Schriesheim

Mit Drogen gehandelt? 52-jähriger in Untersuchungshaft

In der Wohnung des Tatverdächtigen fand die Polizei nicht nur Drogen, sondern auch Schusswaffen, Messer sowie ein selbstgebautes Schwert.

Bei der Durchsuchung der Wohnung stellte die Polizei neben großen Mengen an Betäubungsmitteln auch mehrere Waffen sicher. Foto: PR-Video/Priebe
Bei der Durchsuchung der Wohnung stellte die Polizei neben großen Mengen an Betäubungsmitteln auch mehrere Waffen sicher.

Am Montag, dem 11. März, soll ein 52-Jähriger um kurz nach 7 Uhr in seiner Wohnung in der Rennewartstraße in Schriesheim unsachgemäß mit Pyrotechnik hantiert haben, wodurch es zu einer Verpuffung kam. Wie genau es zu der Deflagration kommen konnte, ist bislang noch unbekannt. Laut Pressesprecher des zuständigen Polizeipräsidiums in Mannheim handelte es sich bei dem leichtentzündlichen Material nach jetzigem Kenntnisstand um handelsübliche Silvesterraketen.

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Durch die Verpuffung kam es zu einer starken Rauchentwicklung, weshalb Feuerwehr und Polizei alarmiert wurden. Diese fanden den Mann mit einer schweren Handverletzung vor, die durch den Feuerwerkskörper ausgelöst wurde. Im Rahmen der Ermittlungen wurden in der Wohnung des 52-Jährigen fast ein Kilogramm Amphetamin, rund 20 Gramm Kokain, über 800 Gramm Marihuana und mehrere Dutzend Cannabispflanzen gefunden. Es besteht der Verdacht, dass die Betäubungsmittel zum gewinnbringenden Weiterverkauf bestimmt waren.

Darüber hinaus konnten in der gesamten Wohnung des Mannes verteilt diverse Waffen und gefährliche Gegenstände festgestellt werden, die "taktisch in der Wohnung platziert" wurden. Darunter befanden sich mehrere Schusswaffen, Messer sowie ein selbstgebautes Schwert, das mutmaßlich in der kleinen Werkstatt das Verletzen hergestellt wurde. Nach Angaben der Polizei sei es im Drogenmilieu für die Verkäufer der Betäubungsmittel "nicht unüblich, sich zu bewaffnen", um sich vor möglichen Überfällen zu schützen.

Die Annahme, dass der Verletzte aufgrund der vielen Waffen in der Wohnung Verbindungen zur Reichsbürger-Szene hat, kann die Polizei zurzeit nicht bestätigen. Weder der übliche Ausweis aus eigener Herstellung, noch andere Insignien der Reichsbürger konnten von den Beamten sichergestellt werden.

Wie der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mannheim mitteilt, handelt es sich bei dem 52-Jährigen um einen "Zufallsfund". Bisher sei er demnach noch nicht strafrechtlich auffällig geworden. Hätte es die Verpuffung nicht gegeben, wäre der vermeintliche Drogenhandel weiterhin unentdeckt geblieben.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ der zuständige Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Mannheim am Dienstagnachmittag einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen wegen Fluchtgefahr und Verdunkelungsgefahr und setzte ihn in Vollzug. Bereits im Krankenhaus wurde der 52-Jährige deshalb von Beamten bewacht. Ein Standardvorgehen bei Verdächtigen mit Flucht- und Verdunkelungsgefahr, wie der Pressesprecher der Polizei bestätigt. Anschließend zum Krankenhausaufenthalt, wurde der 52-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.