Michael Anthofer hat mit Gorxheimertal viel vor
Michael Anthofer möchte Bürgermeister von Gorxheimertal werden. Der Polizeihauptkommissar ist einer von bereits zwei Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Welches Entwicklungspotenzial die Gemeinde hat, wie sein Fünf-Punkte-Plan aussieht und wie er seine Sonntagabende verbringt.
Es ist Sonntag, 20.15 Uhr: Viele Deutsche haben dann eine feste Verabredung vor dem Fernseher. Im Durchschnitt verfolgten im Jahr 2021 rund 8,38 Millionen Zuschauer die „Tatort“-Krimis. War Michael Anthofer einer von ihnen? „Das ist schwierig zu beantworten“, sagt der Polizeihauptkommissar aus Hornbach mit einem Lächeln. Nicht immer hätten die dargestellten Fälle auch etwas mit der tatsächlichen Realität des Polizeialltags gemein, erklärt der 33-Jährige, der derzeit Dienstgruppenführer im Polizeirevier Heidelberg-Nord ist.
Zur Person:
Michael Anthofer ist 33 Jahre alt, wuchs in Viernheim auf und lebt mit seiner Familie im Birkenauer Ortsteil Hornbach. Er ist verheiratet und Vater einer vierjährigen Tochter.
Anthofer ist Polizeihauptkommissar. Zu seinen Stationen seit 2006 gehörten unter anderem bereits Mannheim-Neckarstadt, Mannheim-Innenstadt und Weinheim. Sein Studium absolvierte er von 2013 bis 2016 an der Polizeihochschule in Villingen-Schwenningen. Anschließend war er sechs Jahre lang im Führungs- und Einsatzstab des Polizeipräsidiums Mannheim. Zurzeit arbeitet er im Polizeirevier Heidelberg-Nord.
Anthofer ist seit dem Jahr 2020 kommunalpolitisch aktiv. Vor drei Jahren ist er dem CDU-Gemeindeverband Birkenau beigetreten und ist dessen stellvertretender Vorsitzender. Zudem übt er im CDU-Kreisverband das Amt des Mitgliederbeauftragten aus. Zu seinen Hobbys zählen die Arbeit im eigenen Garten, ausgiebige Gassirunden mit dem Familienhund Samu und seine Freizeit mit der Familie zu verbringen.
Am 20. März machte Anthofer seine Bewerbung um das Amt des Bürgermeisters in Gorxheimertal öffentlich und warf als zweiter Kandidat seinen Hut in den Ring. Er wird von der CDU Gorxheimertal unterstützt. Am 10. März machte bereits Frank Kohl seine Bewerbung um das Amt des Bürgermeisters in Gorxheimertal öffentlich und warf als erster Kandidat seinen Hut in den Ring. Er wird von der SPD Gorxheimertal unterstützt.
Weitere Informationen gibt es auf seiner Homepage sowie in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram.
Die Bürgermeisterwahl ist auf den 8. Oktober terminiert. Wahlvorschläge sind bis Montag, 31. Juli, 18 Uhr, während der allgemeinen Öffnungszeiten schriftlich beim Wahlleiter der Gemeinde, Rathaus, Wahlamt, Siedlungsstraße 35, einzureichen.
„Durch meinen Alltag als Familienvater einer vierjährigen Tochter schaue ich momentan sowieso eher Kinderserien im Fernsehen“, sagt Anthofer und lacht. Außerdem habe er durch seine Schichtdienste nicht immer die Möglichkeit, sonntagabends zu Hause zu sein. „Wir müssen flexibel und rund um die Uhr abrufbar sein – und das eben auch an Sonn- oder Feiertagen.“ Dieses Engagement, das er derzeit in den Polizeiberuf steckt, möchte er gerne auch für Gorxheimertal aufbringen. Am 20. März gab Anthofer seine Bewerbung für das Amt des Bürgermeisters bekannt.
