Spiele-Insel in der Hemsbacher Bachgasse schließt für immer
Diana Bäurle und Matthias Kinscherf geben ihr Geschäft auf. Am Samstag (31.08.24) ist letzter Verkaufstag.
Am Ende muss sie doch weinen. Diana Bäurle ringt um Fassung, wenn sie daran denkt, mit welchen Gefühlen sie heute um 13 Uhr zum letzten Mal die Tür der „Spiele-Insel“ in Hemsbach schließen wird. Zwölf Jahre lang hat sie alles verkauft, was Kinderherzen höherschlagen lässt, und hat sich mit ihnen gefreut. „Die Freude der Kinder war das schönste Geschenk“, sagt sie. Heute ist damit Schluss: Die „Spiele-Insel“ in der mittleren Bachgasse schließt für immer.
Keine leichte Entscheidung
Die Entscheidung, das Geschäft aufzugeben, ist ihr und ihrem Partner Matthias Kinscherf nicht leicht gefallen und wurde auch relativ kurzfristig getroffen. Seit wenigen Wochen läuft der Räumungsverkauf, viele Regale sind bereits leer. Kollegen aus anderen Gemeinden haben sich einen großen Stapel Spiele zurücklegen lassen. Auch die Regale selbst sind weitgehend verkauft.
Das hat große Lücken im Sortiment hinterlassen. Ein paar Schleichtiere verlieren sich im Regal; darüber thront ein großer Pandabär, den Diana Bäurle vom Spielfigurenhersteller für die besonders schöne Gestaltung ihres Schaufensters geschenkt bekommen hat. Einige Lego-Spiele sind noch da, ebenso ein paar Playmobil-Artikel und viele Kleinartikel.
Geburtstagskiste lief gut
Gegenüber der Kasse steht die letzte Geburtstagskiste, die die „Spiele-Insel“ verlassen wird. „Das lief eine Zeit lang richtig gut“, erinnert sich Bäurle. Freunde der Geburtstagskinder konnten Spielsachen aus der Kiste erwerben, die sie dann kostenlos verpackt hat. „In guten Zeiten hatten wir bis zu 100 Kisten pro Monat.“ Auch mit Vereinen, Grundschulen, Kitas und dem Jugendzentrum habe sie stets gut zusammengearbeitet.
Ein Lebensabschnitt endet
Für Diana Bäurle geht ein Lebensabschnitt zu Ende. Vor 16 Jahren fing sie als Angestellte der Vorbetreiberin an, hier zu arbeiten; vor zwölf Jahren übernahm sie mit ihrem Partner das Geschäft. Es lief gut – bis dann Corona kam. „Leider hat mit Corona eine spürbare Veränderung stattgefunden. Nicht nur während der Pandemie, auch danach hat sich das Kaufverhalten geändert“, sagt Matthias Kinscherf. Immer mehr Kunden kauften seitdem online. „Das Geschäft ist rückläufig.“
Kinscherf arbeitet bei Freudenberg, half aber immer im Laden – beim Einräumen und Auszeichnen von Waren, zum Beispiel. Selbstständigkeit hört nicht auf, wenn die Öffnungszeit endet. Bäurle hatte gehofft, dass vielleicht eines ihrer beiden Kinder sich für den Verkauf erwärmen könnte. Aber beide studieren. Die fehlende Perspektive und gesundheitliche Probleme, gepaart mit dem rückläufigen Geschäft, haben dann den Ausschlag gegeben, das Geschäft zu schließen.
Vielleicht findet sich noch ein Nachfolger
Dabei ist die Lage der „Spiele-Insel“ in der mittleren Bachgasse gar nicht mal so schlecht. Entsprechend traf ihre Suche nach Nachmietern durchaus auf Interesse. „Es gibt Interessenten“, sagt Diana Bäurle. Wer den Zuschlag erhält, sei allerdings Sache des Eigentümers. Sie leitet aber gerne weitere Interessenten für den rund 135 Quadratmeter großen Laden weiter (Telefon 06201/3890892).
Abschied von treuen Kunden
Die Stammkunden nehmen Anteil an der Geschäftsschließung. Immer wieder kommen Frauen in den Laden, um sich zu verabschieden. Einige bringen auch Geschenke mit. Kinder haben Bilder für Diana Bäurle gemalt, die sie hinter der Theke aufgehängt hat.
Und wie wird es nun für sie weitergehen? „Das muss jetzt erst einmal sacken“, sagt sie. Im September will sie mit ihrem Partner ein paar Tage Urlaub machen. Ihre Fühler hat sie aber schon ausgestreckt. Sie habe einige berufliche Möglichkeiten, sich aber noch nicht entschieden. Sie weiß nur, dass es etwas mit Kindern zu tun haben soll.