Weinheim häkelt sich ins Fernsehen
Ein Fernsehteam, drei Meter blauer Himmel und ein gebrochener Knöchel - so läuft es beim Weinheim Häkeln für die Heimattage 2025.
Viel Liebe fürs Detail und gleichzeitig das große Ganze im Blick haben die knapp 30 Häkelfrauen und ein Häkelmann bei ihrem Projekt, die Stadt Weinheim anlässlich der Heimattage 2025 zu häkeln. Mitte Juli ging es los, Ende August stehen nun schon die ersten Kunstwerke.
Am vergangenen Dienstag, dem 27.8., traf sich die Häkelgruppe zum zweiten Mal in großer Runde. So gab es Gelegenheit zum Austausch, Wolletausch und zum Präsentieren der ersten Ergebnisse. Es wird viel gebaut und gebastelt, gehäkelt und an mancher Stelle auch mal gestrickt. Ein paar Gebäude und Teile sind schon fertig, aber der Großteil ist noch "art in progress", wie es Projektleiterin Renate Breithecker so schön nennt. Der Rodensteiner Brunnen ist eines der bereits fertigen Objekte. Die Verantwortliche hatte sich allerdings auch den Knöchel gebrochen. "Sie hatte also viel Zeit", sagt Breithecker und schmunzelt.
"Woinem in Masche"
Bei dem großen Treffen wurde unter anderem die Namensfrage des Projekts geklärt. Schließlich waren "Weinheim häkeln" oder "Heimathäkeln" erstmal nur als Arbeitstitel gedacht. Es wurden Vorschläge gesammelt und abgestimmt. Der einstimmige Gewinner: "Woinem in Masche"!
Drei Meter blauer Himmel
Nachdem das Projektteam unter der Leitung von Renate Breithecker Mitte August noch um Wollspenden gebeten hatte, wurden sie von Wollknäueln nahezu überhäuft. Daher nun die Bitte: Wer die fleißigen Häklerinnen und den fleißigen Häkler unterstützen will, darf das gerne in Form von Gutscheinen für das Wolle-Geschäft tun. Die Freude über die zahlreichen Spenden war groß, aber es fehlt mittlerweile eher an bestimmten Farben und Farbtönen, die das jeweilige Team selbst am besten kennt.
"Wir haben zum Beispiel ganz viel feine, blaue Wolle bekommen - nur leider gibt es nicht so viele blaue Häuser in Weinheim", so Breithecker. Verwendung hat sie dafür trotzdem gefunden: aus der blauen Wolle entsteht gerade ein drei Meter langer Himmel. Er soll als Installation an die Decke in einem der Räume hängen. "Daher darf er aber auch nur fünf Kilogramm wiegen", fügt Breithecker hinzu. Neben dem Himmel und Püppchen beteiligt sich Breithecker als Projektleitung kaum an der Häkelarbeit, sondern kümmert sich viel mehr um die Organisation und Koordination im Hintergrund.
Unterstützung von allen Seiten
Breithecker ist von der großen Unterstützung begeistert. Nicht nur die vielen Wollspenden, auch die Unterstützung der Stadt, der Lern-Praxis-Werkstatt oder auch der Stadtbibliothek, deren Räume sie kostenlos nutzen dürfen, freut sie. "Wir treffen nur auf offene Türen", so Breithecker. Im Zusammenspiel mit der herausragenden Organisation der Teilnehmer läuft derzeit alles nach Plan.
Und auch Breitheckers Mann hilft, wo er kann. "Er sorgt immer für die technische Umsetzung meiner verwegenen Ideen", sagt die Projektleiterin. So hat er beispielsweise die Platten angefertigt, in welche die Häkelhäuser beim Zusammenbau gesteckt werden können.
Am 18. März 2025 soll die gehäkelte Weinheimer Stadt im Rahmen der Heimattage im Museum, ausgestellt werden. Dort wird sich das Projekt aufgeteilt über mehrere Räume erstrecken. Daher müssen sich nur die jeweiligen zusammengehörenden Gruppen in Maßstab und Größe abstimmen. Bei der Raumwahl wird auch auf passende Bezüge geachtet: So findet man zum Beispiel die gehäkelte Peterskirche in dem Raum, wo auch die Fresken der ehemaligen Kirche zu sehen sind.
Besuch vom Fernsehen
Der einzige Mann der Häkelgruppe war am vergangenen Dienstag im Urlaub, dafür war aber ein Kamerateam vom SWR dabei. Sie gaben den Häklerinnen den Auftrag "Häkelt mal etwas" - nichts leichter als das! Die große Kamera lugte dabei hier und da über die Schulter und auch einige Interviews wurden gegeben. Der Beitrag wurde am Freitagabend, dem 30.8., in der Landesschau Baden-Württemberg ausgespielt. Wer ihn verpasst hat, kann in der Mediathek etwa ab Minute 40 einen Blick erhaschen.
Das nächste große Gruppentreffen ist im Oktober geplant. Es können sich weiterhin Leute melden, die Lust haben mitzumachen - allerdings wird das Einbringen natürlich schwieriger, je weiter die Projekte fortschreiten. Bei Fragen kann Renate Breithecker unter der 0 62 01 / 39 38 81 oder per Mail an renate-breithecker@t-online.de kontaktiert werden.