Nahverkehr

Niemand kennt die neue Buslinie zwischen Heppenheim und Laudenbach

Seit Dezember gibt es eine neue, grenzüberschreitende Buslinie zwischen Heppenheim und Laudenbach. Das Problem: Das Angebot wurde nicht kommuniziert. Warum der Laudenbacher Bürgermeister Köpfle die Verbindung dennoch begrüßt.

Sehr kurzfristig wurde Laudenbach davon unterrichtet, dass es eine neue Buslinie nach Ober-Laudenbach gibt. Unser Bild zeigt eine Probefahrt. Foto: Kevin Schollmaier
Sehr kurzfristig wurde Laudenbach davon unterrichtet, dass es eine neue Buslinie nach Ober-Laudenbach gibt. Unser Bild zeigt eine Probefahrt.

Laudenbach. Zwischen Laudenbach und Heppenheim verkehrt seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember ein Bus auf einer neuen Route. Doch keiner weiß davon. Entsprechend überschaubar sind offenbar die Fahrgäste. Mehr noch: Auch die Finanzierung ist bislang nicht geklärt.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

„Es fährt ein Zug nach nirgendwo, mit mir allein als Passagier“, sang Christian Anders 1972. So ganz übertragen lässt sich der Schlagertext nicht auf die Laudenbacher Verhältnisse, der neue Bus hat nämlich durchaus Ziele. Er kommt aus dem Heppenheimer Stadtteil Ober-Hambach und fährt über Heppenheim und Laudenbach zum Heppenheimer Stadtteil Ober-Laudenbach, dreht dort und nimmt die Route dann in umgekehrter Reihenfolge. Mit dem einsamen Passagier könnte es schon eher hinkommen. „Da fährt einmal die Stunde ein Bus quer durch Laudenbach und niemand sitzt drin“, hat Heike Flath-Stoy beobachtet, die an der Busroute an der Paulstraße wohnt. Sie nutzte die Fragestunde für Einwohner in der jüngsten Gemeinderatssitzung, um sich danach zu erkundigen, ob der neue Busverkehr eigentlich abgestimmt sei.

„Nein, ist er nicht“, antwortete Bürgermeister Benjamin Köpfle. Entstanden ist die neue Linie über die Landesgrenze hinweg auf Wunsch des Kreises Bergstraße und der Stadt Heppenheim. Das Problem: Es wurde offenbar schlicht vergessen, den Rhein-Neckar-Kreis, der als Aufgabenträger die Hälfte des Defizits im öffentlichen Personennahverkehr im Kreis trägt, mit ins Boot zu nehmen. Auch Laudenbach wurde erst sehr kurzfristig über das neue Angebot informiert, erinnert sich Kevin Schollmaier, der in der Verwaltung für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Eine Probefahrt fand erst zwei Wochen vor Fahrplanwechsel statt.

Neue Buslinie - neue Haltestellen

Der Laudenbacher Bürgermeister Köpfle beeilte sich am Montagabend im Gemeinderat allerdings hinzuzufügen, dass eine Anbindung der Kirchstraße bis nach Ober-Laudenbach ein lang gehegter Wunsch von Laudenbach sei. Er begrüße aus diesem Grund das neue Angebot. Für die neue Buslinie wurden zwei neue Haltestellen in Richtung Ober-Laudenbach an der Kirchstraße geschaffen: am früheren Waldparkplatz und oberhalb der Einfahrt zur Scheidklinge. Zurück gibt es sogar eine dritte Haltestelle oberhalb der evangelischen Kirche. Das ist für Ober-Laudenbacher, aber durchaus auch für Laudenbacher, die an der Kirchstraße oder im Scheidklinge wohnen, von Vorteil, weil sie mit dem Bus in den Ort oder zum Bahnhof und wieder zurück kommen. Bislang fuhr hier nur ein Ruftaxi. Der Bus verkehrt aktuell stündlich in der Zeit zwischen etwa 6 und 24 Uhr. Und zwar nur im Kleinformat als eine Art Sprinter. Anders gehe das gar nicht, weil ein großer Bus an der Kreuzung Bachstraße/Hauptstraße nur schwer die Kurve bekomme, sagte Schollmaier.

Und offenbar reicht ein Kleinbus auch völlig. Die geringe Auslastung könnte auch daran liegen, dass das neue Angebot bislang nicht kommuniziert wurde. Der Schülerbus, der wie bisher morgens von Laudenbach nach Heppenheim und mittags von Heppenheim nach Laudenbach fährt, hat dieses Problem nicht. Aber den gibt es ja auch schon lange. Nur hält der nur an der B 3.