Neujahrsempfang Volksbank Kurpfalz

ARD-Wetterfrau Claudia Kleinert über Klimakrise: Müssen uns auf Extreme einstellen

Volksbank Kurpfalz: Beim Neujahrsempfang in Weinheim stehen Wissenschaftspreise und ARD-Wetterfrau Claudia Kleinert im Mittelpunkt. Noch sei es möglich zu handeln, sagt Kleinert zum Thema Klimakrise.

Claudia Kleinert ist sich sicher: „Das Ausmaß des Temperaturanstiegs liegt noch in unserer Hand.“ Foto: Fritz Kopetzky
Claudia Kleinert ist sich sicher: „Das Ausmaß des Temperaturanstiegs liegt noch in unserer Hand.“

Weinheim. Im Rahmen ihres Neujahrsempfangs vergab die Volksbank Kurpfalz zusammen mit dem ZEW (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) Mannheim die diesjährigen Wissenschaftspreise. Zahlreiche Gäste nahmen in der Stadthalle an der feierlichen Verleihung der Auszeichnungen teil, die in diesem Jahr Maren Ehrgott für ihre Masterarbeit und Dr. Cäcilia Lipowski für ihre Dissertation erhielten.

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Rückblick auf das Jahr 2024

Im Rahmen seiner Begrüßungsansprache warf der Sprecher des Vorstands der Volksbank Kurpfalz, Carsten Müller, einen Rückblick auf das Jahr 2024 mit seinen Auswirkungen globaler geopolitischer Krisen, insbesondere auf die schwierige Situation der deutschen Automobilindustrie und die zeitverzögerte Wirkung der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank. Er stellte aber auch die positiven Entwicklungen des Jahres 2024 heraus, zum Beispiel das Sinken der Inflation sowie den Anstieg der Reallöhne und damit die höhere Kaufkraft vieler Haushalte.

Kurz ging er auch auf das Leistungsangebot im Finanzierungsbereich der Volksbank Kurpfalz Stiftung ein, ehe er auf die 11. Verleihung der Wissenschaftspreise zu sprechen kam. Diese verfolgen zusammen mit dem ZEW ein gemeinsames Ziel: den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und Impulse für den gesellschaftlichen Fortschritt zu geben. Dotiert ist die Auszeichnung für die studentische Masterarbeit mit 2.000 Euro, für die Dissertation mit 3.000 Euro.

Frauen in der Forschung

Die Preise übergaben die kaufmännische Geschäftsführerin des ZEW, Claudia von Schuttenbach, sowie Professor Dr. Nicolas Ziebarth, der seit 2022 Leiter des ZEW-Forschungsbereichs ist und zuvor eine Professur an der Cornell-Universität in den USA innehatte. Der 43-Jährige, der selbst bereits für seine Forschungsarbeiten ausgezeichnet wurde und im Handelsblatt-Ranking an 12. Stelle aller deutschsprachigen Ökonomen unter 40 steht, freute sich besonders darüber, dass es sich in diesem Jahr um zwei Preisträgerinnen handelte, zumal Frauen in der Forschung nach wie vor unterrepräsentiert seien.

KI im Fokus

Um das Gender-Thema in der Wissenschaft geht es auch in der Masterarbeit von Maren Ehrgott, die geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) erforscht hat. In ihrer Dankesrede bezeichnete die glückliche Preisträgerin ihre Auszeichnung als nachträgliches Weihnachtsgeschenk. Ebenso freute sich Dr. Cäcilia Lipowski über die hohe Bewertung ihrer Doktorarbeit, die aus vier empirischen Einzelstudien besteht und sich mit den Auswirkungen der fortschreitenden Technologisierung der Arbeitsmärkte befasst.

Dr. Cäcilia Lipowski und Maren Ehrgott (mit Urkunden) wurden mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Foto: Fritz Kopetzky
Dr. Cäcilia Lipowski und Maren Ehrgott (mit Urkunden) wurden mit dem Wissenschaftspreis ausgezeichnet.

Fachkundig und unterhaltsam

Von der Wissenschaft der Arbeitswelt ging es zur Wissenschaft vom Wetter, der Meteorologie. Als ernstes Thema bezeichnete Carsten Müller das Wetter, das heutzutage von einer Unmenge KI-gestützter Daten vorausgesagt werde, ehe er die Wetterexpertin und Referentin des Abends, Claudia Kleinert, ankündigte. Bekannt ist sie vor allem als Wettermoderatorin der ARD. Sie arbeitet daneben als Business-Coach, engagiert sich für die Lebenshilfe und ist Botschafterin der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“. Fachkundig, unterhaltsam, sympathisch und ohne Spickzettel gestaltete die Frau im roten Blazer ihr knapp einstündiges Referat. Sie gab Einblicke in die Welt der Wettervorhersage, die auch mit dem besten KI-System nicht über zwei Tage hinaus zuverlässige Aussagen treffen kann.

Klimawandel und Nachhaltigkeit

Kleinert sprach von den Regenmassen, mit denen wir es künftig, ähnlich wie im Ahrtal, zu tun haben werden – die man trotz wissenschaftlichen Fortschritts nicht punktuell auf eine Region voraussagen könne. Sie thematisierte die Folgen der Klimaerwärmung und betonte, dass 15 Grad im Januar zwar angenehm seien, jedoch in Wirklichkeit eine bedrohliche Folge der Klimakrise darstellten.

Sie wies aber auch darauf hin, dass es jetzt an der Zeit sei, sich auf den Klimawandel einzustellen, um Schlimmeres zu verhindern. In diesem Zusammenhang erwähnte sie das Thema „Nachhaltigkeit“, nicht nur im Alltag, sondern auch am Arbeitsplatz. „Zu wünschen wäre, dass Unternehmen zusammenarbeiten und beim Thema Umweltschutz gegenseitig Erfahrungen austauschen“, betonte Kleinert, deren Wetterprognosen zwar nicht länger als zwei Tage reichen, die jedoch anhand von Studien langfristig die Zunahme von Temperaturextremen und den damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels voraussagen kann.

„Doch das Ausmaß des Temperaturanstiegs liegt noch in unserer Hand“, bemerkte Kleinert an diesem Abend, an dem zwei Forscherinnen zum Thema „Zukunft der Arbeitswelt“ ausgezeichnet wurden. Nachhaltigkeit sollte auch hier eine große Rolle spielen.