Heimattage 2025

Weinheim als Häkelstadt steht kurz vor der Vollendung

Die letzten Maschen fügen sich in das Gesamtbild des Weinheimer Marktplatzes: Die Hobby-Häkler von "Woinem in Masche" feilen in der Lern-Praxis-Werkstatt an den finalen Details.

Stück für Stück wächst das gehäkelte Weinheim vom Projekt "Woinem in Masche" anlässlich der Weinheimer Heimattage 2025. Foto: Thomas Rittelmann
Stück für Stück wächst das gehäkelte Weinheim vom Projekt "Woinem in Masche" anlässlich der Weinheimer Heimattage 2025.

Weinheim. Zwischen winzigen, gehäkelten Tischen und bunten Stühlen flanieren Wollfigürchen über den Marktplatz. Unter den niedlichen Bäumen entsteht eine gemütliche Atmosphäre. Wer genau hinsieht, entdeckt unzählige liebevolle Details: von fein gefertigten Fensterrahmen bis zur Laterne am Alten Rathaus – hier wurde keine Masche dem Zufall überlassen.

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Der Weinheimer Marktplatz ist inzwischen komplett in kunstvolle Fadenkonstruktionen gehüllt. Einzig das Diebsloch wartet nach wie vor auf seine Verkleidung. „Die Wachenburg fehlt auch noch – und ein paar Kleinigkeiten hier und da“, erzählt Renate Breithecker, Initiatorin des Projekts „Woinem in Maschen“.

Letzte Vorbereitungen

Am Dienstag liefen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren: Die Häuser wurden in der Lern-Praxis-Werkstatt stabilisiert und auf Holzplatten mit Füßen befestigt. So erhalten die zarten Häkelbauten den nötigen Halt für die Ausstellung.

Der Weinheimer Marktplatz in seiner ganzen Woll-Pracht. Foto: Thomas Rittelmann
Der Weinheimer Marktplatz in seiner ganzen Woll-Pracht.

Mit sichtbarem Stolz blickt Breithecker auf das zurück, was die Gruppe in den vergangenen Monaten geschaffen hat. 33 engagierte Mitglieder haben sich zusammengefunden, um anlässlich der Heimattage 2025 Weinheim in ein wolliges Kunstwerk zu verwandeln.

Ab dem 19. März werden die gehäkelten Häusschen im Stadtmuseum ausgestellt – bis zum 29. Juli können Besucher das textile Stadtmodell bewundern.

Inspiration aus erster Hand

Vorlagen für die Häkelhäuser gab es keine. „Wir waren direkt vor Ort oder haben uns von Fotos inspirieren lassen“, erklärt Häkel-Kumpanin Silvia Bangert. Für sie waren die fehlenden Blaupausen kein Hindernis – im Gegenteil: „Die Maschen liefen wie von selbst von der Hand.“ Durch das Projekt habe sie Weinheim aus einer neuen Perspektive kennengelernt: „Ich sehe die Stadt jetzt mit ganz anderen Augen.“

Viele der Beteiligten entdeckten das Häkeln bereits in ihrer Schulzeit für sich, andere fanden erst während der Corona-Pandemie zu diesem kreativen Hobby. So auch Nicola Gruß, die im Lockdown zur Häkelnadel griff.

„Durch die Zeitung habe ich von ‚Woinem in Maschen‘ erfahren und mich sofort bei Renate gemeldet“, berichtet sie. Heute ist sie Teil der Gruppe, die den Schlosspark aus Wollknäulen zauberte. Als solcher hielt sie auch Szenen in Fadenkunst fest. Zum Beispiel den Club, der sich dort donnerstags immer zum Lachyoga trifft - samt Fahne mit Smiley.

Liebe zum Detail in jeder Masche

Die Hingabe der 33 Maschenkünstler zeigt sich in jedem noch so kleinen Detail. Die Restaurants auf dem Marktplatz sind mit Miniaturschildern versehen, selbst die Straßenlaternen wurden akribisch nachgebildet.

Die hübschen Häuser sind definitiv ein Hingucker. Foto: Thomas Rittelmann
Die hübschen Häuser sind definitiv ein Hingucker.

Trotz der langen Laufzeit blieb die Gruppe erstaunlich konstant. „Ich bin wirklich beeindruckt, wie stabil wir als Team geblieben sind“, betont Breithecker. Nur ein oder zwei Mitglieder hätten das Projekt verlassen, der Großteil sei mit Begeisterung und Ausdauer bei der Sache geblieben.

Mit jedem fertiggestellten Gebäude wächst die Vorfreude auf die Ausstellung im Stadtmuseum. Am 19. März wird die offizielle Eröffnung gefeiert – ein Termin, den sich Kunst- und Heimatliebhaber nicht entgehen lassen sollten.