Blaulicht

Schriesheim: 180.000 Euro Sachschaden durch Dachstuhlbrand

Bei einem Brand in der Schriesheimer Talstraße wird am Sonntag eine 19-jährige Bewohnerin verletzt.

Rund 180.000 Euro Sachschaden sind am frühen Sonntagmorgen bei einem Dachstuhlbrand in Schriesheim entstanden, eine Bewohnerin wurde verletzt. Foto: René Priebe
Rund 180.000 Euro Sachschaden sind am frühen Sonntagmorgen bei einem Dachstuhlbrand in Schriesheim entstanden, eine Bewohnerin wurde verletzt.

Bei einem Dachstuhlbrand in Schriesheim ist am frühen Sonntagmorgen, 12.1., eine Frau verletzt worden. Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen der Polizei bei 180 000 Euro. Das Mehrparteienhaus ist durch das Feuer vorerst nicht bewohnbar. Die Feuerwehr wurde laut Kommandant Oliver Scherer um 6.43 Uhr alarmiert. Als er vor Ort in der Talstraße eintraf, stand der Dachstuhl bereits in Flammen. Entgegen erster Hinweise war das Gebäude zu diesem Zeitpunkt bereits geräumt.

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Rund 100 Einsatzkräfte vor Ort

Mit zwei Rohren wurde von innen gelöscht, außerdem mit einem Wenderohr von der Drehleiter aus. Dabei kann Löschwasser in großen Mengen von oben zur Brandbekämpfung eingesetzt werden: „Da gehen bis zu 1600 Liter Wasser in der Minute durch.“ Ein weiterer Trupp behielt das unmittelbar angrenzende Gebäude im Blick, um es bei Bedarf abzuschirmen. „Aber die Brandmauer hat zum Glück gehalten“, erläutert Scherer: „Wir konnten das Feuer auf das brennende Gebäude beschränken.“ Nach einer Dreiviertelstunde war das Feuer unter Kontrolle. „Das war relativ schnell“, freut sich der Chef. Es habe alles gut geklappt, und dank des Einsatzzeitpunktes am Sonntagmorgen seien relativ viele Kräfte in Schriesheim verfügbar gewesen. Zur Vorsicht habe man auch die Wehr aus Dossenheim angefordert. Insgesamt waren laut Scherer rund 100 Kräfte im Einsatz.

Dass der Löschangriff auch von innen erfolgen konnte, hat den Einsatz vereinfacht. Allerdings sei das erst möglich, nachdem die Flammen von oben niedergeschlagen worden seien, erläutert der Kommandant. Insgesamt waren rund 20 Fahrzeuge im Einsatz. Neben dem kompletten Fuhrpark aus Schriesheim zählten dazu Fahrzeuge aus Dossenheim und Hirschberg.

Besondere Herausforderung: die enge Talstraße

So viele Feuerwehrautos sind in der engen Talstraße eine Herausforderung. Die Wehr nutzte deshalb auch die schmale Seite zur Aufstellung. Wegen der Löscharbeiten musste die Straße voll gesperrt werden. Auch als das Feuer bereits aus war, blieb die Straße für den Verkehr tabu. Linienbusse bedienten deshalb die Haltestellen nicht. Kraftfahrzeuge konnten den Branichtunnel als Umleitung nutzen.

Die Bewohner des Hauses wurden zunächst ins Feuerwehrhaus gebracht und betreut. Bürgermeister Christoph Oeldorf wurde hinzugezogen, um die Unterbringung der vorübergehend obdachlos gewordenen Menschen zu organisieren. Die kamen allerdings bei Verwandten und Bekannten unter, wie Scherer berichtet. Nur für eine Person musste die Stadt eine Bleibe suchen.

Obwohl das eigentliche Feuer schnell unter Kontrolle war, dauerten die Nachlöscharbeiten noch einige Zeit. Vor allem die Suche nach Glutnestern mit der Wärmebildkamera dauerte. „Wir mussten noch Teile des Daches abdecken und Verkleidungen entfernen“, erläutert der Feuerwehrchef. Das Haus wurde in den 1970er Jahren gebaut. Entgegen anderslautender Hinweise handelte es sich dabei nicht um das ehemalige Gasthaus „Grüner Baum“, wie Scherer auf Nachfrage erklärt: „Das war ein paar Häuser weiter oben.“

Feuerwehrmann verletzt

Bei der Verletzten handelt es sich nach Angaben der Polizei um eine 19-jährige Bewohnerin des Dachgeschosses. Sie kam wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Zudem musste ein 42-jähriger Feuerwehrmann durch den Rettungsdienst vor Ort versorgt werden, weil er von einem herabfallenden Ziegel leicht verletzt worden war.

Die Unterkreisführung unterstützte vor Ort die Einsatzleitung. Der Polizeiposten Schriesheim ist mit den weiteren Ermittlungen betraut, insbesondere zur Brandursache, wie das Polizeipräsidium Mannheim mitteilt. - hje