Siedelsbrunn

Schützen sind gegen eine Verschärfung

Bei der Delegiertenversammlung des Schützenbezirks Starkenburgs in Siedelsbrunn kommt es zu Diskussionen um das deutsche Waffenrecht.

Eine Verschärfung des deutschen Waffenrechts lehnt der Schützenbezirk Starkenburg ab. Dies wurde bei der Delegiertenversammlung in Siedelsbrunn deutlich. Die Kritik der Schützen beziehe sich insbesondere darauf, dass – abweichend von der im Koalitionsvertrag vereinbarten Ausgestaltung des Waffenrechts durch die politisch Verantwortlichen zusammen mit den Schützen- und Jagdverbänden – Anfang des Jahres Forderungen zur Verschärfung dieses Gesetzes geäußert worden seien, erklärte der Vizepräsident des Hessischen Schützenverbandes (HSV), Markus Weber.

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Mit der Aussage „Wenn wir über eine Novellierung des Waffenrechts sprechen, schaffen wir den Schießsport ab“ fand er deutliche Worte in Richtung derer, die ihre Forderung zur Gesetzesverschärfung kundtaten. In ihrer Stellungnahme zum Jahresbeginn habe sich die Verbändeallianz dazu bekannt, dass „Extremisten, Kriminelle oder psychisch kranke Personen keinen Zugang zu Waffen haben dürfen“. Das sei allerdings bereits mit den geltenden Gesetzen möglich.

Bezirksschützenmeister Florian Keil berichtete in diesem Zusammenhang von einer Reise einer Schützendelegation nach Berlin auf Einladung eines SPD-Abgeordneten. Hier hätten die Schützen die Forderung in Richtung Regierung gestellt, keine Verschärfung des Waffengesetzes durchzuführen. Die Regierung solle lieber Geld zur Verfügung stellen, damit die Waffenbehörden mehr Personal einstellen können, um ihre jetzigen Aufgaben wahrnehmen zu können. „Denn unserer Ansicht nach fehlen hier die Mitarbeiter, die Waffenbehörden können aktuell gar nicht ihren Aufgaben nachkommen“, fügte Keil an. Die CDU-Fraktion teile diese Meinung und stehe voll und ganz hinter dieser Forderung. Mit den weiteren Parteien sei ein Dialog im Gange, doch habe es bisher keine Rückmeldung gegeben.

Zu den Diskussionen über das Waffenrecht stellte der Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Meister (CDU) in seinem Grußwort die rhetorische Frage: „Kann man einen Zugewinn an Sicherheit erzielen?“ Nach seiner Ansicht solle man die vor drei Jahren verabschiedete Fassung des deutschen Waffenrechts erst einmal setzen und beobachten lassen.

Der stellvertretende Bezirksschützenmeister Hans-Joachim Bessert konnte zur Zufriedenheit der Versammlung noch mitteilen, dass die Bedürfnisanträge zum Erwerb von Sportwaffen in gekürzter Fassung vereinfacht worden seien.

Vorstand wieder voll besetzt

Im Rahmen der Versammlung konnte das Amt des Schatzmeisters wieder besetzt werden. Nachdem sich Keil kommissarisch um die Finanzen des Schützenbezirks gekümmert hatte, wird diese Aufgabe nun Michael Kohlbacher (Hetschbach) übernehmen. Zudem wurde Geir Dillan (Lorsch) als stellvertretender Sportleiter und damit als Nachfolger von Andreas Lenz gewählt.

Schriftführerin Petra Marksteiner-Brohm (Lützelbach), die als aktives Mitglied in der „DemoS!-Kerngruppe“ tätig ist, richtete ihren Appell an alle Aktiven sowie an alle Vorstandsmitglieder des Schützenkreises, sich verstärkt an der Teilnahme an dem Projekt zu beteiligen. Es geht um die Erstellung des Leitbilds des Hessischen Schützenverbandes, für das nach diversen Online-Treffen ein großes Präsenztreffen zum Thema Leitbilderstellung am 27. Januar 2024 im Landesleistungszentrum in Frankfurt-Schwanheim stattfinden soll. Themen wie Vielfalt, Inklusion und Abgrenzung gegen Extremismus, die im gesamten Sportbereich diskutiert werden, sollen im Vordergrund der Ausgestaltung dieses Leitbilds stehen.

Über den Stand der neuen Mitgliederverwaltung ZMI gab Weber einen Überblick aus erster Hand. Er räumte dabei ein, dass es Benutzerprobleme basierend auf Problemen bei der Migration dieses Programms, das in acht Landesverbänden genutzt wird, gegeben habe. An der Verbandsspitze werde mit Hochdruck daran gearbeitet, den Anforderungen an dieses Programm gerecht zu werden. Bienwald ergänzte, dass ab sofort keine Excel-Liste mehr für die Mitgliederverwaltung erforderlich ist und in den kommenden Tagen eine Rund-Mail an alle Vereine gesendet wird.

Für das Jahr 2024 konnten die Gastgeber für die Bezirksdelegiertenversammlungen gefunden werden. Die Sportschützen Lindenfels erklärten sich bereit, als Ausrichter für die Frühjahrssitzung zu fungieren, der SV Beerfurth übernimmt die Herbstsitzung. wfe