Rimbach-Zotzenbach: Jetzt neuer Einradkurs für Kinder
Im Verein TV Zotzenbach gibt es jetzt einen neuen Kurs, der sich an Kinder von sechs bis zehn Jahren richtet. Wann sich die Gruppe trifft und wie man auf ein Einrad aufsteigt.
Zotzenbach. Es sieht leicht aus, fast spielerisch: Erst steht ein Fuß auf dem Pedal, einen Sekundenbruchteil später der zweite, und schon kann es losgehen mit dem Einradfahren. Doch man ahnt es schon, ganz so einfach ist es nicht, auf das kleine Gefährt zu steigen. Das zeigt Hannah Huesmann gleich zu Beginn des Kurses: „Das Rad kann nach vorne, hinten, links und rechts kippen.“ Es geht also um ein hohes Maß an Koordination, will man sich oben halten. Doch in dieser ersten Stunde wird das noch nicht erwartet – für die acht Mädchen und Huesmann ist der Nachmittag in der Trommhalle des Rimbacher Ortsteils eine Premiere, denn jetzt beginnt der neue Einrad-Kurs, der das Angebot des TV Zotzenbach bereichert.
„Wie lenkt man?“
Während Huesmann einen Sattel verstellt, erklärt sie, wie es dazu gekommen ist: „Ich habe gehört, dass Übungsleiter fürs Turnen gesucht werden.“ Das könne sie zwar nicht, Einradfahren aber schon, ließ sie Danina Conte-Zerey wissen. Die Vorsitzende freute sich und nahm das Angebot begeistert an. Auch Pressewart Rainer Anton erklärt, „baff“ gewesen zu sein angesichts der Tatsache, dass händeringend Kursleiter gesucht werden – nicht nur beim TV, sondern überall in der Vereinslandschaft.
Huesmanns Angebot ist im TV, aber auch im Umkreis, eine Neuheit, denn Einradfahren kann man sonst nirgends lernen. Die Zotzenbacherin kam als achtjähriges Mädchen zum Kunstradfahren, lernte aber auch Einrad und nahm sich vor, mit dem akrobatischen Sport weiterzumachen. Zuerst besorgte sie sich Einräder: „Vier hatte ich schon, vier habe ich über Kleinanzeigen gekauft.“
Wie steigt man auf ein Einrad?
Acht Kinder wurden von ihren Eltern angemeldet – für den Anfang eine ideale Gruppengröße, wie die Vorsitzende bemerkt. Man kann die Räder passend für kleinere oder größere Fahrer einstellen, und nachdem die 39-Jährige das gemacht hat, erklärt sie das Aufsteigen noch einmal in „Zeitlupe“: Das Rad wird vor die Beine gestellt, sodass die Achse leicht nach hinten gekippt ist. Dann setzt man einen Fuß auf das näher liegende Pedal und tritt leicht: Das Rad bewegt sich nach hinten, und einen eleganten Hopser später ist nicht nur der zweite Fuß auf dem anderen Pedal, sondern auch der restliche Mensch auf dem Sattel.
Nun wird mit jedem Kind einzeln geübt; Huesmann hält sie sicher fest, trotzdem ist die erste Fahrt wackelig. „Es war schwierig“, sagt Leila und überlegt: „Wie lenkt man?“ Finja hat vor Eifer rote Backen und will es gleich noch einmal versuchen.
Zwar bieten sich dem Benutzer vielfältige Möglichkeiten, das Rad unelegant wieder zu verlassen, er kann aber auch ohne Weiteres vor- und rückwärtsfahren, die Richtungen wechseln, und hat noch dazu beide Hände frei. „Das erfordert Talent, Geduld und Selbstvertrauen“, überlegt Anton und erinnert sich, als Kind selbst einen – erfolglosen – Versuch unternommen zu haben. Er ist überzeugt: „Man braucht jemanden, der einem das beibringt. Ohne Anleitung ist das schwierig.“
Immer dienstags
Als Nächstes übt die Gruppe an der Sprossenwand: Hier ist das Aufsteigen für den Anfang noch leichter, und alle Kinder sind mit Feuereifer dabei. Conte-Zerey denkt derweil weiter, sieht die neue Einrad-Abteilung schon bei Auftritten oder der Kinderfastnacht auf der Bühne. „Für dieses Jahr ist es ja leider schon zu spät“, bedauert sie und ergänzt: „Aber vielleicht nächstes Jahr ... ?“
Der Kurs Kunst-/Einradfahren findet immer dienstags ab 15.30 Uhr in der Trommhalle statt. Näheres findet man online unter www.tv-zotzenbach.de