Weinheim

Kita Kuhweid kommt nicht vor 2026

Nach einer Machbarkeitsstudie ist die Entscheidung im Weinheimer Gemeinderat für die Variante 5 gefallen – die kleinere, aber schnellere Lösung. Was geplant ist und was der Bau kostet.

Der Blick von oben auf das Gelände macht deutlich: Die Gebäude haben ihnen zugeordnete Außenbereiche. Kindergarten und Mehrgenerationenhaus sind miteinander verbunden. Foto: Planungsbüro AS+P
Der Blick von oben auf das Gelände macht deutlich: Die Gebäude haben ihnen zugeordnete Außenbereiche. Kindergarten und Mehrgenerationenhaus sind miteinander verbunden.

Mit mehr als 10 000 Quadratmetern ist das Areal zwischen Kurt-Schumacher-Straße im Norden und Konrad-Adenauer-Straße im Süden ein „Sahnestück“ der Weinheimer Weststadt. Um es optimal zu nutzen, soll mit einem Neubau für die Kita und Mehrgenerationenhaus auch eine Wohn- und Gewerbebebauung einhergehen.

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So könnte das Areal zwischen Kurt-Schumacher- und Konrad-Adenauer-Straße in der Weststadt einmal aussehen. Ganz rechts soll ein zweigeschossiges Gebäude für die Kita Kuhweid entstehen, in der Mitte das Mehrgenerationenhaus und links die fünfgeschossige Wohnbebauung. Foto: Planungsbüro AS+P
So könnte das Areal zwischen Kurt-Schumacher- und Konrad-Adenauer-Straße in der Weststadt einmal aussehen. Ganz rechts soll ein zweigeschossiges Gebäude für die Kita Kuhweid entstehen, in der Mitte das Mehrgenerationenhaus und links die fünfgeschossige Wohnbebauung.

Zwar drängt die Zeit, weil die Kinder der Kita Kuhweid bereits seit Spätsommer 2021 in Containern im Hof der Albert-Schweitzer-Schule betreut werden, dennoch wollte der Gemeinderat nicht überstürzt an die Planungen gehen und brachte eine Machbarkeitsstudie auf den Weg. Nach Prüfung der sieben Varianten, die das Planungsbüro Albert Speer und Partner vorlegte, fiel jetzt die Entscheidung. Einstimmig stimmte der Weinheimer Gemeinderat für die Variante, die zwar nicht das Höchstmaß an Wohnungen schafft, aber den Vorteil hat, dass die Bauabschnitte getrennt voneinander und damit schneller abgewickelt werden können.

Warum wird eine Neubebauung überhaupt nötig?

Weil die Kindertagesstätte Kuhweid (Baujahr 1972) aus Sicherheitsgründen abgerissen werden muss und das angebauten Mehrgenerationenhauses (Baujahr 1978) in der Konrad-Adenauer-Straße 14 weder vom Raumangebot ausreicht noch dem heutigen Klima-, Wärme- und Schallschutz entspricht.

Wie soll die Bebauung konkret aussehen?

Geplant sind insgesamt drei Baukörper. Im Süden befindet sich das Wohngebäude in Winkelform mit sechs Obergeschossen in Richtung Konrad-Adenauer-Straße und fünf Obergeschossen mit Staffelgeschoss zur Montessorischule. Im Baukörper integriert befindet sich die Zufahrt zur Tiefgarage, die sich nach Süd-Westen erstreckt. Im Westen des Areals befindet sich das Mehrgenerationenhaus und darauffolgend im Norden das Kita-Gebäude, jeweils mit zwei Geschossen. Das Mehrgenerationenhaus und die Kita sind mit einem Verbindungsbau miteinander verbunden, um Synergien nutzen zu können. Der schon bestehende Bolzplatz wird bleiben. Die Position der Gebäude schafft außerdem Freiräume, die klar den jeweiligen Einheiten zugeordnet werden können. So hat jeder seinen geschützten und privaten Außenbereich.

Wie viele Wohnungen sollen hier entstehen?

Die Stadtverwaltung plant mit rund 55 Wohnungen auf etwa 6200 Quadratmetern. 200 Quadratmeter sind für gewerbliche Nutzung vorgesehen. Dafür muss jetzt ein Investor gefunden werden.

Es wurden mehrere Varianten zur Bebauung geprüft. Warum hat man sich für diese entschieden?

Der Vorteil der Variante 5 ist, dass sie in bis zu drei Bauabschnitte aufgeteilt werden kann. Der erste Bauabschnitt beinhaltet das Kita-Gebäude, der zweite Bauabschnitt das Mehrgenerationenhaus, das gegebenenfalls auch in einem gemeinsamen Bauabschnitt mit der Kita erstellt werden kann. In einem dritten Bauabschnitt könnten das Wohngebäude und die Tiefgarage entstehen, sodass die Beteiligung eines Investors für das Wohngebäude flexibel und zeitlich unabhängig möglich ist. Außerdem kann so schneller mit dem Bau der Kita losgelegt werden, weil für die Wohnbebauung ein Bauleitplanverfahren und ein Investorenauswahlverfahren eingeleitet werden müssen.

Wie lange dauert es, bis der Kindergarten fertig ist?

Ursprünglich wurde von einer Realisierung bis Sommer 2024 ausgegangen. Doch die Machbarkeitsstudie hat den Bau erheblich verzögert. Jetzt ist davon auszugehen, dass die 120 Kinder frühestens 2026 einziehen können. Sie werden zurzeit in Containern auf dem Gelände der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule betreut. Allein die Mietkosten belaufen sich auf 18 000 Euro monatlich. Die Mietkosten für die Verlängerung der Containeranmietung inklusive Elektroinfrastruktur um 3,5 beziehungsweise 5,5 Jahre belaufen sich auf 750 000 bis 1,2 Millionen Euro.

Wann könnten die ersten Mieter in die Wohnungen einziehen?

Nach dem Bauleitplanverfahren, dem Investorenauswahlverfahren und der Planungs- und Bauphase rechnet die Weinheimer Stadtverwaltung mit der Fertigstellung des Multifunktionsgebäudes samt Tiefgarage erst im Jahr 2028.

Was kostet die Stadt der Kindergartenneubau mit Mehrgenerationenhaus?

Die Planer gehen von Baukosten in Höhe von 10,5 Millionen Euro aus.