Wie geht es weiter mit dem Freibad Birkenau?
Die Birkenauer Gemeindevertretung wird bei ihrer Sitzung am 22. April darüber entscheiden, wie es mit dem beliebten Freibad weitergeht. Vier Varianten liegen vor.
Birkenau. Wenn sich die Birkenauer Gemeindevertretung am Dienstag, 22. April, 20 Uhr zu ihrer nächsten Sitzung trifft, werden sich die Mandatsträger mit wichtigen Themen befassen. Unter anderem stehen die Sanierungsarbeiten am Regenüberlaufbecken an der Einmündung zur Innerörtlichen Gemeindestraße (IöG) oder auch der Neubau einer Kindertagesstätte auf der Tagesordnung. Genauso wichtig wie die Kita ist vielen Birkenauern der Zustand des Freibads. Bei der nächsten Sitzung wird sich die Gemeindevertretung daher mit dem Gesamtkonzept der Einrichtung beschäftigen.
Wie ist der aktuelle Stand beim Freibad?
Das Bad weist einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Die Technik ist nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Die Durchströmung des Beckens durch die Hydraulik ist zu gering, was zu Problemen bei der Verteilung des Chlors führen kann. Aktuell gibt es einen Bestandsschutz, da die Wasserwerte trotz allem noch eingehalten werden können. Dies wird durch das Zuführen von Trinkwasser erreicht.
Können auftretende Schäden noch repariert werden?
Bei Schäden an der Technik kann eine Reparatur nicht immer gewährleistet werden. Viele Ersatzteile werden nicht mehr hergestellt. Das Becken weist verschiedene Schäden auf.
Was bedeutet das für die anstehende Saison?
In den Vorbereitungen zur Badesaison ist ein großer Zeitaufwand nötig, um die Risse im Beton zu schließen und das Becken zu streichen. Trotz dieser Arbeiten gibt es immer noch einen großen Wasserverlust.
Ist das Gebäude in einer besseren Verfassung?
Das Gebäude ist ebenfalls in einem schlechten Zustand. Das gilt auch für die Wasserleitungen. Die Stromverteilung ist nicht mehr ausreichend. Die Sanitäranlagen sind ebenfalls veraltet und durch die Feuchtigkeit lösen sich die Fliesen teilweise ab. Das Dach des Gebäudes ist im Bereich der Umkleidekabinen einsturzgefährdet.
Welche Varianten der Sanierung gibt es?
Variante 1 beschreibt die sogenannte Bestandssanierung. Die Beckengröße bliebe unverändert und der bisherige Bestand müsste an die heutigen Standards angepasst werden. Zusätzlich wurde die Rutsche in ein separates Becken geplant, was auch für die Varianten 2 und 3 gilt.
Variante 2 würde aus dem derzeitigen 50-Meter-Schwimmbecken ein 25-Meter-Becken machen. Das Kinderbecken würde in die derzeitige Wasserfläche integriert werden, das Nichtschwimmerbecken räumlich getrennt.
Variante 3 sieht ein Schwimmbecken mit drei 50-Meter-Bahnen und drei 25-Meter-Bahnen vor. Das Nichtschwimmerbecken würde räumlich getrennt und mit einem Wasserstrudel aufgewertet werden. Das Kinderbecken würde an einer anderen Stelle geplant als in Variante 2.
Variante 4 beschreibt eine Schwimmbadsanierung mit dem Fokus auf die Kostenseite. Hier sollen nur die Mindeststandards erfüllt und auf Attraktionen und Besonderheiten verzichtet werden.
Welche Kosten werden durch die Maßnahme auf die Gemeinde zukommen?
Die Gesamtkosten sollen netto 5,9 Millionen Euro betragen: 4,1 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt sollen 2026, die restlichen 1,8 Millionen Euro sollen 2027 für den zweiten Bauabschnitt in den Haushalt eingestellt werden.
Wie soll diese Investition finanziert werden?
Investitionen der Gemeinde Birkenau werden über Kredite finanziert. Diese werden derzeit über 20 Jahre getilgt. Die Finanzhaushalte werden also über die Dauer dieser 20 Jahre mit einer Summe von 300.000 Euro belastet.
Ist eine Förderung der Maßnahme möglich?
Zu Beginn der Projektstudie 2020 war das Förderprogramm SWIM des Landes Hessen aktiv. Die Förderung umfasst Sanierungen und Neubauten von Freibädern. Die Maßnahmen werden mit bis zu 30 Prozent, allerdings maximal 1 Million Euro, gefördert. Das Programm ist 2024 ausgelaufen, 2025 ist die Förderung SWIMplus ins Leben gerufen worden. Trotz der enormen Preissteigerungen im Bausektor wurden die verfügbaren Summen in diesem Förderprogramm nicht angepasst.
Warum wird die Maßnahme in zwei Bauabschnitte unterteilt?
Bereits in der Projektstudie der Firma Aqua-Technik Freiburg war von zwei Bauabschnitten die Rede. Bauabschnitt 1 umfasst das Becken und die dazugehörige Technik. In Bauabschnitt 2 werden das Gebäude und das Kinderbecken saniert.
Wie können die Planungen für die Sanierung konkret in Angriff genommen werden?
Zunächst bedarf es eines Beschlusses durch die Gemeindevertretung. In den kommenden Haushalten sind dann die entsprechenden Mittel zu hinterlegen. Um die Förderung beantragen zu können, muss ein Gesamtkonzept mit Kosten vorliegen. Diese Vorbereitungen sind zeitnah umsetzbar. Nach Genehmigung des Haushalts 2026 kann nach einem entsprechenden Beschluss der Gemeindevertretung die Ausschreibung und die Vergabe durchgeführt werden. Für die Umsetzung ist mit einer Dauer von zwei Jahren zu rechnen – abhängig von Einflüssen wie der Genehmigung des Haushalts, dem Ergebnis der Ausschreibung und der Verfügbarkeit der Fachfirmen.