Tarifkonflikt im Öffentlichen Dienst

Was der Warnstreik für den GRN-Standort Weinheim bedeutet

Gewerkschaft ruft die GRN-Beschäftigten in Weinheim am Freitag zum ganztägigen Warenstreik auf. Neben der Klinik ist auch das Betreuungszentrum betroffen.

Am Donnerstag wird der OP-Bereich der GRN-Klinik Weinheim bestreikt, am Freitag wird der Warnstreik auf die gesamte Klinik und das Betreuungszentrum ausgeweitet. Die Versorgung der Patienten ist jedoch gesichert. Foto: Thomas Rittelmann
Am Donnerstag wird der OP-Bereich der GRN-Klinik Weinheim bestreikt, am Freitag wird der Warnstreik auf die gesamte Klinik und das Betreuungszentrum ausgeweitet. Die Versorgung der Patienten ist jedoch gesichert.

Weinheim/Rhein-Neckar. Nächste Woche werden die Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst fortgesetzt. Doch schon jetzt erhöht die Gewerkschaft Ver.di den Druck auf die Arbeitgeberseite und ruft zu ganztägigen Warnstreiks auf. Davon ist am Donnerstag und Freitag, 6./7. März, auch der Standort Weinheim der Gesundheitszentren Rhein-Neckar (GRN) betroffen. Am Donnerstag wird nach Ver.di-Angaben der OP-Bereich bestreikt, am Freitag wird der Warnstreik dann auf die gesamte Klinik und das Betreuungszentrum ausgeweitet.

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Wie viele geplante Operationen müssen wegen des Warnstreiks in Weinheim verschoben werden?

Auf Nachfrage erklärte dazu die Pressestelle der GRN, dass in Weinheim voraussichtlich 45 Eingriffe verschoben werden müssten. Über eine Notdienstvereinbarung sei aber sichergestellt, dass ein OP-Saal für Notfälle zur Verfügung steht und onkologische Operationen nicht verschoben werden müssten, ergänzt Gewerkschaftssekretärin Monika Neuner.

Was steht außerdem in der Notdienstverordnung?

Dazu die GRN-Pressestelle: „Diese sieht eine personelle Besetzung wie an Wochenenden oder an Feiertagen vor. Auf den Stationen werden die dringend behandlungsbedürftigen Patienten im Notdienst entsprechend versorgt. Alle medizinisch unaufschiebbaren Behandlungen und dringend notwendige Operationen werden auch während des Streiks durchgeführt. Die Versorgung unserer Heimbewohner und der stationären Patienten wird nicht beeinträchtigt.“

Welche Auswirkungen hat der Warnstreik für Besucher?

Patientenbesuche sind auch während des Warnstreiks möglich. Allerdings bittet die GRN um Verständnis, „wenn Pflegekräfte bei Fragen nur bedingt verfügbar sind“.

Was sind die wesentlichen Forderungen der Gewerkschaft Ver.di?

Ver.di fordert unter anderem acht Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll zudem ein „Meine-Zeit-Konto“ sorgen, über das Beschäftigte selbst verfügen können. Nach Ver.di-Angaben sind die GRN zwar aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten, übernehmen aber die Arbeitsbedingungen des Tarifvertrags, mit der Ausnahme, dass die GRN-Beschäftigten eine halbe Stunde pro Woche länger arbeiten müssten.

Was sagt die GRN-Geschäftsführung zu den Forderungen?

„Die GRN tun heute schon vieles, was die Gewerkschaft jetzt erst fordert, und fördert damit die eigene Arbeitgeberattraktivität“, heißt es in der Stellungnahme. So gebe es zum Beispiel schon lange eine Regelung, die der Forderung nach dem „Meine-Zeit-Konto“ sehr nahekomme. Einige Mitarbeiter würden dieses Konto auch nutzen, um vor dem regulären Renteneintritt bezahlte Freizeit nehmen zu können. Zu den Forderungen nach einer höheren Grundvergütung äußerten sich die GRN nicht.