Betreuung

Kindertreff zieht von Zotzenbach nach Rimbach um

Der Trägerverein der Einrichtung hat eine Immobilie in der Bismarckstraße gekauft. Für die Finanzierung wird auch auf Spenden gehofft.

Der inklusive Charakter des Kindertreffs ist ein Markenzeichen der Betreuungseinrichtung, die jetzt von der Zotzenbacher Hauptstraße in die Rimbacher Bismarckstraße umzieht. Foto: Kindertreff
Der inklusive Charakter des Kindertreffs ist ein Markenzeichen der Betreuungseinrichtung, die jetzt von der Zotzenbacher Hauptstraße in die Rimbacher Bismarckstraße umzieht.

Rimbach/Zotzenbach. Der Kindertreff zieht von Zotzenbach in die Rimbacher Bismarckstraße um. Dort hat die inklusive Einrichtung für Kinder ab drei Jahren eine neue Heimat gefunden, nachdem das bisher angemietete Gebäude zum Jahresende aufgrund von Eigenbedarf wieder von dessen Besitzer in Anspruch genommen wird – die Odenwälder Zeitung hatte am 1. März darüber berichtet. Vor wenigen Tagen hat der Trägerverein jetzt den Kaufvertrag für eine Immobilie in der Kerngemeinde unterzeichnet. Ein großzügig gestaltetes Wohnhaus mit 180 Quadratmetern Nutzfläche und einem ansprechenden Außengelände.

WNOZ WhatsApp-Kanal

Die Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung auf WhatsApp! Aktuelle Nachrichten aus deiner Region. Die Top-Themen jeden Mittag frisch auf dem WhatsApp-Kanal.

Impressum

Für das Team des Kindertreffs und den gleichnamigen, eingetragenen Verein ist dies natürlich eine Erleichterung nach der „herausfordernden Zeit der Suche“, wie es Leiterin Isolde Kolb-Geisler im Gespräch mit dieser Redaktion formuliert. Nach dem Aufatmen kommen aber bereits die nächsten Aufgaben auf die Verantwortlichen zu. Um den Anforderungen gerecht zu werden, die der Gesetzgeber, aber auch das Team selbst, an die Einrichtung stellen, stehen einige Umbau- und Sanierungsarbeiten an. Unter anderem muss eine Wand durchbrochen werden.

So viel wie möglich mitnehmen

Das ist nachvollziehbarerweise auch finanziell ein Kraftakt für den ehrenamtlich geführten Verein. „Wir sind in dieser Hinsicht ,gesund‘, sonst wären wir das Wagnis eines Hauskaufs nicht eingegangen“, erklärt Kolb-Geisler. Allein aus den eigenen Mitteln und möglichen Förderungen kann die Ausgestaltung des neuen Domizils aber nicht gestemmt werden. Deshalb ist aus dem Umfeld des Kindertreffs heraus inzwischen auch ein Spendenaufruf über die Plattform gofundme.com gestartet worden.

Beim bevorstehenden Umzug setzt das Team auf Effizienz. Von der jetzigen Einrichtung in der Zotzenbacher Hauptstraße soll so viel wie möglich mit nach Rimbach gehen. Neben dem Inventar betrifft dies – natürlich – auch die Hasen, die – neben Ziegen und Hühnern – auf dem Freigelände hoppeln und wie selbstverständlich zur Gruppe gehören. Ein deutliches Zeichen der Naturverbundenheit des Kindertreffs, bei dem der wöchentliche Waldtag beispielsweise fest zum Programm gehört.

Inklusiv und integrativ

Daneben ist der inklusive und integrative Charakter ein Markenzeichen der Einrichtung, die maximal 18 Kinder aufnehmen kann. „Es ist normal, wenn du anders bist“, nennt Isolde Kolb-Geisler einen Leitgedanken, mit dem die Kinder dort aufwachsen. Das ungezwungene Miteinander im täglichen Betrieb baut bei den Kleinsten bereits Barrieren ab. „Wir legen großen Wert darauf, Vielfalt als Bereicherung zu sehen und jedes Kind individuell zu fördern. Mit gezielten pädagogischen Maßnahmen und einem inklusiven Ansatz unterstützen wir die Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung und stärken ihr Selbstbewusstsein.“ So ist es auf der Homepage des Kindertreffs zu lesen.

Um diesen Ansprüchen gerecht werden zu können, werden vonseiten des Vereins regelmäßig beträchtliche Mittel in die Fortbildung des Personals investiert, wie Isolde Kolb-Geisler berichtet. Und auch als Ausbildungsbetrieb macht sich der Kindertreff in dieser Hinsicht verdient. Zum Konzept der Einrichtung gehört eine eigene Köchin, welche die tägliche Mahlzeit gemeinsam mit den Kindern zubereitet, „die dabei wie selbstverständlich den Wert von Lebensmitteln erfahren“, wie die Leiterin erklärt.

Beim „Open House“ am 26. Oktober präsentiert der Kindertreff seine neue Bleibe in der Kerngemeinde. Foto: Katrin Oeldorf
Beim „Open House“ am 26. Oktober präsentiert der Kindertreff seine neue Bleibe in der Kerngemeinde.

Die Kindertreff-Küche wird natürlich auch in der Rimbacher Bismarckstraße eingerichtet werden, im Verbund mit deutlich verbesserten räumlichen Bedingungen für das Kindertreff-Personal. Und auch die Kinder profitieren – auch wenn der Abschied aus der gewohnten Umgebung nicht leicht fallen wird. „Wir haben das Glück, dass unser neues Heim in der Nähe eines Spielplatzes und mit viel Natur in der Umgebung liegt“, so Isolde Kolb-Geisler. Die neuen Gestaltungsmöglichkeiten in der eigenen Immobilie will der Verein nutzen, um einen Gemeinschafts- und Schulungsraum einzurichten. Dort können auch externe Beratungen – beispielsweise für Eltern – angeboten werden. Auf deren Mitarbeit wird vonseiten des Kindertreffs sowieso großer Wert gelegt – auch inhaltlich. Sie sollen das Konzept mittragen und können ihre eigenen Ideen einbringen – ebenso wie die Kinder übrigens.

Ein Ansatz, der offenkundig geschätzt wird, denn die Plätze im Kindertreff sind regelmäßig ausgebucht. Eine Kapazitätserweiterung wird mit dem Umzug allerdings nicht angestrebt. „Wir legen großen Wert auf intensive individuelle Betreuung – die ist bei der jetzigen Gruppenstärke gewährleistet“, verrät die Leiterin.