Weinheim

Unterbringung von Geflüchteten: Welche Alternativen die WNOZ-Leser vorschlagen

Seit Tagen wird in Weinheim ein Thema heftig diskutiert: die Pläne der Stadt auf dem WHG-Schulgelände. Viele WNOZ-Leser hätten alternative Standortvorschläge.

Das altehrwürdige Werner-Heisenberg-Gymnasium in der Weinheimer Innenstadt. Foto: Philipp Reimer Photography
Das altehrwürdige Werner-Heisenberg-Gymnasium in der Weinheimer Innenstadt.

Gibt es denn keine besseren Standorte für eine Anschlussunterbringung für Geflüchtete als den Schulhof des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Weinheim? Diese Frage treibt derzeit viele Menschen um. Denn die Pläne der Stadt stoßen auf heftige Kritik - und zwar auch von sehr vielen Menschen, die grundsätzlich kein Problem mit der Aufnahme und Unterbringung von Geflüchteten sind.

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Klares Ergebnis bei Online-Voting

Das WHG-Gelände jedenfalls lehnen viele ab. Das hat auch eine Umfrage unter den WNOZ-Lesern auf unserer Webseite ergeben. Über die Frage "Sollen Flüchtlinge in Weinheim auf einem Schulgelände untergebracht werden?" stimmten innerhalb von zwölf Stunden 259 Personen ab. Rund 94 Prozent (243) stimmten mit "Nein, ich finde, ein Schulgelände ist kein guter Standort". Lediglich 4, 25 Prozent (11) gaben an "Ja, ich finde es eine gute Idee" und knapp 2 Prozent (5) hatten keine klare Meinung. Natürlich ist die Umfrage nicht repräsentativ, sondern ein Stimmungsbild. Ähnlich verhält es sich mit den Kommentaren auf Social Media, also bei Instagram und Facebook.

Ehemalige Disco Downtown?

Auf den Social-Media-Kanälen von WNOZ wird - wie häufig bei kontroversen oder Aufreger-Themen - sehr emotional argumentiert und kommentiert. Doch dazwischen fallen auch alternative Standortvorschläge - und die haben wir uns mal angeschaut. Denn die Stadt will aktuell offiziell keine Alternativen nennen.

Das hält die Weinheimer aber nicht vom Spekulieren und Diskutieren ab. Immer wieder in den sozialen Netzwerken ins Spiel gebracht wird beispielsweise die Immobilie "Downtown" an der B3. Das Gebäude, in dem sich früher die legendäre Diskothek befand, gehört allerdings nicht der Stadt. Es steht allerdings leer. Schon lange wird das 2700 Quadratmeter große Objekt im Internet inseriert. "Das ultimative Gastro-Erlebnis: Veranstaltungszentrum/Disco mit 7 Gaststätten" steht über dem Angebot. Der Mietpreis würde stolze 16.200 Euro monatlich betragen, die Nebenkosten belaufen sich laut Inserat auf 3000 Euro. Ob man die Gastro in Wohnungen umwandeln könnte und dürfte? Fraglich. Ganz billig wäre das sicherlich nicht. Alles in allem bleibt das Downtown jedoch eine ziemlich unwahrscheinliche Alternative.

Steht schon lange leer: Das Gebäude der ehemaligen Diskothek "Downtown" direkt an der B3. Foto: Marco Schilling
Steht schon lange leer: Das Gebäude der ehemaligen Diskothek "Downtown" direkt an der B3.

Bestehende Unterkünfte erweitern?

Was ist eigentlich mit den Unterkünften, die es schon gibt? Stefanie S. fragt auf Facebook: "Wie wäre es, die Unterkunft am OBI-Markt zu erweitern?" Bestehende Unterkünfte zu erweitern wäre immerhin eine Option, die an der einen oder anderen Stelle sogar schon umgesetzt wird. Die Containeranlage in der Gorxheimer Talstraße beispielsweise bekommt zehn neue Wohneinheiten. Dort sollen 40 weitere Flüchtlinge unterkommen.

Andere Standorte

Karin B. schrieb: "Warum baut die Stadt denn nicht eine weitere Unterkunft südlich des Miramars? Platz ist dort genug und Bushaltestellen sind in unmittelbarer Nähe." Eine andere Userin schreibt, die Stadt besitze schließlich "ein Gelände an der Mannheimer Straße, das sowohl fußläufig zu öffentlichen Verkehrsmitteln als auch Einkaufsmöglichkeiten gelegen ist und viel Platz für eine Container-Unterkunft bieten würde. Die Erschließung kann nicht die Welt kosten, weil das Landratsamt und Krankenhaus in unmittelbarer Nachbarschaft ist. Warum nutzt man dieses Gelände nicht? Nicht zumutbar sagt die GAL, aber die Wohnbebauung gegenüber auf der anderen Straßenseite ist seit Jahrzehnten zumutbar. Wer soll das verstehen?"

Der weitere Zeitplan

Daher ist folgendes Vorgehen vorgesehen: Der Gemeinderat wird zunächst eine Priorisierung der möglichen Standorte beschließen. Zu Beginn des neuen Jahres ist dann eine Bürger-Informationsveranstaltung geplant, in der alle denkbaren Standorte vorgestellt werden. Erst danach wird der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung abschließend eine Entscheidung über einen Standort treffen.