Gorxheimertal

Live-Ticker zum WNOZ-Wahlforum in Gorxheimertal

Am 8. Oktober wählen die Menschen in Gorxheimertal einen neuen Bürgermeister. Die beiden Kandidaten Michael Anthofer und Frank Kohl stellen sich heute Abend den Fragen der OZ.

Wer gewinnt die Bürgermeisterwahl in Gorxheimertal und hat bald das Rathaus als Amtssitz? Foto: Philipp Reimer Photography
Wer gewinnt die Bürgermeisterwahl in Gorxheimertal und hat bald das Rathaus als Amtssitz?

18.28 Uhr: WN/OZ-Wahlforum im Bürgerhaus von Gorxheimertal: Unter den ersten, die heute Abend zum Wahlforum kommen, sind die beiden Kandidaten, Michael Anthofer und Frank Kohl.

Am 8. Oktober wählen die Menschen in Gorxheimertal einen neuen Bürgermeister. Die beiden Kandidaten Michael Anthofer und Frank Kohl stellen sich heute Abend den Fragen der OZ.

18:45 Uhr: Dreiviertel der Stühle im Bürgerhaus sind bereits besetzt. Wer jetzt noch einen Platz bekommen will, sollte sich beeilen.

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Impressum

19 Uhr: Der Saal ist mittlerweile voll, und noch immer kommen Besucher.

Die beiden OZ-Redakteure Ann-Kathrin Weber und Manfred Bierbauer begrüßen das Publikum. Weber ist seit zehn, Bierbauer seit 35 Jahren bei der OZ und verantwortlich für die Berichterstattung aus Gorxheimertal. Der noch amtierende Bürgermeister Uwe Spitzer ist an diesem Abend nicht anwesend, weil er in Spanien Urlaub macht, dafür ist Erste Beigeordnete Gesine Schweiger-Müller gekommen.

Bierbauer erinnert daran, dass Spitzer bis zum Ende seiner Amtszeit 24 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde war; davor amtierte Germaid Fitz, die kürzlich verstarb.

19.05 Uhr: Die beiden Kandidaten Michael Anthofer und Frank Kohl kommen auf die Bühne in der Reihenfolge der Wahlvorschläge.

19.06 Uhr: Ann-Kathrin Weber stellt Anthofer vor: Er ist 34 Jahre alt, verheiratet, Vater einer vierjährigen Tochter und Polizeihauptkommissar. Er arbeitet derzeit im Polizeireier Heidelberg-Nord.

Anthofer ist seit 2020 kommunalpolitisch aktiv für die CDU.

Weber stellt ihm "Entweder-Oder-Fragen":

Sport machen oder gucken? Machen.

Krimi oder Comedy? Krimi.

Wem drückt er beim Fußball die Daumen: der TG Jahn Trösel oder dem VfL Birkenau? "Ich habe mit Fußball gar nichts am Hut", sagt Anthofer freimütig.

Sein Motiv, Bürgermeister zu werden: "Ich möchte Sie kennenlernen."

Er ist CDU-Kandidat, will aber für alle da sein.

Eigenschaften eines guten Bürgermeisters: Offen, muss aber auch neutral bleiben und sollte, wenn es nötig ist, auch mal auf den Tisch hauen können.

19.09 Uhr: Weiter geht es mit Frank Kohl.

Er ist Bankfachwirt, 46 Jahre alt, verheiratet und hat vier erwachsene Kinder. Seit 26 Jahren gehört er als SPD-Rat der Gemeindevertretung an und ist auch deren Stellvertretender Vorsitzender.

Er tritt als unabhängiger Kandidat an, wird aber von der SPD unterstützt.

Auch er bekommt Entweder-Oder-Fragen:

Kino oder Streaming? Kino.

Frühbucher oder Last-Minute-Reise? Frühbucher.

SVU oder TG Jahn? Eine diplomatische Antwort: Er hat für JFV Unter-Flockenbach-Trösel gespielt und freut sich, wenn die "Talemer Mannschaften" gewinnen.

Warum ist er unabhängiger Kandidat? Er will keine Partei "zwischenschalten", sondern will näher bei den Menschen sein.

Eigenschaften, die ihn auszeichnen: empathisch, zuverlässig, hilfsbereit.

19.13 Uhr: Bierbauer kündigt an, dass jetzt die "härteren" Themen kommen, zunächst Finanzen.

Kann die Gemeinde den Weg der Konsolidierung weitergehen?

