WNOZ-Glosse

Moment Mal: "Mein Freund der Baum"

Inspiriert von einem Video und Peter Wohllebens Buch fragt sich unsere Autorin: Was erzählen sich Bäume eigentlich über das "Wood Wide Web"?

Foto: WNOZ Collage / Philipp Reimer

Haben Sie schon einmal etwas vom „Wood Wide Web“ gehört? Das Netzwerk der Bäume wird auf diese Art bezeichnet; „wood“ steht also für Holz. So wie wir Menschen unter anderem über das „World Wide Web“ interagieren, tauschen sich Ulme und Co. unterirdisch über ihre Wurzeln und mithilfe von Pilzen aus.

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Ich begab mich auf Spurensuche, nachdem ich ein Video gesehen hatte, in dem eine Frau mit einem Baum sprach. In dem Kurzfilm war ein Ast zu sehen, auf den die Dame sanft einredete. Er bewegte sich daraufhin aktiv in ihre Nähe und reagierte somit auf ihre Ansprache. Parallel durchforstete ich die Lektüre von Peter Wohlleben „Das geheime Leben der Bäume“, das Erstaunliches über diese Holzgewächse ans Tageslicht bringt. Sie sind hoch kommunikativ.

Ich fand heraus, dass sie ein ausgefuchstes System nutzen, um sich auch untereinander zu verständigen.

Jetzt stellt sich mir die Frage, was sich Bäume eigentlich gegenseitig erzählen? Wie darf man sich Waldtratsch vorstellen? Sind alle Bäume gleichsam ins Gespräch involviert, oder wird der neueste Klatsch eventuell vor Frau Buche geheim gehalten? Für mich hat das Wort Stammtisch nun auch eine ganz neue Bedeutung bekommen, und ich würde zu gern wissen, ob Nadelbäume eine andere „Sprache“ als Laubgehölze sprechen?

Vielleicht bekomme ich ja eine Antwort, wenn ich das nächste Mal wieder im Wald spazieren gehe. Dort steht nämlich ein ganz bestimmter Baum, an dem ich auf meiner Laufstrecke vorbeikomme und den ich sehr mag.

Dann frage ich ihn einfach mal, denn bisher habe ich ihn immer nur still umarmt. (saho)