Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst

Erstmals ganztägiger Warnstreik am GRN-Standort Weinheim

Das gab es noch nie: Mit einem ganztägigen Warnstreik haben am Freitag Beschäftigte der GRN-Klinik und des GRN-Betreuungszentrums in Weinheim die Forderungen der Gewerkschaft im aktuellen Tarifkonflikt unterstützt.

Beschäftigte der GRN-Einrichtungen in Weinheim versammelten sich am Freitag vor dem Haupteingang der Klinik, um auf den Warnstreik aufmerksam zu machen. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Beschäftigte der GRN-Einrichtungen in Weinheim versammelten sich am Freitag vor dem Haupteingang der Klinik, um auf den Warnstreik aufmerksam zu machen.

Weinheim. Zum ersten Mal überhaupt haben am Freitag Beschäftigte der GRN-Klinik und des GRN-Betreuungszentrums in Weinheim mit einem ganztägigen Warnstreik die Forderungen der Gewerkschaft Ver.di im Tarifkonflikt des öffentlichen Diensts unterstützt. Die Versorgung der Patienten war über eine Notdienstvereinbarung sichergestellt.

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Aus den Slogans der Transparente klang Verbitterung durch. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Aus den Slogans der Transparente klang Verbitterung durch.
"Pflege - come in and burn out!" war auf einem der Transparente zu lesen. Foto: Philipp Reimer Fotografie
"Pflege - come in and burn out!" war auf einem der Transparente zu lesen.

Auf den Transparenten konnten man nachlesen, was das Pflegepersonal umtreibt. "Wir retten Leben. Wer rettet uns?" war eine der Aussagen. Viel Bitterkeit sprach auch aus diesem Slogan: "Pflege - come in and burn out!" Was damit gemeint war, ist klar: Die Belastung der Beschäftigten im Gesundheitsbereich sei enorm. Es fehle an Personal, weshalb Überstunden fast schon die Regel seien. Die Folge: Kollegen werden krank. Die Belastung steigt weiter. Ein Teufelskreis.

Eine der Forderungen: Wiedereinführung der Altersteilzeit. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Eine der Forderungen: Wiedereinführung der Altersteilzeit.

Für GRN-Betriebsratsmitglied Jochen Münster ist deshalb auch eine der wichtigsten Forderungen im aktuellen Tarifkonflikt die Wiedereinführung der Altersteilzeit. "Aber auch die Bezahlung muss besser werden, damit der Beruf für junge Menschen attraktiver wird", sagt er. Ver.di fordert unter anderem acht Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll zudem ein „Meine-Zeit-Konto“ sorgen, über das Beschäftigte selbst verfügen können. Etwas Ähnliches gebe es bei den Gesundheitszentren Rhein-Neckar (GRN) zwar schon. Aber seit etwa einem Jahr könnten sich Beschäftigte dafür nicht mehr neu anmelden.

Gruppenbild der Streikenden vor dem Haupteingang der GRN-Klinik Weinheim. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Gruppenbild der Streikenden vor dem Haupteingang der GRN-Klinik Weinheim.

Rund 30 Beschäftigte formierten sich schließlich vor dem Haupteingang der Klinik, wo sie von Gewerkschaftssekretärin Monika Neuner noch einmal auf die gemeinsamen Anliegen eingeschworen wurden: "Gemeinsam, niemals alleine" und "Mehr von uns ist besser für alle" skandierten die Streikenden zum Abschluss der öffentlichkeitswirksamen Aktionen, die am Morgen mit einer Demo durch die Mannheimer Innenstadt begonnen hatten.