Kohl: Der Umgang mit Finanzen ist ein wichtiges Thema, ist auch eine Frage der Generationengerechtigkeit. Wir sind da auf einem guten Weg.#

Anthofer wird gefragt, ob er eine Alternative zur Ausgabenpolitik sieht?

Antwort: Es ist kein weiteres Einsparpotenzial da. Es wurde gespart, es wurden aber auch keine neuen Investitionen getätigt. Ein Mehrgenerationenhaus wäre wünschenswert, kostet aber auch Geld. Man muss verantwortungsvoll mit dem Geld umgehen.

Kohl: Gorxheimertal hat die Liegenschaften zum Großteil saniert, es gibt ein Straßensanierungskonzept, die Brücken wurden saniert, eine steht noch aus. Es ist nicht richtig zu sagen, man hätte nur gespart.

Bierbauer: Gibt es auf der Einnahmenseite einen Spielraum?

Kohl: Es gilt, junge Menschen hier zu halten und weitere zu gewinnen, das Gewerbe zu unterstützen und weiteres zu uns zu ziehen. Aufgrund der topografischen Lage ist es nicht möglich, weitere verarbeitende Industrie zu uns zu ziehen, aber dank des schnellen Internets ist der Ort attraktiv, auch wegen seiner Nähe zu Mannheim, und weil man schnell auf der Autobahn ist.

Bierbauer will wissen, welche Gestaltungsmöglichkeiten ein Bürgermeister hat über das Alltägliche hinaus.

Anthofer: Man könnte den Ort attraktiver gestalten, in die Infrastruktur investieren.

19.18 Uhr: Thema Verkehr und Sicherheit.

Bierbauer erinnert sich, dass schon 1987 das Thema "es wird zu schnell gefahren" in der Gemeindevertretung aufkam.

Anthofer: Geschwindigkeit sollte regelmäßig kontrolliert werden, auch der ruhende Verkehr. Wenn zu Nachtzeiten keine Kontrollen stattfinden, sollte das kein Freifahrtschein sein. Man könnte über einen Online-Kummerkasten auch nachts Bilder einschicken und seine Personalien dazu eingeben.

Das Publikum applaudiert kurz.

Kohl: Es hat zu lange gedauert mit der Vereinbarung mit Viernheim. Sie lag sehr lange beim Regierungspräsidium in Darmstadt zur Unterschrift. Was den Kummerkasten betrifft, so existiert er bereits. Kontrollen des ruhenden Verkehrs finden statt; es gibt Zustände, die inakzeptabel sind, etwa, wenn ältere Fußgänger nicht mehr mit dem Rollator durchkommen.

19.21 Uhr: Thema Sicherheit

Zwar leben wir in einer der sichersten Regionen (laut Statistik), doch deckt sich das nicht mit dem individuellen Sicherheitsempfinden, erklärt Bierbauer.

Anthofer: Man könnte mit Beleuchtung entgegenwirken, auch mit Ansprachen etwa an Jugendliche. So kann man Ängste nehmen, ohne dass es eigentlich einen Grund für die Angst gibt.

Kohl: Zahlen sind hilfreich für das subjektive Sicherheitsempfinden, Hessen ist eines der sichersten Bundesländer. Die Strafverfolgung ist sehr erfolgreich, viele Straftaten werden aufgeklärt. Natürlich ist jede Tat eine zu viel. Man könnte auch nachsteuern, was Sicherheitsprobleme im eigenen Haus angeht, etwa bei Fenstern und Türen. Gorxheimertal ist im großen Ganzen eine sichere Gemeinde und sollte es weiterhin sein.

Applaus.

19.24 Uhr: Thema Familie

Weber stellt es vor: Der Ort hat zwei Kitas, eine Grundschule und eine Reihe Spielplätze, außerdem organisiert die Gemeinde jedes Jahr die Ferienspiele.

Kohl: Das Thema Jugendtreff wird oft an mich herangetragen, da könnte man weiterarbeiten.

Anthofer zum Jugendtreff: Ich habe eigene Vorstellungen dazu, etwa einen Pavillon im Ortsmittelpunkt oder andere Räumlichkeiten, die zur Verfügung gestellt werden. Aber ich möchte die Jugend selbst fragen, was sie möchte. Dafür habe ich mir ein Konzept überlegt.

Thema Senioren:

Weber will wissen, ob sie vor Ort gut aufgehoben sind, oder könnte ein Bürgermeister noch Akzente setzen.

