Tierheim-Mitarbeiter retten Katzenfamilie aus Müllcontainer
Zwei Bauhof-Mitarbeiter finden Babykatzen in einem 45 Grad heißen Müllcontainer. Wenige Stunden später wären die vier tot gewesen.
Am Mittwoch um 11 Uhr stehen plötzlich zwei Bauhof-Mitarbeiter im Büro des Weinheimer Tierheims. Sie hätten drei Babykatzen in einem Container gefunden, die Katzenmutter würde aufgeregt über das Gelände laufen, ließe sich aber weder einfangen noch anfassen. Tierpflegerin Elisa Schmitt und ihr Kollege Giovanni Giannachi reagieren sofort.„Wir haben alles eingepackt, was wir brauchen, eine Falle und Futter und Tücher und sind losgefahren“, erzählt Elisa Schmitt im Gespräch mit unserer Redaktion. „Nur weil die Bauhof-Mitarbeiter so schnell reagiert haben, konnte die Katzenfamilie gerettet werden. Der Container hatte sich in der sommerlichen Hitze auf 45 Grad erhitzt, die Babys hätten keine zwei Stunden länger überlebt“.
Doch die Rettung gestaltete sich schwierig: „Zuerst sahen wir nur drei der vier Babys in dem Container“, erzählt die Tierpflegerin, „aber zum Glück hörte mein Kollege das vierte Baby nach seiner Mutter schreien und so konnten wir es im Dunkeln des Containers lokalisieren.“ Noch komplizierter gestaltete sich die Rettung der Mutterkatze, die offensichtlich noch nie mit Menschen zu tun gehabt hatte und mit großer Angst und Panik reagierte. „Nach vielen vergeblichen Versuchen sie einzufangen, haben wir die Babys im Freien in die Nähe einer Falle und Nassfutter platziert. Auf die lauten Rufe ihrer Kinder reagierte die Mutter und so konnten wir sie einfangen.“ Drei Stunden später, in der Sicherheit des Tierheims angekommen und in einem eigenen Katzenzimmer untergebracht, stürzte sich die Katzenmama sofort auf das Nassfutter, um sich dann liebevoll um ihre erst wenige Tagen alten Babys zu kümmern.
Das Tierheim Weinheim finanziert sich über Spenden und freut sich über Unterstützung - auch über Sachspenden, Nassfutter für Hunde, Thermodecken oder Katzenstreu, die gern abgegeben oder geschickt werden können. Auch für Sachspenden kann eine Spendenquittung ausgestellt werden.
Ein Happy End für die Katzenfamilie
Acht Wochen müssen die Kätzchen nun im Tierheim bleiben, bis sie geimpft und anschließend vermittelt werden können. Auch für die Katzenmama hofft Schmitt auf ein richtiges Zuhause. Allerdings: Noch nie sei es so schwierig gewesen wie zurzeit, Katzen, sogar Babykatzen, zu vermitteln. Durch die massive Erhöhung der Tierarztkosten könnten sich viele Tierbesitzer den Unterhalt nicht mehr leisten. „Täglich rufen uns mindestens fünf Halter an, die ihre Tiere loswerden wollen“. Erst letzte Woche seien wieder drei Kaninchen abgegeben worden, weil die Familie in den Urlaub fuhr. Zurücknehmen wollte die Familie die Kaninchen aber auch nach dem Urlaub nicht mehr ...
Oft werden Tiere einfach ausgesetzt
„Wir haben inzwischen Wartelisten für Tiere“, so Schmitt. Auch aus den umliegenden Gemeinden und Städten kämen täglich Anrufe, oft werden die Tiere aber auch einfach ausgesetzt. „Eine Anruferin bedrängte uns, ihre Katze aufzunehmen, weil diese nicht stubenrein sei und sie den Geruch einfach nicht mehr ertragen könne ...“ Dafür hat im Tierheim niemand Verständnis. Auch nicht dafür, dass die Stadt Weinheim noch immer keine Katzenschutzverordnung mit Kastrationspflicht erlassen hat, mit der Begründung, es gäbe nicht ausreichend streunenden Katzen in der Stadt. „Hätten nicht ein Zufall und die umsichtigen Bauhof-Mitarbeiter dafür gesorgt, dass wir die Katzenfamilie retten konnten, wären heute wieder vier Katzen tot“, so Schmitt.