Birkenau

Kinderbuchautorin Ute Krause liest in Birkenau vor

Berliner Kinder- und Jugendbuchautorin Ute Krause hat mehrere Bücher im Reisegepäck und liest auch vor Schülern der Sonnenuhren- und Langenbergschule.

Von Berlin nach Heppenheim und Birkenau ging es für die Kinder- und Jugendbuchautorin und Illustratorin Ute Krause. Unser Bild zeigt die Autorin bei ihrer Lesung in der Sonnenuhrenschule in Birkenau. Auch in der Langenbergschule und in der Schloss-Schule in Heppenheim begeisterte sie die Schüler mit ihren Geschichten und Zeichnungen. Die drei Schulen freuen sich über dieses gelungene, schulübergreifende Projekt. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Von Berlin nach Heppenheim und Birkenau ging es für die Kinder- und Jugendbuchautorin und Illustratorin Ute Krause. Unser Bild zeigt die Autorin bei ihrer Lesung in der Sonnenuhrenschule in Birkenau. Auch in der Langenbergschule und in der Schloss-Schule in Heppenheim begeisterte sie die Schüler mit ihren Geschichten und Zeichnungen. Die drei Schulen freuen sich über dieses gelungene, schulübergreifende Projekt.

Die Birkenauer Schüler sind im Lesefieber: Erst im November stand für die Birkenauer Kindergartenkinder, für die Schüler der Birkenauer und Nieder-Liebersbacher Grundschulen sowie der Langenbergschule (LBS) im Rahmen des bundesweiten Vorlesetags alles im Zeichen des Vorlesens und Zuhörens. Fast 250 junge Birkenauer kamen in die LBS, in der die großen Schüler den jüngeren vorlasen. Gelesen wurde auch im örtlichen Buchladen, im Rathaus und im Seniorenheim (wir haben berichtet). Und nun hieß es für Schüler der Sonnenuhrenschule und der LBS erneut „lauschen“: Dieses Mal der Berliner Autorin und Illustratorin Ute Krause, die nicht nur nach Birkenau, sondern auch an die Schloss-Schule in Heppenheim gekommen war. Mit im Reisegepäck hatte sie die drei Bücher „Die Muskeltiere“, „Minus Drei“ und „Im Labyrinth der Lügen“.

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Initiatorin der Lesungen war Nicole Meyer, stellvertretende Schulelternbeiratsvorsitzende der Sonnenuhrenschule. Nachdem sowohl die Schloss-Schule als auch die LBS zusagten, wurde das Projekt realisiert und die Autorin eingeladen. Ihre erste Lesung hatte die Autorin in derHeppenheimer Schloss-Schule, in der sie den Zweit- und Drittklässlern aus dem Weihnachtsband „Die Muskeltiere und das Weihnachtswunder“ vorlas.

Kinder sind mitten im Geschehen

In der Sonnenuhrenschule in Birkenau las Krause dann gleich zweimal vor: Für die Dritt- und Viertklässler las sie ebenfalls mehrere Passagen aus dem Weihnachtsband von „Die Muskeltiere“ und beendete den Spannungsbogen an der spannendsten Stellen und die Kinder können nun fantasieren, wie die Geschichte wohl ausgehen wird. Für die Erst- und Zweitklässler las sie aus „Minus Drei“ vor und verwickelte die Kinder über Zwischenfragen mit ins Geschehen.

Im Anschluss an ihre Lesung in der Sonnenuhrenschule ging es dann zur nächsten Lesung: In der LBS las Krause aus ihrem Jugendbuch „Im Labyrinth der Lügen“ vor, worüber sich nicht nur die Schüler der 7. und 8. Klassen, sondern auch Bibliothekarin Claudia Remmert und Deutschlehrerin Anke Arndt freuten. Krause gewann die Zuhörer schnell für sich, indem sie ausführlich über die Stationen ihres Lebens – Türkei, Nigeria, Indien und die USA – berichtete und auch die Schwierigkeiten beschrieb, nach langem Auslandsaufenthalt nach Deutschland zurückzukehren.

Eine wahre Geschichte fasziniert

Anschließend sprach die Schriftstellerin über die jüngere deutsche Geschichte und erklärte die Hintergründe der deutschen Teilung. Und das war für die Schüler sehr interessant, schließlich spielt dieses Jugendbuch in Berlin und erzählt die Geschichte einer Kindheit in der DDR. Gebannt hörten die Schüler der wahren Geschichte von der gescheiterten Flucht einer Familie aus Ostberlin zu und wie die Schriftstellerin aus diesem Stoff ihren Roman über den zwölfjährigen Paul verfasste, dessen Eltern nach dem vereitelten Fluchtversuch aus der DDR verhaftet und später vom Westen freigekauft wurden. Nach einem Aufenthalt im Kinderheim lebte Paul deshalb bei seiner Großmutter und seinem Onkel. Kurz wurde der Fortgang der Geschichte angedeutet, die sich zu einem regelrechten Krimi entwickelt, aber dann war die Lesezeit auch schon beendet.

Viele Fragen an die Autorin

Die Schüler stellten im Anschluss noch viele persönliche Fragen, interessierten sich für das Entstehen der Bücher von Krause und wollten das Ende der Geschichte erfahren, das sie aber aus der Autorin nicht herausbekamen. Krause gab den Langenbergschülern am Ende ihres Besuchs noch einen persönlichen Ratschlag: Sie selbst habe viele Hindernisse überwinden müssen, ihre Eltern hatten ihr Interesse am Zeichnen nicht unterstützt, aber wenn man etwas wirklich wolle, dann könne man es auch umsetzen.

Aus Strichen werden Figuren

Alle drei Schulen sind sich einig, dass neben dem gekonnten Vorlesen auch besonders beeindruckend war, wie Krause mit geübten Handschwüngen die Figuren ihrer Bücher auf große Papierbögen zeichnete. Alle auf diese Weise entstandenen Bilder wurden von der Autorin signiert und verbleiben an den Schulen. Die Schüler hatten zudem Gelegenheit, ausgelegte Originalzeichnungen zu bestaunen und Fragen zu stellen. „Es waren tolle Lesungen, die sicherlich bei vielen Kindern das Interesse am Lesen verstärkt haben“, heißt es in der Mitteilung der drei beteiligten Schulen.

Signierte Bücher

Sie bedankten sich auch bei Meyer für ihren Einsatz für dieses tolle übergreifende Projekt. Die Kinder der Sonnuhrenschule durften sich zudem noch über signierte Bücher freuen, denn Meyer hatte im Vorfeld bereits vorhandene Bücher organisiert, damit die Autorin diese dann mit ihrem Autogramm versehen konnte. Die Lesungen wurden für die Schüler größtenteils über Mittel des Förderprogramms „Löwenstark“ des Landes Hessen finanziert. Wer von Krauses Büchern nicht genug bekommen hat, der kann sich im Birkenauer Buchladen über die Autorin und ihre Werke informieren.