Wald-Michelbach: Schließung von B+S Haushaltswaren - „Ein herber Schlag für den Überwald“
Ende September ist Schluss bei B + S Haushaltswaren. Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft, während Politik und Wirtschaft nach Lösungen suchen.
Wald-Michelbach. „Das ist ein herber Schlag für Wald-Michelbach und für den Überwald.“ Mit diesem Kommentar bringt Sebastian Schröder, Geschäftsführer der Zukunftsoffensive Überwald, die Auswirkungen der für Ende September angekündigten Schließung der Firma B+S Haushaltswaren auf den Punkt. Die Unternehmensgruppe Bierbaum, die den Betrieb erst im vergangenen Oktober übernommen hatte, gab dies am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekannt und begründete diesen Schritt mit dem Wegfall zweier Großkunden. Durch den daraus resultierenden Umsatzverlust sei es nicht mehr möglich, den Standort Wald-Michelbach wirtschaftlich zu betreiben, erklärte Geschäftsführer Dr. Frank Bierbaum.
Tiefer Einschnitt
Auch der Wald-Michelbacher Bürgermeister Dr. Sascha Weber zeigte sich von der Nachricht erschüttert. „Mit dem neuen Investor waren große Hoffnungen für den Standort Wald-Michelbach verbunden. Dass aufgrund veränderter Marktbedingungen nun schon innerhalb von zwölf Monaten die Schließung folgt. ist bedauerlich und gerade auch für die langjährig Beschäftigten ein tiefer Einschnitt“, erklärt er in einer Stellungnahme auf Anfrage unserer Redaktion.
Angesichts der angekündigten Betriebsschließung ist es für ihn umso wichtiger, dass das geplante Gewerbegebiet in Affolterbach zeitnah erschlossen werden kann, damit hier neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. „Aufgrund der gegenwärtigen Nachfrage nach Gewerbeflächen hoffe ich, dass die Eigentümer des Fabrikgebäudes bald einen passenden Betrieb oder Gründer als Nachmieter finden“, fügt Weber noch an.
Im vergangenen November hatten Weber und Schröder noch ein Gespräch mit dem Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Bierbaum, wie ZKÜ-Geschäftsführer Schröder berichtet. „Da hatten wir noch ein gutes Gefühl“, erklärt er hinsichtlich der weiteren Entwicklung von B+S Haushaltswaren, „da ist sehr schade, dass das Ganze durch verloren gegangene Aufträge solch eine Wendung nimmt, schließlich ist die Firma einer der größten Arbeitgeber im Überwald.“
Neue Arbeitsstellen finden
Für ihn als Wirtschaftsförderer steht nun an erster Stelle, für die Mitarbeiter, die am 30. September ihren Arbeitsplatz verlieren, schnellstmöglich eine neue Stelle im Überwald zu finden beziehungsweise sie zu vermitteln. „Das müssen wir aktiv angehen, denn es gibt derzeit einige offene Stellen in der Region“, erklärt er nicht zuletzt im Hinblick auf den vorhandenen Fachkräftemangel, der auch den Betrieben im Überwald Probleme bereitet. Die ersten Stellenanzeigen hat er schon an B+S geschickt. „Da geht es dann auch darum, herauszufiltern, welche offenen Stellen zu den Mitarbeitern passen.“
In einem zweiten Schritt geht es Schröder dann darum, die Räumlichkeiten in der Straßburg mittelfristig einer neuen Nutzung zuzuführen, wobei er hier die Eigentümer, die Immobiliengesellschaft Bihn und Wojcik, unterstützen möchte. Möglichkeiten sieht er an dem Standort beispielsweise für Firmen, die vor Ort Gewerbeflächen suchen, aber im IGENA-Industriepark in Wald-Michelbach nicht bedient werden können. „Vielleicht lässt sich auch ein neuer Investor finden“, so Schröders Hoffnung.
Heinz Fischer, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Überwald, musste die „Hiobsbotschaft“ erst einmal verdauen. Er macht sich vor allem Gedanken um die vielen Minijobbler, die bei B+S beschäftigt waren und denen dann 550 Euro im Monat fehlen werden. „Dadurch geht auch Kaufkraft im Überwald verloren“, befürchtet er. Da die Minijobbler im Überwald nur schwer zu vermitteln seien, hofft auch er, dass sich ein Nachfolger für das Betriebsgelände findet, der solche Arbeitsplätze anbieten kann.