In den Austausch kommen
Gewählt wird am 8. Oktober – und bis dahin ist noch viel zu tun: „Vor allem möchte ich nun in den persönlichen Austausch mit den Bürgern von Gorxheimertal kommen und darauf freue ich mich sehr.“ Im Gespräch mit unserer Redaktion spricht Anthofer über sein kommunalpolitisches Interesse, seinen Fünf-Punkte-Plan für das Tal und darüber, welches Entwicklungspotential in der Gemeinde steckt.
Herr Anthofer, warum möchten Sie Bürgermeister von Gorxheimertal werden?
Michael Anthofer: Ich interessiere mich seit meiner Schulzeit für Politik. Seitdem ich mit meiner Familie in Hornbach lebe, habe ich meinen Fokus auch auf die Kommunalpolitik gelegt und bin im Vorstand des CDU-Gemeindeverbands Birkenau tätig. Kommunalpolitik ist für mich die direkteste Politik, weil man auf die Situation vor Ort Einfluss nehmen kann. Und das möchte ich auch für Gorxheimertal als Bürgermeister. Als ich mich für den Polizeiberuf entschieden habe, wollte ich mich in den Dienst der Allgemeinheit stellen und der Bevölkerung etwas zurückgeben – dieses Engagement möchte ich nun auch für Gorxheimertal einbringen und mich in den Dienst der Bürger stellen. Daher lautet mein Motto: „Der Mensch steht im Mittelpunkt.“ Ich bin zielstrebig und bringe mich gerne ein – es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die sich engagieren, denn davon lebt eine Gemeinde. Man muss eben an einem Strang ziehen und das möchte ich fördern. Ich bin dankbar für die Unterstützung meiner Familie und Freunde, die mich in meinem Vorhaben bekräftigen, Bürgermeister zu werden.
Sie möchten sich für Gorxheimertal starkmachen, sind aber kein „Talemer“ – sehen Sie das als Vor- oder Nachteil?
Anthofer: Ich sehe das klar als Vorteil. Es kann eine Chance sein, wenn jemand von außerhalb kommt und die Dinge objektiv betrachtet und unvoreingenommen an sie herangeht, und diese Objektivität möchte ich mir bewahren. Nun ergibt sich mit der Bürgermeisterwahl, zu der der langjährige Bürgermeister Uwe Spitzer nicht mehr antritt, die Möglichkeit, mit mir gemeinsam etwas Neues zu beginnen. Ich lebe zwar nicht in Gorxheimertal, sondern in Hornbach, aber das ist ja für mich und mein E-Bike auch nur einen Berg weit entfernt von Gorxheimertal. Obwohl ich kein „Talemer“ bin, aber eben frischen Wind reinbringe, erhalte ich für meine Kandidatur 100-prozentige Unterstützung von der CDU Gorxheimertal. Zustimmende Worte gab es auch vom CDU-Gemeindeverband Birkenau sowie auf Kreisebene, wo ich mich bereits engagiere.
"Es kann eine Chance sein, wenn jemand von außerhalb kommt und die Dinge objektiv betrachtet"
Als Sie Ihre Bewerbung bekanntgaben, sprachen Sie vom „Entwicklungspotential“, das Sie in der Gemeinde sehen. Wohin kann sich diese entwickeln?