Kohl: Das Angebot ist nicht ausreichend. Es fehlt an der Tagesbetreuung und an Pflegeeinrichtungen. Da bräuchte man die entsprechenden Flächen, einen Investor und einen Träger. Ich bin der richtige Mann dafür, weil ich mich auch im sozialen Bereich engagiere.

Anthofer: Ich möchte verfolgen, was die Bürger wollen, und sie wollen ein Mehrgenerationenhaus. Dort könnte eine Tagespflege untergebracht werden, aber auch die Betreuung der Kleinsten.

19.28 Uhr: Bierbauer fragt, wer im Publikum schon weiß, wen er am 8. Oktober wählt.

Die Antwort ist etwa bei 60 Prozent, die es schon wissen gegen 40 Prozent, die noch unsicher sind. Die Umfrage wird später wiederholt.

Thema Umwelt: Klimaschutzmaßnahmen, die Gemeinde ist verschiedenen Klimabündnissen beigetragen und hat sich schon frühzeitig engagiert. Die Liegenschaften sind beispielsweise mit Photovoltaik-Anlagen (PV) ausgestattet, erklärt Weber.

Kohl: Wir haben schon viel im Bereich Energie getan, auch, dass die Kita im Passivhausstandard ausgebaut wurde, was wegweisend war. Was hilft, ist noch mehr Information, um Vorbehalte abzubauen. Selbst haben wir seit 2009 eine PV-Anlage auf dem Dach und hatten mit vielen Vorbehalten zu tun.

Anthofer: Die Umstellung auf erneuerbare Energien hat einen hohen Stellenwert. Darauf haben wir bei unserem eigenen Bauvorhaben selbst geachtet.

Stichwort Zukunftsvision Gorxheimertal 2035. Nach dem Start dieser Vision beteiligten sich viele Bürger, es gab viele Ideen zu Natur- und Klimaschutz, allerdings ruhen die Projektgruppen seit der Corona-Pandemie. Weber will wissen, wie man die Menschen wieder zum Mitmachen motivieren kann.

Kohl: Sobald ich gewählt werde, werde ich die Betreffenden zusammenrufen. Es ist ein tolles Thema, wo man sich aktiv für den Ort einsetzen kann.

Stichwort Bürgerbeteiligung: Der Ort beteiligt sich schon lange an Aktionen wie "Sauberhaftes Hessen". Welche Aktionen streben Sie an?

Anthofer: Ich finde diese Bürgerbeteiligung ganz toll. Schade, dass die Wahl-Perioden so sind, dass sich die Menschen über mehrere Jahre festlegen. In diesen Bürgerbeteiligungen können sich die Menschen kurzfristiger einbringen. Mir hat aber die Moderation ein bisschen gefehlt, da würde ich mich einsetzen.

19.35 Uhr: Thema Flüchtlingssituation im Tal. Bierbauer erklärt, dass die Gemeinde hier gelobt wurde von Stefan Roewer, Gemeindevertretervorsitzendem aus Birkenau.

Anthofer: Die Menschen sind offen mit dem Thema umgegangen, haben Wohnraum zur Verfügung gestellt. Jeder ist hier willkommen, sofern man sich ein Stückweit an die Regeln hält. Man muss Grenzen aufzeigen, aber auch offen in die Diskussion gehen, ohne Vorurteile.

Kohl zum Thema Unterbringung: "Halten Sie die Unterbringung in Hallen für möglich?"

Es ist gegenwärtig nicht absehbar, dass kommunale Liegenschaften herangezogen werden müssen. Gorxheimertal ist im Vergleich zu Birkenau besser aufgestellt gewesen. Wir haben frühzeitig reagiert, auch Wohnraum ertüchtigt. Er müsste vom Kontingent her bis zum kommenden Jahr reichen, allerdings müssten wir in der zweiten Jahreshälfte überlegen, wie es weitergeht.

Thema wohnortnahme Grundversorgung:

Anthofer: Man muss den Menschen die Vorteile aufzeigen, die es hat, sein Gewerbe hier anzusiedeln. Ich finde es schön hier.

19.40 Uhr: Thema Baugebiete

Anthofer: Ich will den Leerstand bekämpfen, erst einmal Baulücken schließen, bevor neue Baugebiete erschlossen werden.

Kohl: Weiterer Wohnraum wird benötigt, er muss umweltverträglich sein.

