Was tun, wenn es zum Wildunfall kommt?
Mit der frühen Dunkelheit erhöht sich auch die Gefahr für einen Wildunfall. Wie man eine Kollision vermeiden kann und was im Fall der Fälle zu beachten ist.
Autofahrer im Überwald sollten im Herbst ihre Fahrweise anpassen. Nicht allein die früh einsetzende Dämmerung oder Nebelbildung machen eine vorsichtige Fahrweise notwendig, sondern im Augenblick findet auch verstärkt Wildwechsel statt. Gerade im ländlichen Räumen wie dem Odenwald steigt damit die Gefahr, dass Wildtiere in der Dämmerung aus Feldern oder Waldrändern auftauchen und die Landstraßen unvermittelt überqueren, um auf Nahrungssuche zu gehen. Hinzu kommt, dass die Uhren in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf Winterzeit umgestellt werden. Deshalb wird es abends bereits eine Stunde früher dunkel. Aber wie soll man sich verhalten, wenn Wild auf der Straße steht, oder wenn es tatsächlich zu einem Unfall kommt?
Wie kann man einen Wildunfall verhindern?
Vor allem ist es wichtig, defensiv und bremsbereit zu fahren. Dafür plädieren sowohl der Abtsteinacher Verkehrsexperte Volker Schork, Regionalbeauftragter der ACE Region Hessen, als auch Markus Stifter vom Landesjagdverband Hessen (LJV) in ihren Pressemitteilungen. Der LJV warnt: „Ein Tier kommt selten allein. Autofahrer sollten stets mit Nachzüglern rechnen.“
Wie soll man sich verhalten, wenn ein Tier auf der Straße steht?
Autofahrer sollen es vermeiden, unkontrolliert auszuweichen. Vielmehr sollen sie das Lenkrad festhalten, bevor sie eine Vollbremsung einleiten. Das Risiko, in den Gegenverkehr zu geraten oder gegen Bäume am Straßenrand zu fahren, ist deutlich erhöht. Auch wichtig: Sofort abblenden, denn das Fernlicht blendet die lichtempfindlichen Tiere und macht sie orientierungslos. Dann könnten sie einfach stehen bleiben. Zudem hilft lautes Hupen, dadurch können die Tiere sich akustisch orientieren und flüchten.
Was ist nach einem Wildunfall zu tun?
Ist es zum Wildunfall gekommen, sollte man den Warnblinker anmachen, um auf sich aufmerksam zu machen. Für den eigenen Schutz sollten Autofahrer während der Absicherung eine Warnweste tragen, empfehlen die Experten. Wenn Mitfahrende sich verletzt haben, ist über 112 der Notruf zu wählen und Erste Hilfe zu leisten. Im Anschluss sollten Betroffene die Polizei verständigen, die sich mit dem zuständigen Jäger in Verbindung setzt. Die Polizei stellt auch eine Wildunfallbescheinigung aus, der als Nachweis für die Versicherung dient. Wichtig: Wer einen Wildunfall nicht meldet, macht sich strafbar.
Was ist zu tun, wenn das Tier noch lebt?
Verletztes Wild sollte niemals angefasst oder verfolgt werden. Denn die Tiere könnten panisch reagieren. Sollte das verletzte Tier geflohen sein, sollten Autofahrer den zuständigen Jäger kontaktieren und die Unfallstelle, zum Beispiel mit einem Papiertaschentuch, gut sichtbar markieren, raten die Experten. So kann die Fluchtrichtung besser ermittelt werden. Tote Wildtiere dürfen nie ohne Handschuhe angefasst werden, sie können Parasiten übertragen. Wichtig zu beachten: Ob lebendig oder tot, wer Wildtiere mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
Was kann man tun, wenn man ein überfahrenes Tier entdeckt?
Tot aufgefundene Wildtiere können über die App „Tierfund-Kataster“ gemeldet werden, wie die Experten empfehlen. Die Erfassung hilft Unfallschwerpunkte zu erkennen und macht sichtbar, wie groß die Verluste der nicht meldepflichtigen Arten sind. Dazu zählen unter anderem Arten wie Füchse, Igel, Marder und Greifvögel, aber auch geschützte Tiere wie die Wildkatze.