerten. Immerhin: Der griechische Autor, der Auszüge aus seinen neuesten Werken zum Besten geben wollte, schien Interesse zu haben.
Liebe schlägt den Teufel
Für den Sketch nach der Pause tauschte Blaublüter Dominik just die Krone gegen eine Kochmütze und schlüpfte in die Rolle des königlichen Kochs. Mit verschiedenen Songschnipseln erzählte das Ensemble die Geschichte des Magierkönigs, der seine Tochter nicht wie versprochen dem Teufel ausliefern will.. Die letzte Chance: ein „Stärker als der Teufel“-Trank.
Die Zutaten zusammenzutragen, stellte sich aber als gar nicht so einfach heraus. Wo sollen denn so seltene Zutaten wie Beamtenschweiß nur herkommen? Eine illustre Runde versammelt sich daraufhin: Ein Siegfried-und-Roy-Verschnitt stiftet die Schnurrhaare eines weißen Tigers, die Aerobic-Hexen geben in ihrem Sportfieber glatt den Lebkuchen ab, und Monsterjäger Van Helsing in beeindruckend detaillierter Kluft hatte frisch gefangene Zutaten – inklusive derer von der Quelle – im Gepäck. Am Ende war es allerdings die Liebe des Kochs, die Prinzessin vor einem Dasein in der Hölle rettete.
Ein letztes Mal Philipp und Sepp
Ein letztes Mal gaben sich die Stoanischer Originale „de Philipp und de Sepp“ die Ehre auf der OKACLU-Bühne, bevor sie in den wohlverdienten Fastnachts-Ruhestand gehen würden. Und das natürlich nicht ohne Zugabe. Im Koffer hatten sie die besten Hits aus ihrer jahrzehntelangen Bühnenkarriere, die stets von der entsprechenden Kopfbedeckung begleitet wurden. Spätestens als sie die Hymne „No, mer gehn net hoam“ zum Finale anstimmten, schmetterte auch das Publikum aus vollem Hals mit.