Stichwort Vereine:

Anthofer: Sie haben einen hohen Stellenwert. Ohne Vereinsleben ist im Dorf nichts los.

Kohl: Wir leben Vereine, wir machen Vereine, beim Engagement wächst man. Netzwerke werden ausgbildet und auch die Persönlichkeit. Für junge Menschen ist das ganz wichtig.

Stichwort Digitalisierung:

Anthofer: Das Dorf für die Zukunft weiter aufstellen, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Kohl: Zentrales Thema, gehört genauso zum Haus wie Wasser und Strom. Für das berufliche wie gesellschaftliche Leben, aber auch für das Rathaus ist das wichtig.

Stichwort Fastnacht:

Kohl: Ich bin kein großer Fastnachter, aber ich habe das Gefühl, hier etabliert sich etwas.

Anthofer: Ich bin grundsätzlich ein Fastnachter. Es sind die Vereinsmitglieder, die etwas auf die Beine stellen. Wenn es der Wunsch der Menschen gibt und genügend da sind, bin ich durchaus dabei.

19.45 Uhr: Schnellfragerunde: Die Spontaneität und das Wissen über die Gemeinde werden getestet.

"Mal ehrlich": Was machen Sie, wenn Sie einen 50-Euro-Schein finden?

Anthofer: Ich gebe ihn ab.

Wie ist die genaue Einwohnerzahl der Gemeinde?

Circa 4200.

Weber: Gar nicht schlecht, die exakte Zahl ist 4155.

Halbsätze:

"Ich habe eine besondere Beziehung zum Ort, weil..."

"Ich hier Bürgermeister werden möchte."

"Heute in einem Jahr wird der Ort mit mir als Bürgermeister..."

"....weiterhin schön in die Zukunft blicken."

"Wenn ich einen neuen Slogan für die Gemeinde erfinden würde, wäre das:

"Zukunftssicher, Zukunftsorientiert".

Ich rate Erstwählern:

"Sich zu informieren, sich selbst ein Bild zu machen."

Weiter mit Kohl:

WIe reagieren Sie, wenn Sie mit einem geklauten Hotelbademantel an der Rezeption erwischt werden?

"Kann ich mir nicht vorstellen."

Wie hoch ist die Zahl der Auspendler vor Ort?

Kohl schätzt 90 Prozent.

Die Antwort: 1502 Auspendler laut Statistik. Es gibt auch 151 Einpendler.

Sätze vollenden:

"Unter Bürgermeister Kohl ist die Gemeinde in einem Jahr..."

"... auf einem guten Weg in die Zukunft."

"Ich werde wiedergewählt, weil..."

"Ich gute Arbeit gemacht habe."

"Am 8. Oktober werde ich meine Instragram-Follower darüber informieren, dass..."

"... ich Bürgermeister bin."

"Ich bin für Erstwähler interessant, weil..."

"Ich bin authentisch, ansprechbar und greifbar."

19.50 Uhr: Jetzt sind die Bürger an der Reihe mit ihren Fragen.

Ein Mann findet die Polizeikontrollen schwach, hat aber das Stichwort Lärmschutz vermisst und will wissen, ob die Kandidaten ein Konzept haben.

Anthofer: Zuständig ist Wald-Michelbach. Die Reviere sind so positioniert, dass sie einen größeren Bereich abdecken. Hier ist weniger los, deshalb ist die Präsenz entsprechend niedriger. Für weitere Kontrollen ist die personelle Besetzung nicht ausreichend. Tempolimit: Ich bin dafür, die 50 konsequent durchzusetzen.

Ein Mann spricht das Thema Zuzug vor. Er fährt jeden Tag an zwei alten Häusern vorbei, die leer stehen, ebenso das ehemalige Haus Unrath und auch ein Gebäude am Berg. Würden Sie versuchen, diesen Wohnraum zu akquirieren oder den Menschen anbieten zu können?

Anthofer: Das ist schwer, zumeist sind die Häuser in Privatbesitz. Man müsste mit den Leuten sprechen, gegebenenfalls mit einem Investor.

Eine Frau will wissen, was die Kandidaten in Zukunft mit dem Kreisel vorhaben. Es wird gelacht und applaudiert. Die Frau fährt fort mit der Frage, wie man das Durchfahren verhindern kann.

Anthofer: Man müsste mit Hessen mobil sprechen und die Pläne anschauen, wie das zustande kam.

(nach wie vor Gelächter).

Anthofer: Der Kreis ist nach wie vor Ortsmittelpunkt, sollte ein Aushängeschild werden.

