Hirschberg

Bushaltestellen in beiden Ortsteilen werden barrierefrei ausgebaut

Hirschberg hat sich zum Ziel gesetzt, die Mobilität für alle Bürger zu verbessern und plant daher, zehn Bushaltestellen barrierefrei zu gestalten.

Die Gemeinde Hirschberg wird in Zusammenarbeit mit der VRN zehn Bushaltestellen in beiden Ortsteilen barrierefrei ausbauen. Eine davon ist die Station „Leutershausen West“ im Bereich Heddesheimer Straße/Herbert-Kunkel-Straße. Foto: Thomas Rittelmann
Die Gemeinde Hirschberg wird in Zusammenarbeit mit der VRN zehn Bushaltestellen in beiden Ortsteilen barrierefrei ausbauen. Eine davon ist die Station „Leutershausen West“ im Bereich Heddesheimer Straße/Herbert-Kunkel-Straße.

Davon profitieren Menschen im Rollstuhl, mit Rollator, mit Kinderwagen oder mit einer Sehbehinderung: Die Gemeinde lässt zehn Bushaltestellen in beiden Ortsteilen für 644 000 Euro barrierefrei ausbauen. Jörg Fischer vom Ingenieurbüro Erich Schulz stellte dazu im Ausschuss für Technik und Umwelt am Dienstagabend die Pläne vor. Er erläuterte auch die Zuschusssituation. Im Idealfall könnte die Kommune 495 000 Euro über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) erhalten.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Konkret geht es um die Bushaltestelle „Großsachsen Süd“, „Großsachsen Breitgasse“, „Großsachsen Rose“, „Leutershausen West“ und „Leutershausen Heddesheimer Straße“, die in beiden Richtungen ausgebaut werden sollen. Dies ist das Ergebnis einer Bestandsaufnahme aus dem Jahr 2022, an der Verwaltung, Ingenieurbüro sowie VRN beteiligt gewesen waren.

Für Bürgermeister Ralf Gänshirt ist die Mobilität ein „zentrales Element des Klimaschutzes“, und „die Attraktivität ist wichtig dafür, dass der ÖPNV genutzt wird“. Für den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen gelten laut Fischer mehrere Elemente: Die sind unter anderem Wartehallen mit Sitzmöglichkeiten, Bodenindikatoren für Sehbehinderte sowie der „Kasseler Sonderbord“. Letzterer ist an der Schnittstelle Haltestelle/Fahrzeug ein wichtiges Glied der barrierefreien Mobilitätskette. Durch seine auffallend helle Farbe erfüllt der Profilstein die Forderung nach einer deutlichen Markierung der Bordsteinkante. Die optimal reduzierten Abstände zwischen Fahrzeug und Haltestellen machen den Einstieg bequem und sicher für alle.

Bushaltestellen werden verlegt

Der Ingenieur ging anschließend auf jede Bushaltestelle ein, die generell auf einer Länge von zwölf Metern ausgebaut werden. Bei der Haltestelle „Großsachsen Süd“ (Autohaus Bontenakel) kommt allerdings keine Haltestelle hin.

Beim Halt „Großsachsen Breitgasse“ wird der nördliche Haltepunkt von der Tabakfabrik hingegen weiter in Richtung Wirtshaus „Zum weißen Lamm“ verlegt. Der Haltepunkt mit der Wartehalle beim Gemeindehaus auf der Südseite bleibt dafür, allerdings entfallen durch den Ausbau zwei Parkplätze. Dies teilte Fischer auf Nachfrage des Sprechers der Freien Wähler (FW), Werner Volk, mit. Bei der Haltestelle im Bereich „Großsachsen Rose“ entfallen die zwei Haltebuchten auf beiden Seiten. Die Bushaltestellen befinden sich zukünftig am Fahrbahnrand. Die einstigen Parkbuchten werden mit Pflanzkübeln versehen. Auf beiden Seiten der Haltestellen werden Wartehallen errichtet.

