Bewegung bei Brückenneubau zwischen Heppenheim und Laudenbach
Im April 2022 hat die Stadt Heppenheim die Brücke über die Bahngleise am verlängerten Erbachwiesenweg abreißen lassen. Kritisch wurde das vor allem in Laudenbach gesehen - nun gibt es Licht am Horizont.
Heppenheim/Laudenbach. Die Laudenbacher SPD-Fraktionschefin Ulrike Schweizer plädierte unlängst dafür, Mittel in den Haushaltsplan für dieses Jahr aufzunehmen, um sich am Neubau der Heppenheimer Brücke zu beteiligen. Sie verzichtete auf einen Antrag, nachdem sie erfahren hatte, dass sich bei der Laudenbacher Verwaltung noch niemand wegen einer Mitfinanzierung gemeldet hatte. Sie hoffte aber bei der Haushaltsverabschiedung in der vergangenen Woche, dass rasch Bewegung in diese Angelegenheit kommt.
20 000 Euro für Planung
Grund für die Äußerungen Schweizers: Die Stadt Heppenheim hat im Doppelhaushalt 2024/2025 Mittel für den Bau einer Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Bahnschienen eingestellt. Dabei handelt es sich freilich zunächst einmal um eine Planungsrate in Höhe von 20 000 Euro, wie Erste Stadträtin Christine Bender auf Nachfrage der Weinheimer Nachrichten erklärte. Sinn und Zweck der Maßnahme sei es, eine Vorstellung von den Kosten des Neubaus zu bekommen. Erst, wenn diese aufsehbar seien, soll es um die Finanzierung gehen.
Dabei schaut Heppenheim auch über die Landesgrenze hinweg – nach Laudenbach, dessen Einwohner angesichts der Lage der Brücke auf der südlichen Gemarkungsgrenze mutmaßlich den größten Nutzen von dem Bauwerk hätten. Daneben soll aber auch bei den benachbarten Landkreisen, dem hessischen Kreis Bergstraße und dem baden-württembergischen Rhein-Neckar-Kreis wegen Zuschüssen vorgesprochen werden.
Vielleicht fließen sogar Landesmittel. Es könnte nämlich eine Rolle spielen, dass die Brücke auf einer der Alternativrouten liegt, die einen Radschnellweg von Mannheim und Heidelberg nach Darmstadt ermöglichen sollen. Entschieden ist in dieser Sache noch nichts, wie Bender sagte, gleichwohl sei Bewegung in die Angelegenheit gekommen. Der Kreis Bergstraße und die Kommunen Zwingenberg, Bensheim und Heppenheim haben sich bereits 2024 zusammengeschlossen, um die Raddirektverbindung zwischen Zwingenberg und Heppenheim zu realisieren. Im Heppenheimer Landratsamt fand nun der Startschuss für die Umsetzung des Projektes mit Vertretern der beteiligten Kommunen sowie der beauftragten Planungsbüros statt. Die Raddirektverbindung soll Teil einer rund 70 Kilometer langen Radwegeverbindung der Regionen Rhein-Main und Rhein-Neckar werden. Die Strecke führt dabei von Darmstadt über Zwingenberg, Bensheim und Heppenheim nach Weinheim, wo sich gabelt und entweder nach Heidelberg oder – über Viernheim – nach Mannheim führt. Schnelle Fortschritte sind jedoch nicht zu erwarten. Laudenbach kann sich aber in der Tat Hoffnungen machen, dass die Verbindung über die Gleise nicht ewig unterbrochen bleibt.
In Laudenbach war der Aufschrei über den Abriss des Bauwerkes seinerzeit besonders hoch. Die Gemeinderatsfraktionen hatten im Oktober 2022 auf Initiative der SPD eine von 958 Bürgern unterschriebene Petition beim Heppenheimer Bürgermeister Rainer Burelbach abgegeben. In ihr wurde der Neubau der Brücke gefordert. Burelbach nahm die Petition entgegen, machte seinerzeit aber mit dem Satz: „Dann fangen Sie mal an zu sparen“ deutlich, dass sich die Nachbarn an einem Neubau beteiligen müssten. Die Brücke sei vor allem für Laudenbacher von Bedeutung – für Radfahrer und Fußgänger, die sie zur Naherholung, als Schul- und Berufsweg oder zur Nahversorgung nutzten.
Immerhin blieben beim Abriss die Widerlager der alten Brücke bestehen, die für einen Neubau genutzt werden könnten. Zeit könnte allerdings die Abstimmung mit der Deutschen Bahn kosten. Die Brücke führt nämlich über eine der meistbefahrenen Bahnstrecken Deutschlands.