Kohl: Das Kunstwerk sollte aufgrund von Spenden errichtet werden. Die gestalterische Lösung kann ich jetzt nicht so gut beurteilen. Sie ist für viele keine Augenweide, da will ich gar nicht widersprechen. Was die Markierungen betrifft: Ich bin für einen Bordstein statt der weißen Linie, damit man da nicht einfach drüberfahren kann.

Eine Einwohnerin aus Trösel spricht das Thema Kindergarten an, es kam ihr etwas zu kurz: "Es ist aber ein Thema, das brennt." Sehen Sie aktuell Handlungsbedarf? Ist das ein Thema für Sie, dass in der Betreuung für die Kleinsten etwas getan werden muss? Wie sehen Sie das für die Zukunft?

Anthofer: Meine Tochter ist vier Jahre alt, ich kenne die Problematik. Man muss sich für die Zukunft aufstellen: Haben wir genug Plätze? Muss saniert werden? Ich hatte auch Gespräche in Sachen Kinderkrippen: Es ist Bedarf da.

Kohl: Die Kita in Gorxheim ist zehn Jahre alt, da sind wir gut aufgestellt. Bei den Betreuungszeiten haben wir eine breite Spanne. Stichwort frühzeitige Planungssicherheit beim Einstieg in den Beruf: Da muss der Fokus liegen.

Eine Frau kritisiert: "Ich finde nicht, dass wir gut aufgestellt sind, wir haben enormen Fachkräftemangel." Ist es nicht sinnvoller, da mehr auszugeben, damit die Kinderbetreuung gesichert ist? Damit die Kinder qualitativ gut versorgt sind. Was könnten Sie als Bürgermeister verbessern?

Kohl: Fachkräftemangel ist ein prinzipielles Problem in Deutschland, speziell im Bereich Kindertagesstätten. Fachkräfte wachsen nicht auf den Bäumen, sie müssen ausgebildet werden. Als das Thema Kita aufkam, hätte ich mir gewünscht, dass eine Ausbildungs-Initiative gestartet wäre, das ist leider nicht erfolgt. Als Bürgermeister würde ich mich mit den Mitarbeitern unterhalten, die sind näher dran am Thema, wie man neue Mitarbeiter gewinnen könnte.

20.03 Uhr:

Ein Mann sprich die Frage der Verkehrssicherheit an. Sie ist mit Thema 50 nicht gewährleistet. Man muss das Tempo in bestimmten Zonen herunterfahren.

Anthofer: Das Problem ist, dass da nicht 50 gefahren wird. Außerdem ist die Hauptstraße noch nicht fertig ausgebaut. Es fehlt eine Begrünung, die hilft auch dabei, das Tempo zu drosseln, das ist erwiesen.

Der Mann betont, dass es auch in der Hauptstraße viele Gefahrenzonen gibt. Wenn das so weitergehe, werde bald etwas passieren.

Kohl: Das ist auch subjektives Empfinden. Große Unfallschwerpunkte gibt es da nicht. Der Unfall bei der Volksbank hatte auch mit 50 Kilometern nichts zu tun, der Fahrer ist da mit 80 durchgerast. Wenn man vorausschauend 50 fährt, sehe ich da nicht den Unfallschwerpunkt.

Der Mann hakt ein: "Muss denn immer etwas passieren? Man kann aber auch im Vorfeld klären, ob man das verhindern kann."

Eine Frau ruft von hinten: "Einer ist einer zu viel", und fordert Kontrollen.

Anthofer: Es soll konsequent das überwacht werden, was wir schon haben.

Ein Mann will wissen, warum sich Anthofer nicht in Birkenau beworben hat.

Anthofer begründet die Kandidatur in Gorxheimertal so: "Da komme ich her, da bin ich verbunden." Auch die Zukunftsvision und die Bürgerbeteiligung fand er toll.

Kohl: Für mich hat sich die Frage nie gestellt. Für mich zählt Gorxheimertal, das ist meine Heimat, die will ich voranbringen, hier lebe ich, hier ist meine Familie.

20.10 Uhr: Ein Mann erkundigt sich nach dem kommunalen Wärmeplan.

Kohl: Er ist für Gemeinden unter 10000 Einwohner nicht verpflichtend.

Anthofer: Man muss erst einmal feststellen, wie wir da aufgestellt sind.

Ein Mann fragt, warum sich die Kandidaten dem Thema "Tempo 30" so verweigern. Warum ist das für Sie kein Thema?

