Wanderausstellung „Stadt, Land, Heimat“ jetzt im Weinheimer Museum
Hier zeigt die Metropolregion all ihre Facetten. Drei Länder, die keine Grenzen kennen. Warum die Region so einmalig ist.
Weinheim. „Wusstest Du schon, dass König Richard Löwenherz auf der Burg Trifels im Gefängnis saß?“ Das Schild mit dem Hinweispfeil zur Ausstellung „Stadt, Land, Heimat“ macht im Museum der Stadt Weinheim neugierig. Die von der Metropolregion Rhein-Neckar konzipierte Wanderausstellung bietet jede Menge weitere interessante Informationen über Ereignisse und Erfindungen aus der Geschichte der Region.
„Heute schließt sich der Kreis“
Kein Wunder, dass sie von den drei Ministerpräsidenten Kurt Beck (Rheinland-Pfalz), Roland Koch (Hessen) und Günther Oettinger (Baden-Württemberg) per Staatsvertrag am 26. Juni 2005 zu einem funktionalen Raum erklärt wurde, in dem Ländergrenzen keine Rolle spielen. „Heute schließt sich sozusagen ein Kreis“, sagte Verbandsdirektor Ralph Schlusche, als er zusammen mit Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just die Ausstellung im ersten Stock des Museums vor zahlreichen Gästen eröffnete. Als „Stadt, Land, Heimat“ 2020 in Sinsheim startete, war dort der Ort der Heimattage. Doch schon eine Woche nach der Eröffnung mussten die Schautafeln wegen Corona fürs Erste eingemottet werden. Fünf Jahre später ist die Wanderausstellung durch 20 Orte gereist und findet in Weinheim, wieder im Rahmen von Heimattagen, ihren Abschluss.
Großer Erfindungsreichtum
Zahlreiche Informationstafeln belegen durch Hinweise auf Nobelpreisträger, auf Erfindungen oder besondere geschichtliche Ereignisse, welche Innovationskraft und welcher Facettenreichtum in der Metropolregion stecken, wo über 110 Theater und Kleinkunstbühnen und mehr als 230 Museen und Galerien kulturellem Leben eine Basis geben.
Wer die Ausstellung besucht, wird erfahren, dass der erste elektrische Fahrstuhl 1880 in Mannheim präsentiert wurde oder wer 1881 den ersten konservativen, klassischen Kaiserschnitt durchgeführt hat. Und wer wusste schon, dass Dario Fontanella als Erster in Mannheim ein Spaghetti-Eis servierte? Womit man es geografisch zu tun hat, wenn von der Metropolregion die Rede ist, zeigt eine große Landkarte. Das Gebiet erstreckt sich von der Südlichen Weinstraße im Westen bis zum Odenwald im Osten, es stößt im Süden an Frankreich und endet im Norden an der hessischen Bergstraße mit ihren zahlreichen Burgen.
Sportlich und wirtschaftlich stark
Die Mannheimer Adler, die Rhein-Neckar Löwen, die TSG 1899 Hoffenheim und die Tischtennisfrauen des TTC 46 Weinheim sorgen für Sportereignisse auf höchstem Niveau. Die BASF in Ludwigshafen, SAP in Walldorf und Freudenberg in Weinheim, um nur drei von zahlreichen Unternehmen zu nennen, gehören zu den führenden Firmen in ihren Branchen und sorgen für Arbeitsplätze. Heidelberg ist ein Leuchtturm auf dem medizinischen Sektor und ein touristischer Magnet. Hier wurde 1386 die erste deutsche Universität gegründet. Landschaftlich vielfältig, geschichtsträchtig und facettenreich ist die Metropolregion. In ihr engagiert sich zudem eine Menge der insgesamt 2,4 Millionen Einwohner ehrenamtlich. „Fast jeder Zweite war oder ist in unserer Region in einem Ehrenamt aktiv“, sagte Schlusche und erinnerte an den jüngsten Ehrenamtstag, bei dem rund 5.000 Mitwirkende rund 400 Projekte realisierten.
Öffnungszeiten des Museums der Stadt Weinheim, Amtsgasse 2:
Dienstags bis donnerstags und samstags von 14 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 17 Uhr.
Wo 25 Prozent der Rebenfläche in Deutschland bewirtschaftet werden, ist natürlich an Weinfesten kein Mangel, und dass zudem weitere traditionelle Feste gefeiert und Ereignisse begangen werden, muss man in Weinheim mit der Kerwe oder dem Sommertagszug nicht extra aufführen.
Bis zum 21. Mai kann man sich die Ausstellung „Stadt, Land, Heimat“ bei freiem Eintritt anschauen. Oberbürgermeister Just wünschte ihr und Museumsleiterin Claudia Buggle zahlreiche Besucher.