Parkhaus am Dürreplatz macht drei Monate dicht
Das wird hart! Wegen der Sanierung müssen bis zum 1. März alle Autos raus. Stadt und Weinheim Galerie zeigten sich überrascht von der Nachricht. Was Betreiber Contipark vorhat und wie viel Geld investiert wird.
Die ohnehin schon angespannte Parkplatzsituation in Weinheim wird sich in den kommenden Wochen weiter verschärfen. Sowohl das Parkhaus an der Weinheim Galerie, als auch der Lindenparkplatz in der Grundelbachstraße (direkt gegenüber der Parkhausausfahrt) werden saniert. Das teilte Contipark ihren Stellplatzmietern jetzt schriftlich mit.
Ab dem 1. März werden Parkhaus und Parkplatz für voraussichtlich drei Monate geschlossen. Eine Nutzung der Parkeinrichtungen ist also bis Ende Mai nicht möglich. „Alle Fahrzeuge müssen vor der Sperrung ausgefahren werden“, teilt die Parkgaragengesellschaft ihren Stellplatzmietern in einem Schreiben vom Montag mit. Zahlen müssen die Kunden ist dieser Zeit zwar nicht, doch eine Alternative kann ihnen von Contipark-Seite auch nicht angeboten werden. „Wir bitten für etwaige Unannehmlichkeiten aufgrund der temporären Schließung höflich um Entschuldigung“, heißt es in dem Schreiben.
Contipark
Als Teil der Interparking Group, einem der größten Parkhausbetreiber in Europa, betreibt Contipark in Deutschland und Österreich in über 200 Städten mehr als 570 Parkeinrichtungen und ist damit Marktführer in Deutschland.
In Weinheim unterhält Contipark folgende Parkhäuser und Parkplätze: Parkplatz Schlosspark, Parkhaus Dürreplatz, Parkplatz Grundelbachstraße (Dauerparkbereich), Parkplatz Luisenstraße, Tiefgarage Karlsberg Carré, Tiefgarage Bismarckstraße, Parkplatz Institutstraße, Tiefgarage Burgenpassage.
Investition von 400 000 Euro
Insgesamt rund 400 000 Euro investiert Contipark in die Sanierung, wie das Berliner Unternehmen auf Nachfrage erklärt. Die Ausschreibung dafür geht an regionale Unternehmen. Sanierungsarbeiten am Tragwerk, notwendige Ausbesserungen an Decken, Wänden und der Fahrbahn stehen an. Und nicht zuletzt die Beseitigung von feuchten undichten Stellen, die dazu führen, dass die beliebte Tiefgarage nicht fürs Parken genutzt werden kann.
„Eigentum verpflichtet. Unser Ziel bei Contipark ist es immer, unseren Kundinnen und Kunden sichere, saubere und preiswerte Parkgelegenheiten zu bieten. Deshalb nehmen wir nicht wenig Geld in die Hand, um es wieder schön zu machen – zumal es durch die Arbeit der Weinheimer Graffiti-Künstler schon etwas Besonderes hat“, wird Andreas Knops, Mitglied der Geschäftsleitung von Contipark und Bereichsleiter Immobilienmanagement, in einer Pressemitteilung zitiert.
Manfred Rohde: "Es bringt ja nichts"
Doch nicht alle jubeln über die Sanierung. „Ich ärgere mich schon, aber es bringt ja alles nichts“, zuckt Manfred Rohde mit den Schultern. Der 74-Jährige ist seit drei Jahren Mieter eines Stellplatzes im Parkhaus am Dürreplatz. Für ihn, der in der Mittleren Hauptstraße wohnt, ein idealer Abstellplatz für sein Auto. 92 Euro zahlt er im Monat. Jetzt muss er sich für die Zeit der Sanierung noch zusätzlich einen Anwohnerparkausweis zulegen – für stattliche 130 Euro. Ein Anrecht auf einen Parkplatz in seiner Parkzone hat er damit zwar nicht, „aber zumindest eine Chance“. In anderen Parkhäusern wird sein Wagen wohl nicht unterkommen. „Alles voll“, weiß er nach eigener Recherche im Internet. Rohde: „Ich muss also schauen, wie ich klarkomme.“
Stadt und Weinheim Galerie überrascht
Besondere Brisanz bekommt die Sanierung vor dem Hintergrund, dass weder die Weinheimer Stadtverwaltung noch das Centermanagement der Weinheim Galerie darüber informiert worden sind. Auf Nachfrage unserer Redaktion zeigte sich Petra Schenk, Centermanagerin der Weinheim Galerie, am Dienstag überrascht: „Bis jetzt haben wir keine Informationen von Contipark erhalten.“ Die Galerie selbst habe keine Parkplätze bei Contipark reserviert, „da wir immer der Meinung sind und waren, dass die Parkplätze für die Besucher und Kunden zur Verfügung stehen sollten“.
Glücklich ist das Centermanagement mit der vorübergehenden Sperrung nicht. Schenk: „Natürlich wird sich dieser Schließzeitraum negativ auf die Kunden der Weinheim Galerie, aber auch auf die Besucher der Stadt auswirken.“ Man müsse leider davon ausgehen, dass ab März viele Kunden, die mit Autos unterwegs sind und die Tiefgarage oder den Lindenparkplatz nutzen, nicht nach Weinheim und somit auch nicht in die Weinheim Galerie kommen werden.
Auch mit der Weinheimer Stadtverwaltung wurden vonseiten der Parkgaragengesellschaft im Vorfeld keine Gespräche geführt. Weinheims Pressesprecher Roland Kern: „Selbstverständlich hätten wir uns die Kommunikation etwas anders gewünscht.“ Grundsätzlich sei es aber zu begrüßen, dass Contipark seine Parkhäuser in Weinheim in Schuss hält. „Das trägt nachhaltig zur Attraktivität der Innenstadt bei“, so Kern.
Andere Parkmöglichkeiten?
Jetzt will die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Vertretern des Einzelhandels und mit Blick auf weitere Parkanlagen ein Konzept entwickeln, um die Kunden und Besucher der Weinheimer Innenstadt während der Sanierungsphase zu anderen Parkmöglichkeiten zu leiten. Kern bleibt positiv: „Grundsätzlich sind genügend Parkplätze vorhanden. Wir sind sicher, dass sich die City auch in dieser Zeit attraktiv und kundenfreundlich zeigt.“