Hemsbach

Neuer Standort für das Bürgerbüro – barrierefrei und zentral

Die Stadt lässt aktuell für 430.000 Euro den ehemaligen Sopo-Markt umbauen. Der Umzug soll im Frühjahr erfolgen.


Matthias Kranz
von Matthias Kranz

03.12.2024


Foto: Philipp Reimer Fotografie

Die Struktur ist bereits zu erkennen, doch es gehört noch eine gehörige Portion Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass hier in vier Monaten das Hemsbacher Bürgerbüro seinen Dienst aufnehmen wird: Der ehemalige Sopo-Markt an der Ecke Bachgasse/Grabenstraße wird zu einer Rathaus-Außenstelle. Das trifft zumindest auf den einstigen Verkaufsraum mit seinen rund 330 Quadratmetern Fläche zu. Das frühere Lager wurde abgetrennt.

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Machen sich ein Bild vom Fortschritt auf der Baustelle des neuen Bürgerbüros (von links): Bürgermeister Kirchner, Raoul Jeffrey Dathan, Tobias Schork und Frank Kinzel. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Machen sich ein Bild vom Fortschritt auf der Baustelle des neuen Bürgerbüros (von links): Bürgermeister Kirchner, Raoul Jeffrey Dathan, Tobias Schork und Frank Kinzel.

Zum Pressetermin auf der Baustelle ist gestern Morgen das halbe Rathaus erschienen: Bürgermeister Jürgen Kirchner, der städtische Fachbereichsleiter Tobias Schork, die Bauamt-Mitarbeiter Raoul Jeffrey Dathan und Frank Kinzel sowie die stellvertretende Fachbereichsleiterin Mara Diefenbach. Das unterstreicht die Wichtigkeit der Maßnahme. Das Rathaus, das in den letzten Jahren wegen einer Vielzahl neuer Aufgaben personell aufgestockt wurde, braucht neue Räume. Daran lässt Bürgermeister Kirchner keinen Zweifel. Oftmals seien aktuell Zimmer, die für zwei Personen gedacht seien, von drei Mitarbeitern belegt, fügt Tobias Schork hinzu. Oder es fehlen Räumlichkeiten, in denen sensible Gespräche geführt werden können, wie beispielsweise bei Beerdigungen.

Raum für mehr

Herzstück der neuen Räumlichkeiten ist ein großer Raum für die vier Mitarbeiter des Bürgerbüros, der an der Grabenstraße liegt und dort auch seinen Haupteingang erhalten wird. Im hinteren Bereich wurden kleinere Räume abgetrennt – für Technik, Putzmittel, Archiv und Teeküche sowie für die Toiletten. Verbunden mit einem kleinen Flur sind zur Bachgasse hin vier weitere Räume eingebaut worden, in denen künftig Standes- und Friedhofsamt Platz finden, die aktuell in der Rathaus-Nebenstelle an der Alleestraße beheimatet sind. Auch werden Fachbereichsleiter Sven Maschur und seine Stellvertreterin Mara Diefenbach dort Räume belegen. „Alle Rathausbereiche mit viel Publikumsverkehr sind dann an einer Stelle zusammengefasst und barrierefrei zu erreichen“, betont Bürgermeister Kirchner und äußert die Hoffnung, dass dies auch für die Bachgasse zu einer Belebung führen wird.

Auf den Feinschliff kommt es an: Im früheren Sopo-Verkaufsraum wurden neue Räume geschaffen. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Auf den Feinschliff kommt es an: Im früheren Sopo-Verkaufsraum wurden neue Räume geschaffen.

430.000 Euro investiert die Stadt an diesem neuen Standort – und das, obwohl sie die Räumlichkeiten nur angemietet hat. Das Rathaus hat sich aber abgesichert und einen langfristigen Mietvertrag über 20 Jahre mit einer Option zur Verlängerung abgeschlossen, sagt Tobias Schork. Teile der Sanierung werden vom Vermieter übernommen, wie die neue Fußbodenheizung und der Estrich – beides Gewerke, die noch vor Weihnachten an der Reihe sind, wie Raoul Jeffrey Dathan sagt.

Im Sommer hat der Umbau der Räumlichkeiten mit der Entkernung und dem Aufbau einer Brandschutzwand zum früheren Lager begonnen. In der Zwischenzeit wurden in Trockenbauweise die neuen Räume geschaffen und Teile der verglasten Vorderfront zugemauert. Ein wenig knifflig wird es noch einmal im neuen Jahr, wenn die neuen Fenster eingebaut werden. Deren Ausmaß und Fläche sind auf die Räume im Inneren abgestimmt. Das ist nicht ganz einfach bei so großen Fensterflächen.

Zur Bachgasse hin wird es einen Nebeneingang geben. Hier wurden auch neue Fensteröffnungen in der Fassade geschaffen, damit die kleineren Büroräume eine natürliche Belichtung haben. Wenn die Fenster eingebaut sind, kommen auch schon die Maler, sagt Bauamtsmitarbeiter Frank Kinzel. Auch an der Fassade sind noch Arbeiten zu tätigen, bevor der Einzug erfolgen kann. Im ersten Quartal 2025 soll dies passieren – vermutlich eher am Ende als am Anfang, wie Dathan sagt. Die alten Möbel wird das Bürgerbüro übrigens mitnehmen, den Umzug soll der städtische Bauhof vornehmen.

„Foto-Box“ und Scanner


Auf die Besucher des neuen Bürgerbüros wartet dann noch eine Überraschung. Wer nämlich einen Pass beantragen will, kann dies selbstständig erledigen, wie Rathausmitarbeiterin Mara Diefenbach ankündigt. Im hinteren Bereich wird es eine Möglichkeit geben, in einer „Foto-Box“ Passbilder zu machen; auch ein Fingerabdruck-Scanner steht zur Selbstbedienung bereit. Nur den neuen Ausweis kann man nicht gleich ausdrucken, immerhin bekommt man den aber an seine Privatadresse geschickt. Selbstverständlich kann der Ausweis aber auch weiter bei den Mitarbeitern des Bürgerbüros beantragt werden.