Die südliche Haltestelle „Leutershausen West“ (Herbert-Kunkel-Straße) bleibt, die auf der nördlichen Straßenseite wird dafür weiter in Richtung Osten verlagert. Ausgebaut werden auch die Bushaltestellen „Leutershausen Heddesheimer Straße“ im Bereich der Kreuzung zur Freiburger Straße.

Genaue Förderhöhe nicht bekannt

Der Antrag für die Förderung wurde bereits gestellt, und die Baumaßnahme wurde in das Programm, welches am 31. Dezember 2026 ausläuft, aufgenommen. Die maximale Förderhöhe für die Barrierefreiheit liegt bei 75 Prozent. „Die genaue Höhe haben wir aber noch nicht. Das liegt derzeit alles beim Regierungspräsidium“, sagte Fischer. Sofern die Zusage vorliegt, wolle man loslegen. Die bauliche Umsetzung soll innerhalb eines Jahres erfolgen, ergänzte der Ingenieur.

Kein Verzicht auf Halt

Aufgrund der Nähe beider Haltestellen auf der Nordseite der Heddesheimer Straße regte FDP-Fraktionssprecher Oliver Reisig an, eine Station zu streichen. Rathauschef Gänshirt konnte dies zwar aus Kostengründen nachvollziehen, aber die Kommune wolle es den Menschen so einfach wie möglich machen, um den ÖPNV zu nutzen. Haltestellen zu streichen, hielt auch der FW-Sprecher Volk für suboptimal.

SPD-Fraktionssprecher Dr. Thomas Scholz begrüßte die Maßnahme ebenso und interessierte sich für die Bauzeit, wenn viele Haltestellen auf einmal ausgebaut werden. „Ganz genau konnte Fischer dies nicht sagen, allerdings sei geplant, alles in einem Jahr durchzuziehen. Dabei hoffe man, auf Vollsperrungen der Straße verzichten zu können.

Zustimmung zum Konzept kam auch von CDU-Fraktionssprecher Christian Würz. GLH-Gemeinderätin Manju Ludwig hielt den barrierefreien Ausbau für ein „erstrebenswertes Projekt“. Sie regte an, die Kreuzung B 3/Breitgasse barrierefrei auszubauen. Bürgermeister Gänshirt erachtete dies als unrealistisch: „Wir müssten dazu in den Schienenverkehr eingreifen. Und dies wird sehr teuer.“

Wartehalle für die Breitgasse

Eine Anregung, die von FW-Gemeinderat Bernd Kopp kam, soll im Zuge der Maßnahme umgesetzt werden. Sie betrifft die Bushaltestelle „Großsachsen Breitgasse“ auf der Nordseite. Dort treffe er immer wieder auf Jugendliche, die im Durchgang der Alten Tabakfabrik sitzen würden. „Wenn wir die Haltestelle weiter in Richtung Lamm verlegen, sollten wir dort auch eine Wartehalle errichten“, meinte er. Die Kollegen im Ausschuss und die Verwaltung sahen dies genauso. Bei Kopps Idee, an der ehemaligen „Rose“ einen Zebrastreifen zu errichten, gab es vom Bürgermeister die gleiche Antwort wie sonst auch: „Das bekommen wir nicht durch.“

Wie der Sitzungsvorlage ebenfalls zu entnehmen war, soll die Haltestelle „Großsachsen Bahnhof“ auf der Westseite der B 3 unabhängig des Förderantrags in den Bahnhofsbereich integriert und die Haltestelle damit aufgelöst werden. Bei der Haltestelle „Großsachsen Talsiedlung“ sind aufgrund der Lage keine Umbaumaßnahmen vorgesehen.

Die Haltestelle Heddesheim/Hirschberg am Bahnhof der Deutschen Bahn ist bereits barrierefrei ausgebaut, entspricht jedoch nicht vollständig den aktuellen Anforderungen an die Barrierefreiheit. Allerdings befindet sie sich in der Zuständigkeit der Gemeinde Heddesheim.