Anthofer: Die Gemeinde weist einen guten Haushalt vor, aber Sparen ist nicht immer nur gut, sondern man muss auch investieren, um vorwärtszukommen. In der Vergangenheit wurden bereits tolle Grundsteine gelegt, auf die man aufbauen kann. Gorxheimertal kann sich jedoch noch mehr dem Thema Energie widmen, beispielsweise indem mehr Photovoltaikanlagen installiert oder Heizungen mit Pellets betrieben werden, die aus Strauchschnitten als Abfallprodukt der Bauhofarbeiten gefertigt werden. Der Glasfaserausbau ermöglicht eventuell die Ansiedlung von ortsunabhängigem Gewerbe, wie beispielsweise aus der IT-Branche, und kann demnach den wirtschaftlichen Standort stärken. Das wiederum kann dabei helfen, Bürger in die Wohngemeinde Gorxheimertal zu locken, die sich hier niederlassen und das Tal verjüngen – was schließlich zur Zukunftsfähigkeit der Gemeinde beiträgt. Gorxheimertal mit all seinen Vorzügen wie Rad- und Wanderwegen hervorzuheben, kann zudem die Attraktivität steigern. Diese Zukunftsidee ist Teil meines Fünf-Punkte-Plans, der die Gemeinde weiter nach vorne bringen könnte. Zu diesem Plan gehört auch die Bürgerbeteiligung, die ich weiter stärken möchte. Ich bin durch die „Zukunftsvision 2035“ auf Gorxheimertal aufmerksam geworden und finde es toll, wie die Bürger ins Boot geholt werden. Den Projektgruppen möchte ich nach der pandemiebedingten Pause gerne neues Leben einhauchen und dem angestoßenen Prozess moderierend einen Neustart ermöglichen, um eine bürgernahe Politik zu betreiben. Im Rahmen der „Zukunftsvision 2035“ kam außerdem die Idee eines Mehrgenerationenhauses auf, die ich großartig finde. Mir ist es wichtig, Jung und Alt zu stärken – von Betreuungsangeboten bis zur Barrierefreiheit und Hilfestellungen im digitalen Alltag. Daher beinhaltet mein Fünf-Punkte-Plan auch das Thema Familie.
Welche weiteren Themen verfolgt Ihr Fünf-Punkte-Plan?
Anthofer: Die Vereine: Denn ohne sie ist in einem Ort nichts los, sie füllen die Gemeinde mit Leben. Ich möchte die Vielfalt des Vereinslebens erhalten und besonders die Vereinsförderung im Blick behalten. Das Ehrenamt, wie ich es beispielsweise beim Jugendcamp des SVU oder beim Karfreitagstreffen in Gorxheim erlebt habe, muss gewürdigt werden. Dazu gehören auch gemeinsame Feste wie die Kerwe. Aber auch Verbindungen über Partnerstädte für beispielsweise einen Austausch in Form von sportlichen Turnieren halte ich für möglich. Auch das Thema Sicherheit liegt mir, auch berufsbedingt, am Herzen. Und dabei geht es überwiegend um das subjektive Sicherheitsempfinden sowie um die Verkehrssicherheit.
Welche Rolle spielt dabei Ihre berufliche Erfahrung?
Anthofer: Ich habe mich durch meine Arbeit im Führungs- und Einsatzstab des Polizeipräsidiums Mannheim unter anderem auch mit der Flüchtlingsthematik intensiv beschäftigt. Außerdem habe ich auch als Dienstgruppenführer Erfahrung in Führungsverantwortung. Ich kann also auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen. Das subjektive Sicherheitsempfinden gilt es ernstzunehmen. Eine Herausforderung, die auch im Jahr 2024 bestehen bleibt, ist die Integration der zugewiesenen geflüchteten Menschen. Hier ist es besonders wichtig, diese frühzeitig zu integrieren und stets zu kommunizieren, damit eventuelle Vorurteile gar nicht erst entstehen und Ängste abgebaut werden können. Auch in Sachen Verkehrssicherheit geht es darum, dass man sich im Tal wohlfühlt – von der Straßenbeleuchtung bis zum langsameren Fahren entlang der Hauptstraße. Bereits kleinste Veränderungen können einen Einfluss auf das Fahrverhalten haben.
Welche sind Ihre nächsten Schritte?
Anthofer: Ich möchte nun vor allem in den Austausch kommen, sodass mich die Gorxheimertaler persönlich kennenlernen. Auch an Grundschule, Vereine, Kitas und Kirchen möchte ich herantreten, um zu erfahren, was das Tal beschäftigt, welche Wünsche es gibt und wobei ich helfen kann. Mir ist es wichtig, ein offenes Ohr zu haben für alle Anliegen. Auch über meine Homepage und meine Social-Media-Kanäle kann man mit mir jederzeit in Kontakt treten. Sollte ich zum Bürgermeister gewählt werden, möchte ich die direkte Kommunikation auf jeden Fall weiter fortführen, in Form von Bürgersprechstunden und regelmäßigen Informationen für die Bevölkerung aus dem Vereins- und Gemeindeleben.