Hemsbach

Grünes Licht für Bäckerei am Hemsbacher Wareham-Kreisel

Gremium ebnet den Weg für Bebauungsplanänderung und genehmigt Entwurfsplanung. Schulwegsicherheit bleibt im Fokus.

Anstelle des früheren Autohauses soll ein Bäckerei- und Café-Gebäude auf dem Minera-Gelände entstehen. Foto: Thomas Rittelmann
Anstelle des früheren Autohauses soll ein Bäckerei- und Café-Gebäude auf dem Minera-Gelände entstehen.

Wann das Vorhaben ein Café und eine Bäckerei mit Drive-in-Terminal auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses am Wareham-Kreisel verwirklicht wird, steht noch nicht fest. Immerhin hat der Gemeinderat jetzt aber den Entwurf einer Bebauungsplanänderung auf den Weg gebracht, die die planerischen Voraussetzungen für das Projekt der Bäckereikette Görtz schaffen soll. Die Entscheidung fiel einstimmig, zu groß ist die Freude im Gremium darüber, dass die unendlich wirkende Geschichte um eine Nachnutzung auf dem Minera-Areal ein Happy End gefunden hat.

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Seit mindestens zehn Jahren wird um die Neubelebung der Gewerbebrache am westlichen Stadteingang gerungen. Zwei konkrete Projekte – der Bau einer Tankstelle und eine Wohn- und Gewerbebebauung mit Kindergarten – scheiterten an unterschiedlichen Vorstellungen, die Investoren und Stadt hatten. Das ist jetzt nicht der Fall. Das Projekt traf bereits auf großes Wohlwollen im Gemeinderat, als es dort im April erstmals vorgestellt wurde.

Das Vorhaben

Die alten Gebäude des früheren Autohauses sollen demnach abgerissen werden. An ihrer Stelle entsteht zum Wareham-Kreisel orientiert ein Bäckerei- und Café-Gebäude, von dem aus Brötchen auch an die Wagentür gereicht werden. Zwischen der bestehenden Tankstelle und dem neuen Gebäude sind überdachte Stellplätze mit Ladestationen für Elektroautos geplant. Der Strom kommt von einer auf dem Dach installierten PV-Anlage. Im hinteren Bereich, angrenzend an das Alla-hopp-Gelände, wird eine neue Autowaschanlage verbunden mit Lager-, Personal- und Nebenräumen entstehen.

Umgesetzt werden könnte das Projekt aktuell jedoch nicht, weil der vor zehn Jahren aufgestellte Bebauungsplan „Nördlich der Hüttenfelder Straße“ das Minera-Gelände in zwei Bereiche unterteilt und für den Bereich des Bäckerei- und Café-Gebäudes ein Sondergebiet vorsieht. Von dem könne nicht befreit werden, sagte Rathausmitarbeiter Kevin Kunstätter im Gemeinderat. Künftig soll das gesamte Minera-Gelände als Gewerbegebiet ausgewiesen werden; ausgeschlossen bleiben Vergnügungsstätten, Sexshops und Wettbüros. Ein Artenschutzgutachten wurde bereits erstellt.

Der Gemeinderat billigte die Entwurfsplanung einstimmig und beschloss auch die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und Träger öffentlicher Belange. In diesem Verfahrensschritt gibt es die Möglichkeit, Anregungen und Anmerkungen zur Bebauungsplanänderung zu machen.

Schulweg nicht gefährden

Zwei inhaltliche Anmerkungen brachte bereits der Gemeinderat vor. Fabian Lühnsdorf (CDU) formulierte als Erster ein Unbehagen gegen die geplante neue Ein- und Ausfahrt zur Bray-Sur-Seine-Straße, die den Verkehr zum Drive-in-Terminal und zur Waschanlage abwickeln soll. Damit querten die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge künftig einen Schulweg, der nach Ansicht von Lühnsdorf nicht gefährdet werden dürfe. Er regte an, an dieser Stelle über einen sogenannten Berliner Teller, also Bremsschwellen, Autofahrer zu erhöhter Aufmerksamkeit zu zwingen. Eine potenzielle Gefährdung von Radfahrern und Fußgängern sah auch Elke Wörmann-Wiese (SPD) an dieser Stelle. Schließlich betonte auch Elke Ehret (Pro Hemsbach), dass Kinder auf dem Schulweg nicht gefährdet werden dürften. Mathias Härig (Grün-Bunte Liste) brachte einen weiteren Punkt in die Diskussion. Ihm schien der Abstand zwischen den Zapfsäulen der Tankstelle und der Zufahrt zur geplanten Waschanlage zu knapp bemessen.

Kevin Kunstätter sammelte die Punkte. Dazu sei die Offenlage der Entwurfsplanung schließlich da, frühzeitig Konfliktpunkte aufzuzeigen und sie im Vorfeld zu lösen.