Nach Anschlagsplänen: Weinheimer Angeklagter wird wohl gestehen
Dem 18-Jährigen aus Weinheim und einem Mitangeklagten aus Bad Friedrichshall wird vorgeworfen, einen Anschlag auf eine jüdische Einrichtung geplant zu haben.
Der Prozess gegen drei 18- bis 25-jährige mutmaßliche Islamisten vor dem Landgericht Heilbronn könnte ein zügiges Ende nehmen. Die Angeklagten, die unter anderem einen Anschlag auf jüdische Einrichtungen in Heidelberg oder Frankfurt geplant haben sollen, sagten nun erstmals vor Gericht aus. Zwar ging es dabei nur um Angaben zur Person. Aber: "Sie haben bekräftigt, dass die objektiven Umstände, wie sie in der Anklageschrift beschrieben sind, weitgehend eingeräumt werden", erklärt Landgerichtssprecherin Stephanie Morgenstern auf Anfrage.
Es sei angekündigt, dass bei dem Verhandlungstermin am 10. Januar weitere Erklärungen hierzu folgen. Vor diesem Termin sei nicht absehbar, inwieweit sich der weitere Verfahrensfortgang insgesamt gegebenenfalls anpasst. Die anberaumten Fortsetzungstermine bestehen deshalb nach aktuellem Stand - vorerst - weiter fort.
18-jähriger Angeklagter aus Weinheim
Unter den Angeklagten ist auch ein 18-jähriger Deutschtürke aus Weinheim. Er soll gemeinsam mit einem 25-Jährigen aus Bad Friedrichshall Pläne für einen Anschlag geschmiedet haben, bei dem in einer Synagoge in Heidelberg oder Frankfurt am Main mindestens eine Person getötet werden sollte. Anschließend, so der Anklagevorwurf, wollten sie mit Messern auf Polizisten losgehen, um sich erschießen zu lassen und den Märtyrertod zu sterben.
Polizisten mit Messer attackiert
Gegen den 25-Jährigen läuft gleichzeitig ein Verfahren, weil er bei einer Durchsuchung seines Zuhauses tatsächlich, wenn auch erfolglos, einen Polizisten mit dem Messer attackiert haben soll. Er soll zunächst ein Messer auf den 27-Ordnungshüter geworfen und dann mit einer Stichwaffe in jeder Hand auf ihn losgestürmt sein. Der Angeklagte wurde durch Schüsse in Arme und Beine gestoppt, der Beamte blieb unverletzt.
Dem dritten Mann auf der Anklagebank des Heilbronner Landgerichts wird vorgeworfen, den 25-Jährigen bei einer Reise in die Türkei unterstützt zu haben. Von dort aus wollte sich der Bad Friedrichshaller nach Syrien schleusen lassen, um der islamistischen Partisanengruppe „HTS“ beizutreten. Das Vorhaben war nicht erfolgreich.
Sowohl dem Mann aus Bad Friedrichshall als auch dem Weinheimer wird die Verabredung zum Mord zur Last gelegt. Allen dreien wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat beziehungsweise die Beihilfe hierzu vorgeworfen.