Beschluss im Gemeinderat

Künftig Schließtage und höhere Eintrittspreise am Hemsbacher Wiesensee

Das Freibad Wiesensee in Hemsbach bleibt ab dieser Saison mit Ausnahme der Ferien an einem Wochentag geschlossen - und öffnet später als gewohnt.

Der Eintritt ins Freibad Wiesensee wird teurer. Foto: Philipp Reimer
Der Eintritt ins Freibad Wiesensee wird teurer.

Hemsbach. Wer eine längere Diskussion erwartet hätte, sah sich getäuscht. Der Gemeinderat hatte sich offensichtlich bei dem Maßnahmepaket zum Freibad Wiesensee bereits im Vorfeld geeinigt. Und so werden sich Badenixen und Wassermänner in dieser Saison auf einige Einschnitte einstellen und künftig mehr Eintritt bezahlen müssen.

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Das Freibad wird in dieser Saison erst zwei Wochen später, nämlich am 15. Mai, öffnen. Mit Ausnahme der baden-württembergischen Pfingst- und Sommerferien bleibt das Freibad künftig montags geschlossen. Geschlossen wird das Bad auch an Schlechtwettertagen.

Der ausschlaggebende Grund für diese Maßnahmen ist, dass der Stadt das Fachpersonal fehlt, das für den Badebetrieb erforderlich ist, nämlich zwei Rettungsschwimmer und eine Fachkraft für Bäderbetrieb für die Betreuung der Technik des Gewöhnungsbeckens. Da das Bad elf Stunden und sieben Tage in der Woche geöffnet hat, kann dies mit dem vorhandenen Personal nicht abgedeckt werden, denn es gelten arbeitsrechtliche Vorschriften, wie der städtische Fachbereichsleiter Tobias Schork im Gemeinderat sagte: Das sind Pausenzeiten sowie eine maximale Arbeitszeit von zehn Stunden am Tag und 60 Stunden in der Woche. Eine wiederholte Stellenausschreibung habe nichts erbracht, bedauerte Schork: Ein Saisonbetrieb sei im Vergleich zu einer geregelten Arbeit in einem Hallenbad eben sehr unattraktiv.

Im vergangenen Jahr habe sich mehrfach die Frage gestellt, ob das Bad in Hemsbach an heißen Tagen geschlossen werden müsse, weil das Pflichtpersonal gefehlt habe. Bürgermeister Kirchner habe erhebliche haftungsrechtliche Risiken auf sich genommen und das Bad offengelassen. Es sei aber ein Unterschied, ob man dies in Sonderfällen in Kauf nehme oder im Regelbetrieb so fahre, sagte Schork. Die Schließtage würden dabei helfen, den Fehlbedarf zu verringern. Dadurch müsse die Stadt nicht mehr so oft auf Personaldienstleister zurückgreifen. Dafür gab die Stadt im vergangenen Jahr laut einer Aussage von Kämmerer Silvio Salatino 40 000 Euro aus.

Stellungnahmen gab es nur von Pro Hemsbach. Deren Fraktionssprecherin Marlies Drissler wollte den Punkt zunächst von der Tagesordnung nehmen, weil die Pächter am Wiesensee von den veränderten Öffnungszeiten nicht informiert worden seien. Ein entsprechender Antrag fand jedoch keine Mehrheit. Sie plädierte dafür, auf die Schließtage am Montag zu verzichten und stattdessen nur bei Schlechtwetter das Bad dichtzumachen. Die Stadtverwaltung sieht damit allerdings das Personalproblem nicht gelöst: „Ich kann nicht auf Regentage hoffen, wenn ich einen Dienstplan schreibe“, sagte Schork. Und Bürgermeister Kirchner schob hintendrein, dass das Freibad verlässlich mit Fachpersonal versorgt sein müsse. „Ein Risiko wie im vergangenen Jahr gehe ich nicht mehr ein“, betonte er.

Der Gemeinderat stimmte der neuen Haus- und Badeordnung bei Enthaltung von Pro Hemsbach zu. Mitverabschiedet wurde auch die neue Satzung zur Erhebung von Benutzungsgebühren für das Freibad, die eine geänderte Struktur und eine Erhöhung der Eintrittspreise vorsieht. So wird es künftig keine Zehnerkarten mehr geben. Dafür wird eine Ermäßigung bei den Familien- und Elternteilkarten für Hemsbacher Bürger eingeführt. Auch wurde der bislang günstigste Einzeleinritt für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren sowie Schülern und Studenten mit der Ermäßigungskategorie für Schwerbehinderte, Auszubildende, Grundwehr- und Zivildienstleistende, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger zusammengelegt. Die Stadt erhofft sich von der Anhebung Mehreinnahmen von 40 000 Euro. 2024 gab es am Wiesensee ein Defizit von 289 000 Euro. Die letzte Erhöhung der Eintrittspreise war 2021.