Anthofer: Das habe ich nie gesagt. Ich bin dafür, die 50 einzuhalten. Ich will eine Kooperation mit Viernheim, vielleicht mit einem Blitzerwagen. Erst einmal muss die 50 konsequent durchgesetzt werden, bevor wir über eine Reduzierung nachdenken.

Ein Gorxheimer Einwohner will wissen, wie sich die Kandidaten die Zusammenarbeit mit Weinheim in Zukunft vorstellen, und wie sie verbessert werden kann.

Kohl: Die Zusammenarbeit ist intensiv: In Sachen Wasserversorgung und Feuerwehr, auch beim Abwasser. Gorxheimertal hat seit vielen Jahren hier eine interkommunale Zusammenarbeit.

Anthofer: Man darf nicht vergessen, es sind hier zwei Bundesländer. Aber man darf nicht vergessen: Gorxheimertal ist ein Stückweit eine Verlängerung von Weinheim.

Ein Mann aus Trösel will das Thema Sicherheit nicht nur auf die Parksituation reduzieren. Er möchte mehr Substanz dahinter haben, auch beim Thema Integration: Wir müssen die Leute nicht nur unterbringen, sondern es geht um mehr. Was die Zukunftsvision angeht, wenn wir mal ehrlich sind, ist sie fast tot. Thema Treffpunkt Jung und Alt. Da müsste auch mehr kommen.

Kohl: Sicherheit: Es gab einen Wechsel in der Dienststelle. Der neue Bürgermeister muss da das Gespräch suchen. Integration: Hier läuft viel über Vereine und die private Ebene. Die Zukunftsvision: Wir könnten im Umweltbereich anfangen, um die Sache wieder zu beleben.

Anthofer: Die Projektgruppen ruhen tatsächlich. Ich wäre als Bürgermeister gerne eine Art Moderator zwischen Gruppen und Verwaltung. Thema Sicherheit: Hier findet tatsächlich nicht so viel Kriminalität statt. Aber unsere Aufgabe ist es, Präsenz zu zeigen.

20.20 Uhr: Zeit für eine letzte Frage:

Wie möchten die Kandidaten neues Kindergartenpersonal hierher bekommen?

Anthofer: Es kommt darauf an, dass man ein moderner, zukunftsorientierter Arbeitgeber wird. Die Arbeit sollte interessant sein, Digitalisierung genutzt werden, um die Arbeit einfacher, moderner zu gestalten.

Kohl: Man muss ein moderner Arbeitgeber sein, um Mitarbeiter zu halten und neue zu gewinnen. Der Markt ist sehr begrenzt. Ich denke aber, dass bei uns die Rahmenbedingungen sehr gut sind.

Eine Frau meldet sich noch zu Wort, spricht für Eltern. Für sie wäre es ein Anliegen, wenn festgestellt würde, wo man etwas verändern kann. So rund, wie es dargestellt wird, läuft es nicht.

Anthofer: Ich würde einen runden Tisch mit Elternbeirat, Bürgermeister und Kindergartenleitungen begrüßen.

Kohl: Ich bin bereit, Gespräche zu führen. Wir haben Mailkontakte, das ist im Werden.

20.25 Uhr: Bierbauer regt an, eine kurze Pause zu machen mit den Fragen. Die Kandidaten dürfen jetzt 60 Minuten, pardon, 60 Sekunden Wahlwerbung für sich machen (Gelächter).

Kohl: Bürgermeister wäre für mich nicht nur ein Job, sondern eine Berufung, unser Tal schöner und attraktiver zu machen. Ich sehe das Amt des Bürgermeisters nicht als One-Man-Show, sondern als Mannschaftssportart. Alle Bürger, alle Gremien, sollen da einbezogen werden, um unsere Gemeinde so zu gestalten, dass sie uns am besten gefällt.

Anthofer: Ich stehe für frischen Wind, neue Ideen, möchte Ansprechpartner sein und würde mich freuen, wenn wir den Weg gemeinsam gehen.

20.27 Uhr: Bierbauer wiederholt die Publikumsfrage, wer schon eine Wahlentscheidung getroffen hat.

Die Zahl der Unentschlossenen ist etwas geringer geworden. Bierbauer erklärt, sich zu freuen, wenn das Forum für die Besucher hilfreich war.

Zum Schluss dankt Bierbauer den Gastgebern, den Sicherheitskräften und Helfern.