Weinheim

Anne-Christine Langenbach verlässt Weinheim

Eine Ära geht zu Ende. Die Bezirkskantorin wird Leiterin der Kinder- und Jugendchorarbeit der Landeskirche Kurhessen-Waldeck.

Dirigentin aus Leidenschaft: Anne-Christine Langenbach hat in Weinheim beispielhafte Chorarbeit geleistet. Jetzt wechselt sie nach Kassel. Foto: Marco Schilling
Dirigentin aus Leidenschaft: Anne-Christine Langenbach hat in Weinheim beispielhafte Chorarbeit geleistet. Jetzt wechselt sie nach Kassel.

Dieses Jahr feiert die Singschule an der Peterskirche 20-jähriges Bestehen. Als sie 2003 unter Bezirkskantorin Anne-Christine Langenbach gegründet wurde, startete eine beispielhafte Chorarbeit, die unter anderem 2013 mit der Verleihung eines „Echo Klassik“ im Bereich Nachwuchsförderung gewürdigt wurde. Die Kantorei wuchs von 35 auf 90 Mitglieder. In der Singschule sind knapp 250 Kinder- und Jugendliche in zehn Gruppen aktiv. Wenn der Jugendchor „vivida banda“ am 22. Juli sein Jubiläumskonzert gibt, wird auch etwas Wehmut mitklingen. Anne-Christine Langenbach wechselt am 1. November nach Kassel.

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„Schwer zu ersetzen“

Erst am vergangenen Wochenende hatte sich der Wechsel der verdienten Chorleiterin entschieden, die künftig eine neu geschaffene Stelle als Verantwortliche für die Kinder- und Jugendchorarbeit der hessischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck ausfüllt. „Es war ein langes Auswahlverfahren vorangegangen, ehe Frau Langenbach die Zusage erhielt“, sagt Pfarrer Dr. Stefan Royar, der Leiter der Evangelischen Kirchengemeinde Weinheim. „Das Pensum, das vom Ehepaar Langenbach an der Peterskirche in den vergangenen Jahrzehnten an qualitätvoller Arbeit und an Fülle von Gruppen und Konzerten vorgelegt wurde, wird kaum wieder erreichbar sein. Das ist ein Baustein, der schwer zu ersetzen ist“, sagt Royar weiter.

Gleichwohl habe er Verständnis dafür, dass Anne-Christine Langenbach eine noch höher einzustufende Aufgabe in einer Landeskirche als neue Herausforderung annehmen wird. „Die Stelle in Kassel ist neu geschaffen, um einen Schwerpunkt in die musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu setzen. Sie wissen, dass ich für diesen Arbeitsbereich brenne, und daher reizt mich diese neue Aufgabe sehr“, schreibt Anne-Christine Langenbach in ihrem Brief an den Kirchenbezirk. Weiter heißt es in dem Schreiben: „Die Entscheidung ist uns schwergefallen, denn es war und ist noch eine große Freude, hier arbeiten zu dürfen, so viel Resonanz und Anerkennung für unsere Arbeit zu bekommen. Leider werde ich zum Herbst auch mein Amt als Landessynodale niederlegen müssen.“

Simon Langenbach geht auch

Anne-Christine Langenbach wird im Herbst Weinheim verlassen. Ihr Mann Simon, der sich in den vergangenen 20 Jahren nicht minder große Verdienste um die Arbeit und Nachwuchsförderung beim Posaunenchor erworben hat, wird in der Vakanzzeit bereit sein, seinen Teil der Bezirkskantorenstelle noch übergangsweise fortzusetzen. Dann aber wird er seiner Frau nach Kassel folgen.

Pfarrer Royar hofft, dass die Stellenausschreibung schon im Juli in den betreffenden Fachorganen veröffentlicht werden kann. Ein aus Vertretern des Bezirks- und Oberkirchenrats, des Landeskantorats sowie aus Ältesten der Gemeinde an der Peterskirche und der Johannisgemeinde zu bildendes Gremium bringt die Ausschreibung auf den Weg.

In den nächsten Tagen und Wochen wird die scheidende Chorleiterin mit Chören und kirchenmusikalischen Gremien sprechen. Dabei setzt sie auf einen großen Zusammenhalt, damit sich der Kirchenbezirk für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger aufgeschlossen und attraktiv darstellt. Dass es erneut ein Ehepaar sein könnte, das sich die Aufgaben von Chorarbeit und Posaunenchor so erfolgreich aufteilt, ist nicht zu erwarten.