Saatschule: aufgeweicht, aber glücklich
Die Zwischenbilanz zum Ferienlager fällt trotz Wetter-Kapriolen positiv aus.
„Eigentlich fehlt jetzt nur noch Heavy Metal“, sagt ein Betreuer und grinst. In der Tat, wer am Montag an der Saatschule vorbeikam, konnte durchaus Parallelen zu besagtem Open-Air-Festival erkennen: Schlamm, wohin man blickte. Dennoch zog Jule Heinz ein positives Fazit: „Wir konnten unser Programm bis auf den Hüttenbau wie geplant durchziehen“, berichtet die Co-Leiterin des diesjährigen Ferienlagers. Wie von ihr weiter zu erfahren ist, seien auch die Kinder „erstaunlich gut“ mit diesen extremen Bedingungen zurechtgekommen. „Auch wenn ab und zu mal ein Tränchen geflossen ist.“
Unter Dach und Fach
Aber immerhin: Es sind jeden Morgen alle angemeldeten Kids wieder dabei gewesen, niemand wollte daheimbleiben. Auch nicht nach dem improvisierten Lagertag in der Heinrich-Beck-Halle. Hier hatte sich Julia Heinz angesichts der Unwetterwarnung für die sichere Variante unter Dach und Fach entschieden. Weil alle kräftig mitzogen, habe man diese Herausforderung gut gemeistert. Und auch die Kinder fanden das gut, weil sie sich mal aufwärmen und trocken nach Hause gehen konnten.
Die ungeplante Pause im Wald hat sich daher keineswegs negativ ausgewirkt. Wie von den Betreuern zu hören ist, hätten sich viele nach dem Hallentag wieder auf die Saatschule gefreut. Nur beim Hüttenbau liege man etwas zurück, was man aber gemeinsam schnell aufholen könne. Viele Ideen gebe es auch zum Namen des Hüttendorfes, aber hierzu werde noch nichts verraten.
Die wichtigsten Wege mit Paletten ausgelegt
Froh ist Jule Heinz auch darüber, dass es bislang im nassen und glitschigen Wald keine Verletzungen gegeben hat. Zudem seien die wichtigsten Wege mit Paletten verstärkt worden. Darüber hinaus wurde auf dem gesamten Gelände Stroh gestreut, um einigermaßen trockenen Fußes von einem Zelt zum anderen zu kommen. Was der eine oder andere kleine Teilnehmer augenscheinlich gar nicht will. Egal, ob beim Tischtennis oder anderen Aktivitäten, im Wald wird der Schlamm zum zusätzlichen Spielgerät.
Da werden im tiefsten „Brabbel“ Dämme gebaut und wenn einer mal bis zur Hüfte im Dreck versinkt, wird das mit einem fröhlichen Lachen quittiert. Fast fertig ist auch die „Kugelbahn“, die sich demnächst quer durch das Ferienlager ziehen soll. Das Museumsprojekt nimmt nach Auskunft von Jule Heinz weiter Fahrt auf, nachdem zusätzliches Material bereitgestellt worden sei. Großen Spaß habe den Kindern auch der Bastelkurs gemacht, bei dem sie Tetrapaks zu allen möglichen Gebrauchsgegenständen recyceln konnten.
Ganz wichtig angesichts der ungemütlichen Temperaturen und deshalb auch immer umlagert: die Teeküche. Hier konnten sich die Kids aufwärmen oder ihre nassen Klamotten wechseln. Wer selbst keine mitgenommen hatte, wurde von der Ferienlager-Leitung versorgt. „Es läuft alles nach Plan und wir machen das Beste daraus“, blickt die Co-Leiterin auch optimistisch in die zweite Woche des 50. Ferienlagers an der Hirschberger Saatschule.