„Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen“
Was sich Anne-Christine Langenbach für die Zukunft der Peterskirche wünscht.
Die Nachricht, dass Anne-Christine Langenbach (57) nach 20 Jahren hervorragender Chorarbeit im hiesigen Kirchenbezirk Neckar-Bergstraße und speziell an der Weinheimer Peterskirche nach Kassel wechseln wird und sich neuen Aufgaben stellen möchte, kam überraschend. Im Gespräch mit den Weinheimer Nachrichten äußert sie sich zu den Umständen, die dazu führten, und wie es an der Peterskirche in den kommenden Monaten und nach ihrem Weggang bezüglich der Singschule weitergehen kann.
Frau Langenbach, wie kam es bei Ihnen überhaupt zu einem Wechselgedanken?
Anne-Christine Langenbach: Ich wurde bereits im vergangenen Herbst angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in Kassel eine neue Aufgabe zu übernehmen. Verbunden damit war ein sehr aufwendiges, komplexes Ausschreibungsverfahren, sodass sich alles etwas in die Länge zog.
Was reizt Sie an der neuen Aufgabe besonders?
Langenbach: Die Leitungsstelle Kinder- und Jugendchorarbeit in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck stellt mich vor neue Aufgaben im Ausbildungsbereich. Ich suche und bilde sozusagen künftig Chorleiterinnen und Chorleiter aus, damit sie das Rüstzeug zum Aufbau guter Chorarbeit im Nachwuchsbereich in ihren Gemeinden bekommen. Ich selbst werde dann nur noch in einer kleineren Gemeinde dirigieren. Der Schwerpunkt meiner Aufgabe wird in der Lehre liegen. Dazu gehört auch, Leute zum Organisieren von Konzerten oder Musicals fit zu machen.
Wenn Sie jetzt spontan auf die Zeit in Weinheim zurückblicken, was behalten Sie als besonders positiv in Erinnerung?
Langenbach: Die Entscheidung, zu wechseln, ist mir absolut nicht leichtgefallen. Das möchte ich unbedingt betonen. Aber ich werde noch zehn Jahre im Beruf stehen und da ist es möglich, nochmal eine neue Aufgabe wahrzunehmen. Es war wunderbar für meinen Mann und mich, dass unsere Angebote in Weinheim immer sehr gut angenommen wurden. Auch dass wir Corona gut gemeistert haben und alle uns treu geblieben sind, wird mir immer besonders in Erinnerung bleiben.
Kamen die kleinen Sänger überwiegend aus Weinheim oder auch aus der Region?
Langenbach: Das kommt immer darauf an, wie weit Eltern Fahrdienst leisten können oder wollen. Wir haben auch ein paar kleine Chormitglieder aus Laudenbach oder Rippenweier. Aber die meisten kommen doch aus dem Weinheimer Stadtgebiet.
Die Qualität und Menge an Arbeit, die Sie und Ihr Mann in Weinheim leisteten wird, es sicher nicht mehr geben. Sorgt Sie das für die Zukunft des Chorgesangs an der Peterskirche?
Langenbach: Diese Einschätzung ist nicht richtig. Die kirchenmusikalische Ausbildung ist in den vergangenen Jahren sehr vielseitig geworden. Die Musiker stemmen das. Außerdem ist die Peterskirche ein ausgesprochen attraktiver Standort für Kirchenmusiker und Chorleiter. Es wird sich eine gute Nachfolgerin oder ein guter Nachfolger finden. Da bin ich sicher. Wir werden jetzt mit den Gremien alles gut zusammenstellen, was es an der Kirche mit ihrer frisch renovierten Orgel an Instrumenten und Chören gibt. Die Stellenausschreibung ist dann Sache eines eigenen Gremiums.
Was ist jetzt für Sie in den verbleibenden Monaten besonders wichtig?
Langenbach: Die Arbeit soll erstmal ganz normal weitergehen. Wir haben das Jubiläumskonzert von „vivida banda“ und die Aufführung des Kindermusicals „König David“, das wir vor zwölf Jahren gegeben haben. Das Requiem von Mozart werde ich im Dezember allerdings nicht mehr dirigieren. Dafür konnte ich Prof. Michiya Azumi von der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg gewinnen. Das ist übrigens eine große Ehre für unsere Kantorei, von ihm dirigiert zu werden.
Gibt es schon einen Termin für Ihre Verabschiedung an der Peterskirche?
Langenbach: Die offizielle Verabschiedung soll am 15. Oktober erfolgen, im Rahmen der Musical-Aufführung. Ich wechsle am 1. November nach Kassel. Mein Mann bleibt in der Übergangszeit noch hier in Weinheim, bis der Nachfolger oder die Nachfolgerin da ist.